Rorschacher Kabisplatz: Ein Ort mit viel Geschichte

Die Zufahrt zum Rorschacher Hafenplatz ist nur noch mit Bewilligung gestattet. Der frühere Kabisplatz hat eine bewegte Geschichte hinter sich; auch Kohlköpfe spielten dabei eine Rolle.

Rudolf Hirtl
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1938 stapelten sich auf dem Hafenplatz (im Hintergrund der alte Pavillon) noch Kabisse und anderes Feldgemüse... (Bild: zVg)
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...heute gastiert dort jeweils im August die Beach-Tour. (Bilde: H. Buob)
Vom Güterschuppen ist heute nichts mehr zu sehen, er wurde Anfang Januar 2005 abgerissen. (Bild: OT-Archiv)
2014 war bei der TV-Sendung «4 in einem Boot» einiges los... (Bild: Ralph Ribi)
...heute ist der «Kabisplatz» auto- und beinahe menschenleer. (Bild: Rudolf Hirtl)
Eine weiter Ansicht aus früheren Zeiten, als auf dem Kabisplatz noch mit Gemüse gehandelt wurde. (Bild: zVg)

1938 stapelten sich auf dem Hafenplatz (im Hintergrund der alte Pavillon) noch Kabisse und anderes Feldgemüse... (Bild: zVg)

Mit der Eröffnung des Parkhauses Hafen wurden die Parkplätze auf dem Hafenplatz aufgehoben, die Zufahrt ist nur mehr für Güterumschlag, für Gesellschaften im Zusammenhang mit dem Schifffahrtsbetrieb oder für Veranstaltungen erlaubt. Momentan läuft nicht viel auf dem Platz, auf dem ein Hafengebäude gebaut werden soll und den der Stadtrat nächstens gestalten will. Nur ein paar Spaziergänger verlieren sich darauf.

Heute ist der grosse Platz zwischen Hafenbahnhof und Pavillon jeweils vor allem im August belebt, wann zuerst der grosse Flohmarkt und später die Beach-Tour dort gastieren. Fixer Bestandteil ist mittlerweile auch das Stadtfest im Juni.

Schlager, Samba und Pyramiden aus Kohlköpfen

Belebt war der Platz auch in der Vergangenheit. Von 1957 bis 2012 etwa fanden sich jeweils Leute aus der ganzen Ostschweiz hier ein, wenn die Radiosendung «Gruss vom Bodensee» im Rahmen des zweitägigen Hafenfestes stattfand. Die Sendung war fester Bestandteil im Sommerprogramm der Radiostationen rund um den Bodensee. Am 12. August 2014 wimmelt es von Kamerateams. Es war ein enormer Aufwand, den BR, ORF, Radio Liechtenstein, SRF und SWR für die grenzübergreifende Fernseh- und Radiosendung «4 in einem Boot» betrieben, die in Rorschach Halt machte. In Erinnerung geblieben ist auch die Siesta in Rot und Weiss 2005, als die FHS St. Gallen mit 100 Liegestühlen oder ein Plädoyer für die Langsamkeit zelebrierte.

Noch weiter zurück blickt Otmar Elsener in seinem Buch «Geschichten aus der Hafenstadt». Schon 1919 sei die Fläche zwischen Schuppen und Seepark in Grundbuchplänen als Kabisplatz eingetragen worden. Auf dem Platz sei jeweils im November ein Gemüsemarkt abgehalten worden. Pyramiden von Feldfrüchten wurden dabei aufgetürmt: Kabis, Rüben, Kohl, Sellerie und Kartoffelsäcke. 1945 habe die Stadt den Markt auf den heutigen Marktplatz verlegt, schreibt Elsener. Dem Platz am See sei der Name Kabisplatz geblieben, die folgenden Generationen hätten ihn weiter so genannt.

Rorschach wird wieder zur Stadt

Allein auf der Feldmühle-Industriebrache plant Rorschach den Bau von 300 Wohnungen, die Transformation von der Industrie- zur Wohnstadt am See läuft auf Hochtouren. Doch es gibt Knacknüsse – wie die doppelt so teure Bahnunterführung.
Marcel Elsener