Mehr als nur Kerzenlicht

GOLDACH. Jugendliche aus dem Dekanat Rorschach folgen dem Ruf, während der Lichtnacht zu singen, zu beten, nachzudenken. Sie fühlen dabei eine sie nie mehr in Ruhe lassende Kraft in sich selbst.

Peter Beerli
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Hunderte von Kerzen brannten am Samstagabend in und vor der katholischen Kirche in Goldach. (Bild: Michaela Rohrer)

Hunderte von Kerzen brannten am Samstagabend in und vor der katholischen Kirche in Goldach. (Bild: Michaela Rohrer)

Eine Lichtnacht für Jugendliche und junge Erwachsene, zu welchen auch ältere Menschen stossen, ist am Samstag vor dem dritten Advent angesagt. Erster Eindruck bilden Hunderte von Kerzen. Sie geben den eintreffenden Jugendlichen aus dem Gebiet zwischen Tübach und St. Margrethen Licht für das letzte Wegstück zum Eingang in die Mauritiuskirche. Sie beleuchten auch das Innere des Gotteshauses. Zudem bekommen die Teilnehmenden eine eigene Kerze, welche im Laufe des Abends entzündet und sie nach Hause begleiten wird.

Was bringt diese Nacht?

Diese Lichter schenken eine vom Alltag losgelöste Atmosphäre, laden ein, in Musik und Texte zu versinken. Wer sich vorgestellt hätte, man würde bis zum Morgen hinein ins Lichtermeer schauen, schweigen und singen, liegt falsch. Die Lichtnacht dauert knapp zwei Stunden. Was von ihr bleibt, ist viel mehr als das Licht der vielen Kerzen. Die vermittelten Gedankenanstösse dürften noch während einer weit über den Abend hinausgehende Zeit beschäftigen.

Gesänge in vier Sprachen

Pastoralassistent Roman Rieger und ein Chor helfen, sich in die aus Taizé stammenden Lieder mit Texten in vier Sprachen einzustimmen. Judith Romer-Bopp und Rainer Böhm vom Arbeitskreis Jugend im Dekanat Rorschach haben die Lichtnacht vorbereitet. Einige Jugendliche haben dabei geholfen. Ein Bibeltext und Ausschnitte aus dem durch den Tod des Friedensnobelpreisträgers aktuell gewordenen Mandela-Film regen zum langen Schweigen und zum Nachdenken an.

Ein Feuer brennt in uns

«Ihr seid das Licht der Welt», liest Judith Romer-Bopp aus der Bibel. Im Film geht es um Bewältigung von Angst. Gemeinsam bekennen die jungen Menschen den Glauben an eine Kraft, die sie nie in Ruhe lässt und ihr Leben lang daran erinnern wird, dass es Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen geben muss. «Ich glaube, dass diese Kraft in mir Gott selber ist, und das Feuer, das in mir brennt, ist seine Liebe zu mir und zu allen Geschöpfen auf dieser Welt», beten sie. Mit der Kollekte für eine sich in Pakistan für ärmste der Armen einsetzende Ordensfrau geben die Jugendlichen etwas von dieser Liebe weiter.