Wegen Corona-Virus: Rorschacher Ehepaar ankert auf Kreuzfahrtschiff vor Sydney

Das ehemaligen Besitzer eines Elektronikfachgeschäfts in Rorschach, Bruno und Felicitas Eisenring, befindet sich auf einer Kreuzfahrt rund um den Globus. Auf dem Schiff scheint alles entspannt, auch wenn es nicht in allen Häfen willkommen ist.

Martin Rechsteiner
Hören
Drucken
Teilen
Bruno und Felicitas Eisenring vor ihrem ehemaligen Elektronikfachgeschäft in Rorschach. Maria Kaiser-Dort führt als Nachfolgerin von Urs Widmer neu den Verband.

Bruno und Felicitas Eisenring vor ihrem ehemaligen Elektronikfachgeschäft in Rorschach. Maria Kaiser-Dort führt als Nachfolgerin von Urs Widmer neu den Verband.

Bild: Res Lerch (November 2016) Bild: Richard Lehner

Immerhin Reisen geht noch. Jedenfalls auf der anderen Seite der Welt. Das Ehepaar Bruno und Felicitas Eisenring aus Rorschach macht derzeit eine 140-tägige Kreuzfahrt rund um den Globus.

Derzeit ankert ihr Schiff, die MS Artania, in Australien im Hafen von Sydney. Rund 1200 Passagiere und 500 Besatzungsmitglieder fasst der Dampfer. Und bis jetzt sei fast überall ein Landgang möglich gewesen, sagt Bruno Eisenring.

«Wie auf der Arche Noah»

Während in Europa Länder wegen des Corona-Virus Reisestopps verhängen und ihre Grenzen dichtmachen müssen, scheint die Lage in der Südsee derzeit entspannt. Mehr oder weniger zumindest: «An Bord der ‹Artania› wurden zwar die Hygienevorschriften verschärft», sagt Eisenring. «Aber ansonsten herrschen weder Angst noch Unsicherheiten. Es lässt sich jedenfalls niemand etwas anmerken.» Die Stimmung sei gut, krank sei niemand. Er fühle sich beinahe wie auf einer sicheren Arche Noah – weitab vom Pandemiegeschehen, sagt Eisenring. In Australien sei die Lage derzeit jedenfalls ruhig.

In Indonesien, welches die «Artania» im Februar passiert hat, gab es laut der Website «Kreuzfahrt Aktuelles» wegen Corona-Sicherheitsmassnahmen allerdings Schwierigkeiten. So konnte das Schiff offenbar nicht in alle Häfen einlaufen, die auf dem Reiseplan standen. Anscheinend gab es aber ein Alternativprogramm für die Passagiere.

Einreisen in die USA könnte schwierig werden

Eine Hürde erwartet die Reisenden allerdings noch. Auf dem Routenplan des Schiffs liegt New York. «Die USA werden wahrscheinlich der schwierigste Fall», sagt Eisenring. Ab Samstag wollen die Vereinigten Staaten zum Beispiel 30 Tage lang Einreisen aus Europa verbieten. Wie es mit Passagieren aus dem Südpazifikaussehe,falls die USA ihre Einreisevorschriften noch einmal verschärfen, ist derzeit unklar. Eisenring gibt sich zuversichtlich. «Durch die Reisen über die Meere befinden wir uns auf dem Schiff ja regelmässig für längere Zeit in einer Art Quarantäne ohne Kontakt zum Land.»

Doch jetzt wollen die Eisenrings erst einmal Australien geniessen. Grosse Veranstaltungen sind in Down Under nicht von einem Verbot betroffen. «Wir haben Tickets für das Stück ‹Carmen› im Opernhaus von Sydney bekommen und freuen uns auf die Vorstellung von heute Abend.» (mre)