Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Rorschach: «Arcade»-Wirt wird aus Lokal geworfen

Nach über drei Jahren muss Mirek Rohan sein Café Arcade an der Hauptstrasse verlassen. Die Stammgäste bedauern das. Der Wirt fragt sich derweil, was der wahre Grund für die Kündigung ist.
Noah Salvetti
Bald zapft er hier sein letztes Bier: Mirek Rohan muss sein Café Arcade an der Hauptstrasse 50 verlassen. (Bild. Noah Salvetti)

Bald zapft er hier sein letztes Bier: Mirek Rohan muss sein Café Arcade an der Hauptstrasse 50 verlassen. (Bild. Noah Salvetti)

Dreieinhalb Jahre ist es her, als Miroslav Rohan, genannt Mirek, an der Hauptstrasse 50 in Rorschach das Café Arcade eröffnete. Im Wissen, bei Weitem nicht der erste Beizer in der Hafenstadt zu sein, gab der junge Tscheche Vollgas. Nun nimmt die Geschichte ein jähes Ende: Bis zum 23. Dezember muss er das Lokal, das er selbst als «gute Mischung – keine reine Bar und auch kein reines Café» bezeichnet, räumen. Eine Kündigung flatterte einem Bekannten Rohans, über den das Mietverhältnis läuft, ins Haus. Die Begründung: hohe Lärmemissionen.

Ein Treffpunkt der Kulturen

Das «Arcade» sei ein Treffpunkt der verschiedenen Kulturen, sagt Rohan. Viele seiner Landsleute, aber auch Schweizer und Deutsche zählt er zu seiner Stammkundschaft. Nichtsdestotrotz sei es stets friedlich zugegangen: Manuela, Mirek Rohans Freundin, erzählt:

«Ein einziges Mal kam die Polizei. Als sie da waren, mussten die nur lachen. Sie fragten sich, warum sie extra von St. Gallen hierher gefahren waren.»

An der Eingangstür zum Lokal hängt ein Zettel, der die Gäste höflich bittet, ihre Getränke ruhig zu geniessen.

Ob die Lärmbelastung der wirkliche Grund ist, weshalb sich die Vermieterin vom Wirtepaar Mirek und Manuela trennt, stellen die beiden in Frage.

Strenge Regeln erschweren das Geschäft

Vertraglich seien restriktive Öffnungszeiten vereinbart worden. Von diesen sei man öfters abgewichen – man habe sich an den branchenüblichen Bestimmungen orientiert. «Es war schwer, innerhalb der strengen Regeln seine unternehmerischen Freiheiten auszuleben», sagt Rohan. Die Vermieterin habe man anfänglich auch zur Kundschaft zählen können, die vielen Einschränkungen hätten den Draht zu ihr jedoch zunehmend verschlechtert.

Nach einem Gang zur Schlichtungsstelle sei der Hinweis an der Eingangstür entstanden. Dass dies offenbar nicht ausreichte, bedauert Rohan. Er sei traurig darüber, das Lokal nun verlassen zu müssen.

«Es war eine Herzensangelegenheit, und die Gäste waren für mich wie eine zweite Familie.»

Neun von zehn Gastronomen müssen schliessen

Auch die Gäste Rohans bedauern das Aus des Lokals an der Hauptstrasse. «Die Leute werden ihre Feierabendbeiz vermissen», sagt Rohan. Ein Stammgast sagt: «Es ist schade. Hier hat sich jedermann wohlgefühlt.»

Auch er weiss: «Eine Beiz in Rorschach zu führen ist kein leichtes Unterfangen.» Neun von Zehn Gastronomen würde es aus finanziellen Gründen das Genick brechen, umso trauriger sei es, wenn Lokale aus anderen Gründen schliessen müssten. Mirek Rohan betont: Die Schliessung sei nicht finanzieller Natur. «Es lief immer gut.»

Eine Traueranzeige fürs « Arcade»

Die Traueranzeige, die ein Stammkunde für Rohan erstellte. (Bild: pd)

Die Traueranzeige, die ein Stammkunde für Rohan erstellte. (Bild: pd)

Ein Stammkunde war von der Nachricht der Schliessung gar so betroffen, dass er dem Wirt eine Traueranzeige gewidmet hat. Der Gastgeber hofft, dadurch schneller ein passendes neues Lokal zu finden. «Die treuen Kunden werden mir hoffentlich an den neuen Ort folgen.» Entsprechend wichtig ist ihm, weiterhin in Rorschach zu wirten. Denn er weiss: «Verlasse ich die Stadt, kann ich wieder bei Null beginnen.»

Die Vermieterin des Lokals wollte sich zu den Kündigungsgründen gegenüber dieser Zeitung nicht äussern. Am 15. Dezember wird im «Arcade» ausgetrunken, bevor die Lichter ausgehen. «Nächste Woche beginne ich, aufzuräumen», sagt Mirek Rohan.

Jetzt meldet sich die Vermieterin zu Wort:

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.