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Rorschach und Staad werden in der S-Bahn falsch angezeigt

Auf der Thurbo-Linie S3 nach St.Margrethen werden seit einem Monat die Haltestellen Rorschach und Staad zum falschen Zeitpunkt eingeblendet und angesagt. Der Wirrwarr ärgert Bahnreisende.
Sandro Büchler
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember spinnt die Anzeige in der S3 Richtung St.Margrethen. (Bild: Sandro Büchler)

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember spinnt die Anzeige in der S3 Richtung St.Margrethen. (Bild: Sandro Büchler)

Manch ein Zugreisender reibt sich auf der S-Bahn-Linie 3 zwischen St.Gallen und St.Margrethen derzeit verwundert die Augen. Denn seit dem Fahrplanwechsel Anfang Dezember passiert es immer wieder, dass die falsche Haltestelle angezeigt und bereits der nächste oder übernächste Stopp durch die Lautsprecher angesagt wird.

In Goldach springt die Anzeige bereits auf Rorschach; am Rorschacher Stadtbahnhof leuchtet dagegen schon Staad auf. Das Tonband zählt munter vorausliegende Stationen auf. Bei Pendlern sorgt der Fehler für Kopfschütteln, sie lassen sich von den falschen Anzeigen aber nicht ins Bockshorn jagen. Für andere Passagiere ist das Chaos ein Ärgernis, die Verwirrung scheint komplett. Mehrmals schon fragten Ortsunkundige während der Fahrt bei Mitreisenden nach, wo man denn nun überhaupt sei.

In der Software fehlen drei Kilometer

Werner Fritschi, stellvertretender Geschäftsführer der Thurbo AG ist die aus dem Takt geratene Anzeige bekannt: «Es handelt sich hier um einen Fehler in der Programmierung.» Die Anzeige und die Ansage würden automatisch ablaufen und richten sich nach der zurückgelegten Distanz. Zum Fahrplanwechsel vor einem Monat wurde für die S3-Bahnlinie eine neue Ansage und Anzeige programmiert, sagt Fritschi.

«Doch die Distanzangabe für den Streckenabschnitt wurde falsch justiert. Es fehlen darin drei Kilometer.»

So rennt die Anzeige also der Zeit voraus. Man sei von einem Kunden auf den Fehler aufmerksam gemacht worden, sagt Fritschi. Deshalb habe man reagiert und die Lokführer angewiesen, die Anzeige und die Durchsage in St.Gallen St.Fiden manuell anzuhalten und später wieder laufen zu lassen. Einige Lokführer würden die Ankündigung der Stationen hingegen ganz abschalten. «Die Passagiere sind aufmerksamer, wenn gar nichts kommt», sagt Fritschi. Lieber keine Durchsage, statt eine falsche, lautet die Devise der Thurbo-Führung.

Die Zug hält in Goldach, anzeigt wird jedoch Staad. Thurbo kennt den Fehler und will ihn beheben. (Bild: Sandro Büchler)

Die Zug hält in Goldach, anzeigt wird jedoch Staad. Thurbo kennt den Fehler und will ihn beheben. (Bild: Sandro Büchler)

Das Vorgehen stösst bei Norbert Schmuck vom Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen in St.Gallen auf wenig Verständnis. Denn was bei den meisten ÖV-Nutzern lediglich Verwirrung stiftet, könne für Blinde und sehbehinderte Personen zu einem handfesten Problem werden. Vor allem die falsche – oder gar ausbleibende – Durchsage der Haltestellen sei problematisch, sagt Schmuck.

«Für blinde Personen ist eine korrekte akustische Ansage der Haltestellen sehr wichtig.»

Stimmen die angekündigten Orte nicht oder gäbe es gar keine Ansagen, sei eine blinde Person verloren. Insbesondere, wenn sie die Strecke nicht kennen würde.

Auch für sehbehinderte Menschen sei eine falsche Anzeige verwirrend, sagt Schmuck weiter. «Wenn sie Rorschach lesen, aber akustisch Staad hören, führt dies zu Fragezeichen.» Dasselbe gelte im Übrigen auch für sehende Menschen, denen die Strecke nicht geläufig ist.

Thurbo verspricht Korrektur

Betroffen von der fehlerhaften Anzeige sei nur die S3 in Richtung St.Margrethen, sagt Thurbo-Sprecher Fritschi. Zudem würden die Probleme nur bei einem älteren Fahrzeugtyp auftreten.

Man wolle den Fehler laut Fritschi nun beheben und sei dazu bereits in Gesprächen mit dem Hersteller der Software. Die Lösung lässt aber noch auf sich warten. «In zwei bis drei Wochen wurde uns eine korrigierte Software versprochen.» Bis dahin sollten Bahnreisende deshalb besser die Ortsschilder bei der Einfahrt in den Bahnhof statt die Anzeige im Zug beachten.

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