Zweiter Jet für People's Viennaline

ALTENRHEIN. Die People's Airgroup verhandelt aktuell noch mit vier Airlines, die Interesse bekunden, die geplante Linienverbindung Altenrhein-London City auf eigene Regie zu fliegen. Die Viennaline selbst will einen weiteren Embraer-Passagierjet leasen. Fliegen will sie damit aber nur im Ausland.

Rudolf Hirtl
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Die 76plätzige People's-Maschine hebt ab in Richtung Wien. In absehbarer Zeit soll eine andere Airline Fluggäste ab Altenrhein in die City von London bringen. (Bild: Tino Dietsche)

Die 76plätzige People's-Maschine hebt ab in Richtung Wien. In absehbarer Zeit soll eine andere Airline Fluggäste ab Altenrhein in die City von London bringen. (Bild: Tino Dietsche)

People's CEO Armin Unternährer hat vor seinem Engagement in Altenrhein mehrere Jahre in Kalifornien gelebt und gearbeitet. Mittlerweile fühlt sich der Luzerner in der Ostschweiz zu Hause, hat sich am Bodensee auch ein Haus gekauft. Doch beim Blick durch das Fenster, an das wieder mal Regen prasselt, kann er sich einen leichten Seufzer nicht verkneifen. Zu schön, die Erinnerungen an das sonnige Wetter an der Pazifikküste. Auf seinen Beruf angesprochen, hellt sich sein Blick aber rasch wieder auf. «Ich fühle mich sehr wohl hier. Der Job bietet Tag für Tag neue Herausforderungen.» Eine dieser Herausforderungen ist es, eine Airline zu finden, die die Linienverbindung Altenrhein–London City realisieren möchte.

Gespräche mit vier Airlines

Laut einer Studie der Fachhochschule St. Gallen ist das Potenzial für eine Linienverbindung vorhanden (Tagblatt vom 12. Juni). Die Viennaline selbst kann diese Flüge nicht durchführen, da für den steilen Anflug auf den Flughafen London City Flugzeuge und Crews eine spezielle Zulassung brauchen; eine Umrüstung zudem teuer wäre. Aus diesem Grund sucht die People's Airgroup eine Airline für die Flüge in die englische Hauptstadt. Fünf Interessenten haben sich laut Unternährer gemeldet. Mit vier potenziellen Partnern laufen aktuell noch Gespräche, wobei es schwierig sei, eine Fluggesellschaft zu finden, die die Flüge in eigener kommerzieller Verantwortung übernehme. Heisst; auch Marketing und Ticketverkauf müssten übernommen werden. «Eine Zusammenarbeit mit jemandem aus England ist wahrscheinlicher. Nur die beiden täglichen Flüge zwischen London und Altenrhein würden nicht rentieren. Daher kann es nur eine Airline sein, die zwischen diesen Flügen mit ihrem Flugzeug eine weitere Destination ab London bedient.»

Denkbar sei aber auch, dass Altenrhein als Zwischenstop in einen bereits bestehenden Linienflug eingebunden wird. Von einer Airline also, die London City bereits mit einer anderen europäischen Stadt verbindet. Ein Starttermin für die Flüge nach London lässt sich momentan nicht fixieren. «Davon sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Zwei zusätzliche Rotationen wären aber für den People's Airport auch aus wirtschaftlicher Sicht sehr wertvoll», so Unternährer, der nach wie vor guter Dinge ist, dass die London-Flüge zustande kommen.

Viennaline erweitert Flotte

Bereits weit fortgeschritten sind hingegen Pläne von People's, einen zweiten Passagierjet zu leasen. Stationiert werden soll der zusätzliche E170 des brasilianischen Herstellers Embraer in einer europäischen Stadt mit eigenem Flughafen. Der 76plätzige Flieger soll laut des People's-CEO von dort aus operieren, wobei Wien in die Strecke eingebunden werden müsse, damit Crew und Flugzeug dort ausgetauscht werden könnten. Das Set-up sei so gedacht, dass eine Partnerfirma als Commercial Courier die Flüge an verschiedene Destinationen über das IT-System von People's verkauft und die People's Viennaline Crew und Flugzeug zur Verfügung stellt.

In welchem Land People's seine zweite Maschine stationieren will, möchte Unternährer noch nicht verraten. Das Projekt sei aber bereits weit gediehen, wesentliche Gespräche seien geführt, und in den nächsten zwei Monaten werde People's dem angestrebten Partner eine konkrete Offerte unterbreiten.

Auch ohne diese beiden Projekte ist die People's Airgroup auf Kurs. Zahlen werden zwar keine genannt, doch bewegen sich diese, ebenso wie im vergangenen Jahr, im schwarzen Bereich.

Armin Unternährer CEO People's Airgroup (Bild: rtl)

Armin Unternährer CEO People's Airgroup (Bild: rtl)