125 Jahre turnen und Feste feiern

HORN. Der Horner Turnverein blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Trotz Unterbrüchen während der Weltkriege fanden sich die Turner immer wieder zusammen. Kommenden Samstag feiert der Verein das 125-Jahr-Jubiläumsfest.

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Mitglieder des Turnvereins Horn vor der Eiche beim Rathaus, die vor 25 Jahren anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums gepflanzt wurde. (Bild: Rudolf Hirtl)

Mitglieder des Turnvereins Horn vor der Eiche beim Rathaus, die vor 25 Jahren anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums gepflanzt wurde. (Bild: Rudolf Hirtl)

Im Turnen und im Unihockey sind die Mitglieder des Turnvereins Horn nicht mehr so erfolgreich wie in den Anfangsjahren. Dafür pflegen sie den «Zäme-Hock(ey)» umso mehr. «Wir geniessen die typischen Vorteile eines Dorfvereins; den Zusammenhalt, das Miteinander», sagt Präsident Heinz Göldi. Werte, welche sie am kommenden Samstag, 20. Juni, mit der Bevölkerung teilen möchten. Dann organisiert der Verein auf dem Zollplatz am See ab 18 Uhr das 125-Jahr-Jubiläumsfest. «Wir freuen uns darauf, mit den Hornern an einen Tisch zu sitzen und alte Geschichten aufleben zu lassen und neue Kapitel zu schreiben.»

Mitgliederzahl steigt wieder

Dass gefeiert werden kann, stand vor nicht allzu langer Zeit auf der Kippe. «Wir haben uns vor einigen Jahren überlegt, wegen der geringen Mitgliederzahl den Verein aufzulösen», sagt Göldi. Glücklicherweise entschieden sich die wenigen verbliebenen Turner dagegen. Nun steigt die Mitgliederzahl wieder – momentan zählt der Verein 26 Aktivmitglieder.

Beachtliche turnerische Erfolge

Der Turnverein Horn wurde 1890 im damaligen Restaurant Sternen gegründet. Zwei Faktoren begünstigten die Entstehung. Erstens der Bau des neuen Schulhauses an der Tübacherstrasse mit neuem Turnkeller. Zweites die Anstellung des turnbegeisterten Lehrers Wilhelm Wellauer, welcher zugleich der erste Oberturner wurde.

Über hundert Jahre lang war der Turnverein dann turnerisch tätig und konnte zum Teil beachtliche turnerische Erfolge feiern. Davon zeugen heute noch die Lorbeer- und Olivenzweige im Turnkasten in der Turnhalle. Der Verein erlebte nebst den Erfolgen zwei Weltkriege. Als 1914 der Erste ausbrach, turnten die Mitglieder so gut es ging weiter. Nach Kriegsende normalisierte sich der Turnbetrieb wieder, bis ins Jahr 1939: Die wehrfähigen Turnern wurden in den Aktivdienst einberufen. Ein geregelter Turnbetrieb war unmöglich. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm der Turnverein aber wieder an einem Kantonalen Turnfest teil.

Erste Frau wird Aktivmitglied

Nach den schwierigen Zeiten folgten die goldenen Jahre des Vereins mit etlichen Teilnahmen an Kantonalen und Eidgenössischen Turnfesten. 1987 wurde erstmals eine Frau als Aktivmitglied in den Turnverein aufgenommen. 1988 trat Oberturner Heinrich (Heini) Schmid zurück. Erstmals in seiner Geschichte hatte der Turnverein Horn keinen aktiven Oberturner mehr. Schmid führte sein Amt dann noch bis 1991 ad interim weiter. Wie viele andere kleine Vereine hatte der Turnverein Horn damit zu schaffen, die Jugendlichen zum Eintritt in den Verein zu bewegen. 1991 nahmen die Horner zum letzten Mal an einem Eidgenössischen Turnfest statt. 2013 trat der Verein aus dem Schweizerischen und Kantonalen Turnverband aus.

Unihockey statt Turnen

Die vergangenen 25 Jahre waren nicht mehr durch das Turnen geprägt. Das Unihockey-Spiel trat je länger je mehr in den Vordergrund – und natürlich das anschliessende gesellige Beisammensein. «Auch unser Verein hat mit den Zeichen der Zeit zu kämpfen. Immer weniger Leute wollen sich in ihrer Freizeit verbindlich engagieren», sagt Göldi. Trotzdem hat es der Mitglieder-Kern geschafft, den Verein am Leben zu halten. «Zudem haben wir als Verein immer wieder einen Beitrag für die Horner Bevölkerung geleistet und wollen das auch in Zukunft tun. Beispielsweise mit der Organisation des <Schnellsten Horner>. Und nun auch mit dem Jubiläumsfest, an das alle herzlich eingeladen sind.» (pd/ren)