Wegen unklarer Kosten: Rorschach muss Abstimmung zur Strassenunterführung vertagen

An der Bürgerversammlung vom Dienstagabend hat Stadtpräsident Thomas Müller eingestanden, dass die Abstimmung über die Strassenunterführung nicht wie geplant am 19. Mai stattfinden kann. Die fehlende Kostensicherheit und neun Einsprachen könnten das Projekt um Jahre verzögern.

Rudolf Hirtl
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Thomas Müller gibt an seiner letzten Bürgerversammlung in Rorschach die Verschiebung der Abstimmung über die Unterführung bekannt.  (Bild: Benjamin Manser)

Thomas Müller gibt an seiner letzten Bürgerversammlung in Rorschach die Verschiebung der Abstimmung über die Unterführung bekannt.  (Bild: Benjamin Manser)

Mitte Januar wurde bekannt, dass die Strassenunterführung beim Stadtbahnhof 14,5 Millionen Franken teurer wird als geplant. Die Bürger müssen deshalb nochmals über den Kredit abstimmen. Neu rechnen die Planer mit einem Totalbetrag von 34,8 Millionen Franken. Der 13-Millionen-Franken-Anteil der Stadt Rorschach für die Strassenunterführung beim Stadtbahnhof, dem die Bürger 2016 zustimmten, reicht bei weitem nicht aus. Gut doppelt so viel wird die Unterführung die Stadt voraussichtlich kosten.

Synergien mit SBB-Bauarbeiten können nicht genutzt werden

«Wir werden die Abstimmung erst dann lancieren, wenn wir die volle Kostenwahrheit kennen. Dies werden wir bis Ende April nicht bewerkstelligen können», sagt Thomas Müller bei seiner allerletzten Bürgerversammlung. Er tritt bekanntlich Ende Jahr als Rorschacher Stadtpräsident zurück. Aus diesem Grund sei es nicht realistisch, die Abstimmung tatsächlich am Sonntag, 19. Mai, durchführen zu können. Ob die Abstimmung nun im Frühling oder erst im Herbst durchgeführt werde, ändere an der Situation nichts grundlegend.

Fakt ist allerdings, dass Synergien mit den SBB nun vermutlich nicht genutzt werden können. Diese modernisiert derzeit den Stadtbahnhof Rorschach und erstellt dabei ein weiteres Stück Doppelspur. Müller räumte ausserdem ein, dass neun Einsprachen eingegangen sind. Die Realisation der für die ganze Region wichtigen Unterführung dürfte so um Jahre nach hinten verschoben werden.