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Rorschacher Firmen nehmen den Brexit gelassen

Ende Oktober will Grossbritannien aus der EU austreten. Das könnte auch Firmen aus der Region treffen – doch auf eine andere Art wie angenommen.
Ines Biedenkapp
Der drohende Brexit Ende Oktober könnte auch Auswirkungen auf international tätige Firmen rund um Rorschach haben. (Bild: Getty Images/Jack Taylor)

Der drohende Brexit Ende Oktober könnte auch Auswirkungen auf international tätige Firmen rund um Rorschach haben. (Bild: Getty Images/Jack Taylor)

Ende Oktober will Boris Johnson, Premierminister von Grossbritannien, sein Land aus der EU führen. Das könnte weitreichende Folgen haben, nicht nur für Unternehmen aus der EU. Auch Firmen aus dem Region Rorschach könnte die neue Handelssituation treffen.

«Man muss davon ausgehen, dass der Brexit kommt», sagt Christian Walti, Geschäftsführer und Leiter des Regionalvertriebs Starrag AG aus Rorschacherberg. «Die grössten Auswirkungen des Brexits betreffen aber England selbst.» So könnten Zollabfertigungen etwa zu längeren Wartezeiten führen.

«Bei grossen Investitionsgütern ist das nicht so tragisch. Bei Ersatzteilen, ohne die eine Maschine nicht laufen kann, jedoch schon.»

Die Starrag AG hat eine enge Verbindung zu Grossbritannien, die Beziehungen zu den Geschäftspartnern seien stabil, sagt Walti. So würde der Brexit zwar thematisiert werden, «aber wir werden klar weiter nach Grossbritannien exportieren können», sagt er und ist mit dieser Einschätzung nicht allein.

Platz sechs der wichtigsten Exportpartner

Die Briten gehören zu den fünf wichtigsten Handelspartnern der Schweiz. Im Wahlkreis Rorschach wurden im ersten Halbjahr 2019 bereits 11,5 Millionen Franken in das Vereinigte Königreich exportiert, zeigt die Aussenhandelsstatistik der eidgenössischen Zollverwaltung. Damit liegt Grossbritannien auf Platz sechs der wichtigsten Exportpartner von Rorschacher Unternehmen.

Die Firma Regatron aus Rorschach erzielt zwischen vier bis fünf Prozent ihres Gesamterlöses mit Kunden aus Grossbritannien. Bei den gelieferten Produkten handelt es sich um spezialisierte Investitionsgüter, schreibt das Unternehmen auf Anfrage. Für die nächsten zwölf Monate erwarten diese daher keine grösseren negativen Auswirkungen.

Im Austausch mit der britischen Botschaft

Im April dieses Jahres organisierte die IHK St. Gallen-Appenzell einen Informationsanlass zusammen mit der britischen Botschaft. Das Treffen sollte dem Austausch dienen. «Aber der Anlass ist auf sehr wenig Resonanz gestossen», sagt Jan Riss, Mediensprecher der IHK St. Gallen-Appenzell. In der Region Rorschach sehen die Unternehmen dem Brexit gelassen entgegen. Ein ähnliches Feedback erhält die IHK bei ihren internen und externen Export-Schulungen. Riss sagt:

«Auch hier ist der Brexit kaum ein Thema.»

Das habe anfangs zwar überrascht, führt die Handelskammer jedoch auf Bemühungen der Schweizer Regierung zurück. «Der Bund ist sehr aktiv», sagt Riss. «Sie haben etwa mit dem Fahrplan ‹Mind the Gap› verschiedene Abkommen geschlossen.» Damit soll die Partnerschaft der beiden Länder aufrechterhalten und nach Möglichkeit ausgebaut werden.

Freihandelsabkommen schaffen Sicherheit

Ähnlich sieht es Martin Schips, Geschäftsführer der Schips AG aus Tübach. Vor kurzem hatten sie zwar Besuch aus England, jedoch sei dies eher selten der Fall. «Prinzipiell spielt der Brexit im Verkauf keine grosse Rolle. Durch den Brexit kann es für unsere Kunden allenfalls komplizierter oder teurer werden», schreibt er auf Anfrage. Doch Abkommen wie das Freihandelsabkommen ohne Zölle seien eine grosse Erleichterung.

Diese seien eine gewisse Sicherheit, zeigt die IHK auf. «Gleichwohl zeigen sich Lücken, beispielsweise im für die Region Rorschach wichtigen Maschinenbau», sagt Riss. Dies liege daran, dass man nicht genau wisse, welche Auswirkungen ein ungeordneter Brexit etwa auf die Anerkennung britischer Erzeugnisse hätte, für welche die EU technische Normen vorschreibt. Zudem könne der Brexit hiesige Unternehmen auf eine ganz andere Art treffen:

«Die Region Rorschach hat einen sehr regen Handel mit der deutschen Industrie», sagt Riss.

«Diese erleben derzeit eine wirtschaftliche Abkühlung – nicht zuletzt aufgrund der Unwägbarkeiten des Brexits.» Dies könne dann auch Rorschach treffen.

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