Im Viertelfinal war Schluss

Das vielversprechende Tennistalent Facundo Yunis (11) vom TC Altstätten ist auch aufgrund widriger Umstände im Viertelfinal der Schweizer Juniorenmeisterschaft ausgeschieden.

Gerhard Huber
Drucken
Teilen
Facundo Yunis schaffte den Halbfinaleinzug knapp nicht. (Bild: Ulrike Huber)

Facundo Yunis schaffte den Halbfinaleinzug knapp nicht. (Bild: Ulrike Huber)

TENNIS. Nichts war es mit dem erhofften Spitzenplatz für Facundo Yunis vom TC Altstätten bei der Junior Champion Trophy Summer der Boys U12 von Swisstennis. Hinter dem komplizierten Namen steht die Schweizer Meisterschaft der Juniorinnen und Junioren, die letzte Woche auf der Anlage des TC Mönchaltorf in der Nähe von Zürich stattgefunden hat. Oder stattfinden hätte sollen, denn aufgrund des Dauerregens wurden die meisten Partien in der Halle in Bassersdorf gespielt.

«Das war schon auch Pech für Facundo», erzählt Vater Juan Yunis, gleichzeitig Trainer des elfjährigen Rheintaler Tenniscracks. «Wir hatten vorher absichtlich über vier Wochen hindurch ausschliesslich auf Sand trainiert. Jetzt musste Facundo auf einem Granulat-Hallenboden spielen, was natürlich eine andere Spielweise bedingt.» Anders als auf Sand müsse der Elfjährige hier nicht zwei Meter hinter der Grundlinie stehen, sondern von weiter vorne agieren, was eine grosse Umstellung mit sich bringe.

Unkalkulierbares Pech

Dennoch gewann der Altstätter Junior seine Achtelfinalpartie gegen Darius Pont aus Onex nach harzigem Beginn mit 3:6, 7:5 und 7:6 nach Tiebreak. Am Freitag sollte dann die Viertelfinalpartie gegen den Zweitgesetzten Jeffrey von der Schulenburg aus Küssnacht stattfinden. Und Vater und Sohn Yunis mussten auf dem Weg nach Bassersdorf feststellen, was unkalkulierbares Pech ist. Rechtzeitig am frühen Morgen von Altstätten in Richtung Zürich aufgebrochen, streikte auf der Autobahn das Auto. Nichts ging mehr. Bis der Abschleppwagen da war und mit Hilfe der Versicherung eine Weiterfahrgelegenheit aufgetrieben werden konnte, vergingen locker zwei Stunden. Gerade noch knapp vor Beginn des Tennismatches trafen Vater und Sohn in der Halle in Bassersdorf ein.

Ohne Aufwärmen ins Spiel

Facundo Yunis musste ohne Aufwärmen und Einschlagen in das Spiel. Zur Überraschung aller führte er nach kurzer Zeit mit 3:0 Spielen, was zeigt, dass der junge Athlet nicht nur sehr viel Talent mitbringt, sondern auch mental die richtige Einstellung hat. Doch dann war wohl das viele Adrenalin, das die ganze Aufregung hervorgerufen hatte, verpufft und machte eher die Beine schwer. So konnte sein Gegner Jeffrey von der Schulenburg den ersten Satz noch mit 6:4 für sich entscheiden.

Ausgeglichenes Spiel

Im zweiten Satz lag der Altstätter wieder mit 4:3 vorne, bevor er auch diesen Satz mit 4:6 verlor. «Es war dennoch ganz knapp», berichtet Juan Yunis, «beinahe jedes Spiel war ausgeglichen und wurde erst nach Vorteil entschieden. Facundo war natürlich über die Niederlage enttäuscht, aber er ist ein guter Verlierer und stand am Tag danach bereits wieder vier Stunden auf dem Tennisplatz.» Denn schliesslich steht am 9. und 10. August mit dem Junioren-Lizenzturnier «Swiss Tennis Junior Tour Lyss» das nächste wichtige Turnier bevor.

Jeffrey von der Schulenburg gelangte bis ins Finale, wo er sich in drei Sätzen mit 3:6, 6:2 und 1:6 dem Favoriten und Erstgesetzten Jean-Marc Malkowski aus Jongny geschlagen geben musste.