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THAL. Nach dem Nein zum Durchgangsplatz in Thal steht der Kanton vor einem Problem. In Thal haben Fahrende nun keinen Platz mehr, Alternativen in anderen Gemeinden gibt es derzeit keine.

Linda Müntener
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Im Thaler Fuchsloch werden Fahrende künftig keinen Platz für ihre Wohnwagen vorfinden. Das Stimmvolk hat die Umzonung des Grundstücks mit knapper Mehrheit abgelehnt. (Bild: Corina Tobler)

Im Thaler Fuchsloch werden Fahrende künftig keinen Platz für ihre Wohnwagen vorfinden. Das Stimmvolk hat die Umzonung des Grundstücks mit knapper Mehrheit abgelehnt. (Bild: Corina Tobler)

Ein bestehender Platz in einem abgelegenen Gebiet mit einer Zufahrt. Laut Ueli Strauss-Gallmann, Leiter des kantonalen Amtes für Raumentwicklung und Geoinformation, wäre der Standort im Fuchsloch zwischen Altenrhein und Buriet ideal für die Realisierung eines Durchgangsplatzes gewesen. Mit knapper Mehrheit hat sich das Thaler Stimmvolk allerdings gegen die Umzonung des Grundstückes entschieden. Somit ist das Problem der fehlenden Durchgangsplätze im Kanton St. Gallen weiterhin nicht gelöst.

Keine Standorte in Aussicht

In der Gemeinde Thal gibt es künftig keinen Platz mehr für Fahrende. Der Platz an der Rietlistrasse Höhe Airport, wo sich in der Vergangenheit immer wieder Fahrende niedergelassen haben, steht nicht mehr zur Verfügung. Und das Arena-Areal, das derzeit noch von einzelnen Fahrenden genutzt wird, wird nach den Sommerferien überbaut. Dann ist Schluss.

«Alternativen in der Gemeinde gibt es keine», sagt Thals Gemeindepräsident Robert Raths. Und auch in anderen Gemeinden hat der Kanton derzeit keine Standorte für die Realisierung eines Durchgangsplatzes in Aussicht.

«Wir müssen nun zuerst den weiteren Fahrplan intern besprechen und dann schauen, in welchen Regionen wir aktiv werden», sagt Ueli Strauss. Der Kantonsrat hat in den Jahren 2007 bis 2009 2,85 Millionen Franken für die Realisierung von sechs Durchgangsplätzen bewilligt. Umgesetzt werden soll neben dem gescheiterten Projekt in Thal nun noch ein Platz im Gossauer Industriegebiet. Die dafür nötige Umzonung ist derzeit allerdings mit Einsprachen belegt. «Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen», sagt Strauss. Ob sich das Abstimmungsergebnis in Thal auf das Projekt in Gossau auswirken könnte, sei schwierig zu beurteilen. Denn letztlich müsse dort das Gossauer Stadtparlament darüber befinden. «Bleibt zu hoffen, dass dieses anders entscheidet, als die Mehrheit des Thaler Stimmvolkes», sagt Strauss. Letztlich sei es eben eine emotionale Frage.

Umzonung unwahrscheinlich

Was indes nach dem knappen Nein zur Umzonung mit dem Grundstück im Thaler Fuchsloch geschieht, ist unklar. «Wir gehen nicht davon aus, dass das Grundstück zu einem anderen Zweck umgezont wird», sagt Robert Raths. Der Bund hatte das Grundstück als Eigentümer dem Kanton St. Gallen zum Verkauf angeboten. «Da die Realisierung eines Durchgangsplatzes jetzt aber nicht mehr möglich ist, besteht seitens des Amtes für Raumentwicklung kein Interesse mehr», sagt Ueli Strauss. Ob andere Abteilungen des Kantons am Grundstück interessiert seien, müsse man erst abklären.

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