Respektvoll, offen und ehrlich reden

Der Themenabend «Sexualität in der Erziehung» stiess bei den Eltern auf grosses Interesse. Das im Zusammenspiel mit dem Impuls-Theater Liestal wurden Lösungen für den Alltag erarbeitet.

Bea Sutter
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Verena Gauthier-Furrer forderte die Rheintaler Eltern heraus, nach Lösungen zu suchen, wenn die Situation in der Familie kritisch wird.

Verena Gauthier-Furrer forderte die Rheintaler Eltern heraus, nach Lösungen zu suchen, wenn die Situation in der Familie kritisch wird.

Widnau. Gestern Abend fanden sich zahlreiche Frauen und auch eine respektable Anzahl Männer im Metropolsaal ein. Diese Eltern folgten der Einladung der Jugendkommission Widnau, sich mit Thema Jugend-Sexualität» auseinanderzusetzen. Marlen Hasler Präsidentin der Jugendkommission Widnau erläuterte, was der Auslöser für die Wahl dieses Themas war.

Was ist eigentlich normal?

Im Frühling wurde berichtet, dass es nun auch Kondome für 12-Jährige gebe. Eine Woche später kam die Meldung, dass Kinder bis zu 12 Jahren nur im Kindersitz im Auto mitfahren dürfen. «Was ist eigentlich normal?» habe man sich in der Kommission gefragt. Mit dieser Frage leitete Marlen Hasler zum Thema des Abends über. Nun spielte das Impuls Theater Liestal Szenen, wie sie im richtigen Leben mit Jugendlichen vorkommen. Ein Elternpaar hat zwei Kinder. Den 13-jährigen Lukas und die 14-jährige Alina.

Als die Eltern erfuhren, dass ihre Tochter einen Freund hat, reagieren sie unterschiedlich. Während die Mutter Verständnis hat, reagiert der Vater aggressiv.

Eltern suchen nach Lösungen

Verena Gauthier-Furrer von der Impuls Fachstelle für soziale Animation, Liestal, fragte ins Publikum, warum diese Eltern so reagieren und wie die Anwesenden besser machen würden. Wer eine Idee hatte, konnte die Rolle auf der Bühne übernehmen. So beruhigte eine Mutter ihren Mann und schlug vor, mit der Tochter zu reden.

Die Ängste sollte man offen aussprechen. In einer anderen Szene waren Alina und ihr Freund Boris allein im Zimmer, als plötzlich der Vater sie überraschte. Aus dem Publikum kamen Vorschläge, dass die Eltern den jungen Mann kennenlernen und den jungen Leuten mit Respekt begegnen sollten. Schliesslich erfuhren diese Eltern auch noch, dass ihr 13-jähriger Sohn Lukas Pornobilder auf dem Handy hat und diese einem 10-jährigen Nachbarsbub übermittelt hat. Die Eltern waren wieder mit einer heiklen Situation konfrontiert.

Auch da führt die Lösung nur über das offene Gespräch. Am Schluss des spannenden Abends war das Fazit: Paradelösungen gibt es keine. Aber der einzige Weg ist es, offen respektvoll und ehrlich miteinander zu reden.

Eltern und Tochter: respektvolle, ehrliche Gespräche sind ganz wichtig. (Bilder: Bea Sutter)

Eltern und Tochter: respektvolle, ehrliche Gespräche sind ganz wichtig. (Bilder: Bea Sutter)