Rorschach hat Nachholbedarf bei der Kinderbetreuung - Besserung ist in Sicht

Die Nachfrage ist gross, das Angebot dürftig: Von einer Kinderbetreuung könnte die Hafenstadt profitieren, ist der Verein Familienzentrum Rorschach am See überzeugt. Bis zur Eröffnung sind noch Hürden zu nehmen.

Jolanda Riedener
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Jolanda Lerch und Lisa Cavalho (hinten, v.l.), Rebecca Ferraro-Perin und Giuseppa Lanzarone (vorne, v.l.) setzen sich für ein Kinderbetreuungsangebot in Rorschach ein. (Bild: Jolanda Riedener)

Jolanda Lerch und Lisa Cavalho (hinten, v.l.), Rebecca Ferraro-Perin und Giuseppa Lanzarone (vorne, v.l.) setzen sich für ein Kinderbetreuungsangebot in Rorschach ein. (Bild: Jolanda Riedener)

«Wir haben ein grosses Echo erhalten», sagt Giuseppa Lanzarone. Sie ist Präsidentin des Vereins Familienzentrum Rorschach am See. Im Dezember vergangenen Jahres ist er erstmals an die Öffentlichkeit getreten. Neben Lanzarone gehören Rebecca Ferraro-Perin, Jolanda Lerch und Lisa Carvalho zum Vorstand. Sie wollten damals am Rorschacher Bummelsonntag wissen, ob das Bedürfnis nach einer stundenweisen Kinderbetreuung in Rorschach besteht. Die Antwort ist mehr als deutlich positiv ausgefallen.

Seither hat sich einiges getan. Ein Lokal hat der Verein allerdings noch nicht gefunden. «Wir haben aber schon konkrete, passende Räumlichkeiten in Aussicht», sagt Vizepräsidentin Rebecca Ferraro-Perin. Spruchreif sei allerdings noch nichts. Auch müsse der Standort zentral gelegen und gut erreichbar sein. Mehrere von einander abtrennbare Räume seien für die Kinderbetreuung ebenfalls nötig.

Flohmarkt soll etwas Geld in die Kasse spülen

Die ehrenamtlich engagierten Frauen wollen in einem nächsten Schritt unter anderem flüssige Mittel für ihren Verein auftreiben. Am Sonntag, 5. Mai, verkaufen sie aus diesem Grund einige Dinge aus privatem Besitz am Flohmarkt in Altenrhein. Auch Sponsorenbriefe befinden sich im Abschluss. «Damit wir weitermachen können.»

Das aktuelle Angebot an Kinderbetreuung in Rorschach ist dürftig. Zwar gibt es einen Kinderhort und Spielgruppe sowie die Betreuung durch Tagesmütter. Eine stundenweise Kinderbetreuung wird aber nur sporadisch von der Kirche angeboten.

Neben der Kinderbetreuung ist das Familienzentrum auch zur Vernetzung zwischen den Eltern gedacht. Nicht nur Rorschacherinnen und Rorschacher, auch Personen aus den Nachbargemeinden haben Interesse gezeigt. «Es soll Müttern ermöglichen, wichtige Termine wie Bewerbungsgespräche, Arztbesuche oder Ähnliches wahrzunehmen», sagt Jolanda Lerch. Weiter sei das Angebot an Kinderbetreuung ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt.

Attraktiv für Gewerbe und Stadt

«Auch das Gewerbe würde von diesem Angebot profitieren», ist Rebecca Ferraro-Perin überzeugt. So könnten Eltern entspannt Einkäufe erledigen. «Wir wollen Rorschach etwas beleben und attraktiver machen», sind sie sich einig.

Womit der Vorstand nicht gerechnet hat, ist der administrative Aufwand, der mit der Gründung der Kinderbetreuung einhergeht. Es gibt viele Anforderungen an den Betrieb sowie Auflagen vom Kanton und der Stadt, die der Verein erfüllen muss, obwohl es sich nur um ein Betreuungsangebot von bis zu vier Stunden täglich handelt.
Nichtsdestotrotz rechnen die Gründerinnen, spätestens nach den Herbstferien in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen zu können. Der Kanton sei grundsätzlich sehr gewillt, solche Projekte zu unterstützen und habe das in mehreren anderen Gemeinden bereits nach gleichem Vorbild gemacht. Ein Beispiel in Grabs habe der Vorstand sich vor Ort angeschaut.

Um weitere finanzielle Mittel zu erhalten, werden die vier Frauen allenfalls eine Crowdfunding-Aktion durchführen. Die Suche nach Vereinsmitgliedern läuft ebenfalls. Auch hofft der Verein auf weitere Unterstützung aus dem Stadtrat. «Es gibt noch viel zu tun und es müssen noch diverse Gespräche geführt werden», sagt Jolanda Lerch.