Baustart für Rhyboot-Werkstätten

ALTSTÄTTEN. Vom Bau neuer Rhyboot-Werkstätten wird schon seit Jahren geredet. Jetzt gilt es ernst. Gestern Mittwoch feierte man Spatenstich. Bezugsbereit soll der Neubau in zwei Jahren sein. 200 Arbeitsplätze wird er bieten, wovon 130 für Leute mit einer Behinderung.

Max Tinner
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Dem Rhyboot wird ein Hafen gebaut: Gestern war am Rand des Wohnquartiers Kirlen ausgangs Altstätten Spatenstich für den Bau der neuen Rhyboot-Werkstätten. (Bild: Max Tinner)

Dem Rhyboot wird ein Hafen gebaut: Gestern war am Rand des Wohnquartiers Kirlen ausgangs Altstätten Spatenstich für den Bau der neuen Rhyboot-Werkstätten. (Bild: Max Tinner)

Ausgangs Altstätten, gleich schräg gegenüber dem Fussballplatz Grüntal, baut der Verein Rhyboot neue Werkstätten. Hier werden die Werkstätten der drei Rhyboot-Institutionen Jung Rhy, Wyden und Union zusammengefasst. Im Jung Rhy und im Wyden verbleiben werden allerdings die nicht werkstattgebundenen Arbeitsplätze beispielsweise der Gärtnerei und der Landwirtschaft.

Union an CasaInvest verkauft

Auch der Wohnbereich der Institutionen bleibt, wo er heute ist. Die Union-Liegenschaft an der Altstätter Bahnhofstrasse hat der Verein Rhyboot zwar der Rheintaler Immobiliengesellschaft CasaInvest verkauft. Während die Werkstätten nach der Fertigstellung in den Neubau gezügelt werden, bleibt das Rhyboot aber mit den Wohngruppen an der Bahnhofstrasse in Miete (so wie schon heute übers ganze Rheintal verteilt neun Wohnungen für externes Wohnen angemietet sind). Was hingegen ebenfalls in den Neubau gezügelt wird, ist die ganze Rhyboot-Verwaltung, die heute auf dem Union-Areal untergebracht ist.

Arbeit für 130 Behinderte

Auf dem Neubau-Areal entstehen damit um die 200 Arbeitsplätze, wovon rund 130 für Menschen mit einer Behinderung und 55 für deren Betreuer. Damit wird das Rhyboot einer der zehn grössten Arbeitgeber Altstättens, wie Stadtpräsident Ruedi Mattle gestern beim Spatenstich sagte. Mit seinen Arbeitsplätzen für Männer und Frauen, die wegen ihrer Behinderung sonstwo kaum angestellt würden, nehme das Rhyboot im Rheintal eine wichtige Funktion wahr – und für Altstätten seien sie eine Bereicherung, betonte Mattle.

«Arbeit zeigt: Es braucht mich»

Barbara Wider, Vizepräsidentin des Vereins Rhyboot, unterstrich dies. Arbeit sei auch für Menschen mit einer Behinderung wichtig. Arbeit gebe einem eine Tagesstruktur, sie gebe aber auch Erfüllung, und nicht zuletzt gebe sie einem das Gefühl, gebraucht zu werden.

In der Sinnstiftung würden sich die Arbeitsplätze des Rhyboots nicht von solchen der Wirtschaft unterscheiden, betonte auch Baukommissionspräsident Meinrad Gschwend. Er wünscht sich, dass die Behinderten vor dem hier entstehenden Gebäude einmal – ebenso wie Nichtbehinderte vor ihrem Arbeitsort – mit Stolz sagen werden: «Hier drin arbeite ich.» Auch dass die Arbeitsplätze praktisch eingerichtet sein müssen, die Abläufe effizient, die Wege kurz und die Atmosphäre so, dass man sich beim Arbeiten wohl fühlt, sei hier nicht anders als sonstwo. Trotz der Parallelen gelte es beim Rhyboot-Neubau natürlich, besondere Bedürfnisse der künftig hier Arbeitenden zu beachten.

Bezugsbereit sein soll der Neubau im Sommer 2017. Meinrad Gschwend ist guter Dinge, dass der Terminplan eingehalten werden kann: dank kompetenter Architekten und Fachplaner, dank seriöser qualitätsbewusster Unternehmen («zum allergrössten Teil aus der Region» relativierte er die Kritik an der Bauvergabe), sowie dank einer motivierten Baukommission und eines engagierten Vorstands.

Kosten wird der Neubau insgesamt 21 Mio. Franken. Davon will der Verein Rhyboot 3,3 Mio. aus Spenden aufbringen. Der momentane Spendenstand liegt bei 2,33 Mio. Franken. Weitere Spenden sind also willkommen.

www.rhyboot.ch/neubau