Eltern vernetzen und stärken

Das Projekt der Stadt und der Schule für die Frühförderung, geleitet von Verena Natali und Elisabeth Reichle, ist gut angelaufen. Die Eltern schätzen den Austausch und die Empfehlungen.

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rORSCHACH. Motiviert treffen sich bis zu sieben Eltern mit ihren Kindern – alle im Alter von circa drei Jahren – in den Räumen der Spielgruppe Seestern. Sie haben eines gemeinsam: Sie möchten ihre Kompetenzen in der Kleinkindererziehung erweitern und ihre Kinder so auf den bevorstehenden Beginn des Kindergartens vorbereiten. «Vorbei sind die Zeiten als sich alle einig waren, wie genau Kinder zu erziehen und zu fördern sind», sagt Guido Etterlin, zuständig als Stadtrat für die frühe Förderung von Kindern. Zudem sei das Angebot für Kinder viel breiter als früher und die Versuchungen mit Computer und Fernsehen oft zu gross. Und genau da setzt das Projekt an. «Wir diskutieren mit den Eltern Alltagssituationen», sagt Verena Natali, «und wir stellen fest, dass alle Eltern mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.» Es tue gut, zu erleben, dass man nicht alleine sei, ergänzt Elisabeth Reichle. Zudem schätzten die Eltern den Austausch und die Empfehlungen, die sie nach dem Kurs zu Hause direkt umsetzen können. So wird in den Frühförderkursen viel gespielt, experimentiert und gelacht.

Knete statt Fernseher

Eine ideale Förderung der Kleinen bedinge keine teuren Spielgeräte oder aufwendige Unterhaltungsprogramme. «Oft sind es die einfachen Spiele, die die Kinder faszinieren und weiterbringen», sagt Reichle. Es brauche nur wenig wie zum Beispiel Knetmaterial, das man gemeinsam herstellen könne, Schachteln, Tücher oder Wegwerfmaterialien, um die Spiel- und Sprachentwicklung der Kinder zu fördern und zu unterstützen. Im Kurs «Grenzen setzen» lernen Eltern, ihren Kindern oder deren Versuchungen zu widerstehen. «Beim Fernsehen ist das für die Mütter und Väter manchmal zermürbend», weiss Natali. Mit einem zurückhaltenden Umgang könne aber viel erreicht werden. Vor allem sei es wichtig, dass der Fernseher nicht im Kinderzimmer stehe.

Für einen positiven Schulstart

Die Frühförderung ist Teil des Projets Urbain. Man stellte bei vergleichbaren Projekten in den Nachbargemeinden fest, dass Unterstützung in diesem Bereich erfolgreich ist. «Wir vernetzen junge Eltern und stärken sie damit in der anspruchsvollen Erziehungsarbeit», meint Etterlin. «Vom Projekt erhoffen wir uns eine nachhaltige positive Wirkung für den Schulstart.» Dazu gehöre auch die Stärkung der Spielgruppe. Das Frühförderprojekt ist eine ideale Ergänzung zu dieser, da im Projekt die Elternarbeit an erster Stelle steht. Alle Beteiligten sind motiviert, sich weiter für diese spannende Aufgabe zu engagieren.

Mit dem Umzug der Spielgruppe an die Promenadenstrasse wird auch die Frühförderung im Sommer dorthin umziehen. (pd.)

Auszug aus dem Kursprogramm der Frühförderung: Sinnvolle Spiele und Beschäftigungsmöglichkeiten für 3jährige Kinder; Sprachentwicklung; Ernährung und Bewegung, Regeln und Grenzen, Freizeitgestaltung