Wenn Menschen in Not geraten

Der Zahnarzt empfiehlt eine Zahnsanierung. Es fehlen aber die finanziellen Mittel. Ein Fall für die CF-Frauen der Region. Seit mehr als 15 Jahren unterstützen sie Menschen in Not. Seit April haben sie eine neue Präsidentin, Ursula Widmer.

Marianne Bargagna
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Die neue CF-Präsidentin Ursula Widmer aus Goldach. (Bild: Marianne Bargagna)

Die neue CF-Präsidentin Ursula Widmer aus Goldach. (Bild: Marianne Bargagna)

REGION. Jugendlichen, Alleinerziehenden sowie in Not geratenen Familien helfen, das wollen die CF(Circle Feminine)-Frauen. Seit 1995. Und sie werden es auch in Zukunft tun. Das sagt die neue Präsidentin Ursula Widmer aus Goldach. Sie hat Silvia Duss aus Rorschacherberg abgelöst. Die Gesuche um Unterstützung werden in den nächsten vier Jahren, so lange dauert eine Amtsdauer einer CF-Präsidentin, auf dem Tisch von Ursula Widmer landen.

Verantwortung übernehmen

Seit fünf Jahren ist Ursula Widmer bei den CF-Frauen, einem konfessionell und politisch neutralen Verein mit Sitz in Rorschach. Damals, als sie dem Verein beigetreten sei, habe sie noch nicht so viel Zeit gehabt, ein zusätzliches Amt zu übernehmen, sagt sie, die in der Arztpraxis ihres Mannes mithilft, den Haushalt mit zwei erwachsenen Kindern führt und noch bis Ende Jahr im Goldacher Schulrat sitzt. Jetzt habe sich aber die Situation etwas geändert, habe sie mehr Zeit, auch mehr Verantwortung zu übernehmen. Diese trägt sie seit April. Sie lächelt. Am ersten Tag nach der Übernahme des Präsidiums sei auch schon das erste Gesuch bei ihr eingetroffen. Der Präsidentin obliegt es jeweils, erste Abklärungen zu treffen und die Gesuche dann an einer der monatlichen Sitzungen dem Vorstand vorzulegen. Die meisten Gesuche kämen übrigens von Schweizerinnen und Schweizern, sagt Ursula Widmer.

Ein Blick in den Jahresbericht 2011 zeigt die Vielfältigkeit der Gesuche: Gutscheine für Esswaren, Kleider, Schuhe und Sportkleider, Übernahme von Heiz- und Stromkosten, Kosten für Spielgruppen, Umzugskosten, Zahnbehandlungskosten sowie Sportvereinsbeiträge. Neu wurden im vergangenen Jahr auch Überbrückungshilfen gewährt, verbunden mit der Verpflichtung einer teilweisen Rückzahlung, die, so ist im Jahresbericht nachzulesen, «vollumfänglich geleistet wurden».

Grundsätzlich würden aber keine Geldbeträge ausbezahlt, sagt Ursula Widmer. Sondern es würden die Rechnungen oder Beiträge an Fachstellen bezahlt sowie Gutscheine ausgestellt. Im vergangenen Jahr leisteten die CF-Frauen Zuwendungen in der Höhe von 27 450 Franken. Die finanziellen Mittel der CF-Frauen setzen sich übrigens zusammen aus Eintritts- und Jahresbeiträgen der Mitglieder, Beiträgen von Gönnerinnen und Gönnern, Erlösen aus Anlässen sowie Spenden von Privatpersonen und Firmen.

Offene Ohren und Augen

Für die neue CF-Präsidentin ist die Arbeit des Vereins wichtig. Dass die Abklärungen immer schwieriger werden, der zeitliche Aufwand immer grösser wird, das vermag die 53-Jährige nicht abzuschrecken. Im Gegenteil. Die CF-Frauen könnten unbürokratisch helfen, sagt sie. Und das sage ihr zu, denn der soziale Gedanke sei ihr stets wichtig gewesen. Die unbürokratische Hilfe ist das eine. Das andere die Überprüfung, ob das Engagement auch nachhaltig ist. Und eben in diesem Bereich sieht Ursula Widmer noch etwas Nachholbedarf.

Doch sie wird, wie ihre Vorgängerinnen, zusammen mit allen CF-Frauen weiterhin versuchen, «im Rahmen der Möglichkeiten, die zunehmende Not zu lindern und für Benachteiligte in der Region ein offenes Auge und Ohr zu haben», wie es die abtretende Präsidentin Silvia Duss in ihrem Jahresbericht formuliert.