Reinspringen in die Arbeit

Dort, wo der älteste Mammutbaum der Schweiz steht, engagieren sich Jugendliche in der Gartenpflege. Die Firma Rheinspringen hat das Projekt initiiert, das den Jugendlichen Gelegenheit gibt, die Arbeitswelt kennenzulernen.

Marianne Bargagna
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Reinspringen in die Arbeit: Drei Jugendliche und ihre Betreuer Rob van der Linden, Damian Gött, Hans-Jakob Bärlocher (hinten von links) sowie Hausoberer Stephan Dähler und Bruder Markus (vorne von links). (Bild: Marianne Bargagna)

Reinspringen in die Arbeit: Drei Jugendliche und ihre Betreuer Rob van der Linden, Damian Gött, Hans-Jakob Bärlocher (hinten von links) sowie Hausoberer Stephan Dähler und Bruder Markus (vorne von links). (Bild: Marianne Bargagna)

THAL. Aus der Zeit der Fürsten von Hohenzollern stammt der Park rund ums Gymnasium Marienburg. Noch nicht ganz so alt ist die St. Galler Firma Rheinspringen. Seit 2007 unterstützt sie junge Leute auf dem Weg in die Arbeitswelt. Für bis zu acht Jugendliche aus dem Kanton ist der Park eine Station auf diesem Weg. Hierher geführt hat sie Damian Gött, einer der Rheinspringen-Gründer und ehemaliger Schüler am Gymnasium Marienburg. Kein Wunder also, dass ihm, als er beim Hausoberen der Steyler Missionare, bei Stephan Dähler, anklopfte, die Türen geöffnet wurden. «Im Garten gibt es immer etwas zu tun», sagt Dähler.

Arbeit bis November

Zum Beispiel in der Mariengrotte, die dieses Jahr 75jährig wird. Sie ist etwas verwittert. Die Steinstufen zur Grotte bröckeln. Genug Arbeit also für die Jugendlichen. Kräftig stechen sie die Schaufeln in die Erde. Karren das ausgehobene Erdreich weg. Entfernen schadhafte Steine, einheimische Sandsteine, ersetzen diese mit ganzen, die sie im Steinbruch Bärlocher in Staad holen können. Dabei steht ihnen der Betreiber des Steinbruches, Hans-Jakob Bärlocher, mit Rat und Tat zur Seite. Im Park selber werden die Jugendlichen von Landschaftsgärtner Rob van der Linden angeleitet.

Ist die Mariengrotte restauriert, ist die Arbeit im Park aber noch lange nicht getan. Wiesen müssen gemäht, Sträucher gepflegt werden. Und im Herbst muss unter anderem Laub zusammengerecht werden. Auch dann kann Bruder Markus, der in der Marienburg für die Umgebung verantwortliche Steyler Missionar, auf die tatkräftige Unterstützung der Jugendlichen zählen, denn das Projekt läuft bis November.

«Sie wollen anpacken»

Damian Gött erklärt das Ziel des Projektes: Die Jugendlichen sollen auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet und erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert werden. Mit der Pflege der Gartenanlage erhielten sie eine gute Gelegenheit, die Arbeitswelt kennenzulernen und sich praktisch und sozial zu engagieren. Für Damian Gött eine gute Schulung. Denn die Jugendlichen lernten so auch Pünktlichkeit und Verbindlichkeit. Und mit einem Blick auf die jungen Männer im Park der Marienburg stellt er fest: «Sie haben Energie, wollen anpacken.»