Die BSG Vorderland ist in der 1. Liga

Die BSG Vorderland steigt in die 1. Liga auf. Mit einem 31:23-Sieg im Rückspiel gegen den KTV Wil machten die Appenzeller in der bebenden Wies-Halle den Traum wahr.

Mäx Hasler
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Der 1.-Liga-Aufsteiger aus dem Vorderland: Verdientes Abklatschen mit den Fans. (Bild: Mäx Hasler)

Der 1.-Liga-Aufsteiger aus dem Vorderland: Verdientes Abklatschen mit den Fans. (Bild: Mäx Hasler)

HANDBALL. Die Sensation ist perfekt. Nach Appenzell City hat auch das Appenzeller Vorderland einen Vertreter in der ersten Liga. Nach der Pflicht in Wil machten die Vorderländer am Samstag alles klar und zeigten vor eigenem Publikum eine Kür, die sich gewaschen hat. Die entfesselt aufspielenden Vorderländer fegten, unterstützt von den toll mitgehenden Fans, den Gegner förmlich aus der Halle.

Marco Carbonara, zweiter Goalie des Gegners, sagte in der Halbzeitpause: «Obwohl wir nicht unbedingt aufsteigen wollen, haben wir uns dieses Spiel anders vorgestellt. Wir wollten uns eigentlich nicht abschlachten lassen. Nun hoffe ich auf eine gute zweite Halbzeit, in der wir zeigen können, dass wir besser sind als es das 19:7 zeigt.»

Entfesselte Gastgeber

Die Appenzeller begannen das Entscheidungsspiel nach dem Lärmtest der Fans, der schon etwa 190:10 für die heimischen Fans ausging, wie die Feuerwehr und liessen nichts anbrennen. Schon nach 25 Sekunden holte Labinot Povataj einen Siebenmeter heraus, der von Christian Bernet kaltblütig verwandelt wurde. Die BSG zog dann auf 7:0 davon, ehe Wil in der fünften Minute erstmals reüssieren konnte. Die Gastgeber schalteten und walteten dann nach Belieben und erhöhten kontinuierlich. Selbst eine Zwei-Minuten-Strafe nach 26 Minuten von Küng brachte die Appenzeller nicht aus dem Tritt. In Unterzahl erzielten sie zwei Treffer und sorgten für das frenetisch gefeierte Pausenresultat von 19:7.

Die Uhr tickte

In der zweiten Halbzeit begann sozusagen die 1.-Liga-Uhr zu ticken. Die Gastgeber schalteten zwar einen Gang zurück, waren aber nie in Gefahr, dass das Spiel noch kippen könnte. Besonders das 22:9 war, wie schon das 4:0 durch Michael Küng, ein sehenswertes Tor. Claudio Näf fing einen Auswurf des Wiler Goalies Raschle ab und leitete sofort zu Roger Wild weiter, der sich nicht zweimal bitten liess.

Auch das zweite Goal von Domenico Schwinn hätte das Zeug zum Tor des Tages. Mit der Faust verwertete er im Fliegen einen abgewehrten Ball von Raschle zum 28:15. Nun waren die Fans nicht mehr zu halten. Der Lärm wurde noch lauter und die Pauke vom Häädler Manolo tönte noch ohrenbetäubender. Die Vorderländer brachten ihren Vorsprung locker nach Hause. Die Gäste erzielten in den letzten 15 Minuten noch so viele Tore (11) wie vorher während 45 Zeigerumdrehungen, zu mehr als zum 23:32 reichte es aber nicht mehr.

Ostschweizer Meister möglich

Nebst einer geschlossenen Mannschaftsleistung sorgten Ramon Schwinn mit neun, Christian Bernet mit sechs und Michael Küng und Roger Wild mit je vier Toren nebst fünf weiteren Torschützen für den vielumjubelten Aufstieg. Spielertrainer Remo Wild meinte zum Spiel: «Ich habe eine Riesenfreude. Das ist das Resultat solider Arbeit. Wir haben in der vierten Liga angefangen und sind nun auf dem Höhepunkt. So Mitte Saison sprachen wir das erste Mal vom Aufstieg.» Dieser sei wohl verdient, weil die BSG in einer ausgeglichenen Gruppe von 32 möglichen Punkten nur zwei abgegeben hat. Wild sagte zudem: «Nun haben wir gegen Bruggen noch zwei Spiele und können Ostschweizer Meister werden. Jetzt wird aber zuerst gefeiert.»

Trainer Uwe Jungclaus sagte: «Ich freue mich riesig für die Jungs. Ich trainierte diese schon als sie noch Junioren waren. Für uns als kleiner Dorfclub ist das ein super Erfolg.» Die erste Liga sei sicher eine grosse Herausforderung. «Teure Verstärkungen können wir uns nicht leisten. Ich hoffe aber nicht, dass wir zum Kanonenfutter werden. Ein Problem dürfte die Halle werden, denn in der 1. Liga wird mit Harz gespielt. Wir sind aber an einer Lösung dran», erklärte Jungclaus.