Alter Rhein: Stiller Altarm voller Leben

RHEINTAL. Die beiden Vorarlberger Autoren Reinold Amann und Günther Ladstätter haben einen Bildband erarbeitet, der Lust macht, das Naturparadies Alter Rhein zu erkunden und sich mit Hintergründen zu befassen.

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Das Schönste ist die Stille in der vielgestaltigen Landschaft am Alten Rhein zwischen Altach und Lustenau. (Bild: zVg.)

Das Schönste ist die Stille in der vielgestaltigen Landschaft am Alten Rhein zwischen Altach und Lustenau. (Bild: zVg.)

In einem Bildband haben sich Reinold Amann und Günther Ladstätter dem Alten Rhein als Grenzraum, als Naherholungsgebiet und als Naturraum auf ungewöhnliche Weise zu nähern versucht. Den beiden Autoren war es ein Anliegen, nicht nur als Taucher, Schnorchler oder Naturfreunde dem Alten Rhein nahe zu sein. Vor allem als Gäste, die eingeladen sind, mit dem nötigen Respekt an den vielen Naturereignissen dieses Gewässers und seiner Umgebung teilzuhaben, betrachten sie den Naturraum mit viel Neugier und Interesse. Dies erhoffen sie sich auch von jenen, die sich von den Bildern und Texten ihres Bildbandes angesprochen fühlen. Tatsächlich sprechen die Bilder für sich, egal ob es sich um die eindrücklich dargestellte Unterwasserwelt handelt, um jene, die der Landschaft gerecht werden oder dem Thema Grenze. Immer ist der Blick tiefgründig auf Verborgenes, oft auch aufs Offensichtliche gerichtet.

Als vor gut 100 Jahren der Alpenrhein im Vorarlberger Rheintal begradigt wurde, ging es um Sicherheit. Aus dem grössten Wildbach Europas wurde – zumindest stückweise – ein stiller Altarm voller Leben. Die Grenze ist geblieben. Doch der Charakter der Grenze im Herzen Europas hat sich gründlich geändert. Aus dem trennenden Fluss ist eine verbindende Nahtstelle für Mensch und Tier geworden. Man hat sich arrangiert und geniesst heute das neue Paradies. Die begleitenden Texte beschreiben die Entwicklung des Grenzraumes, sei es während des Krieges oder zu Zeiten der Schmuggler bis hin zu den neuen Aufgaben, die der «Alte» bekommen hat, in einer Sprache, die eine Hommage an den Naturraum wie an seine Bewohner ist. Der Bildband enthält aber auch eine Mahnung, das Paradies zu erhalten: «Was in langen Jahren gewachsen ist, darf nicht grob verändert werden.»

Reinold Amann ist Lehrer und beschäftigt sich seit 40 Jahren mit der Fotografie. Er ist freier Mitarbeiter verschiedener Fachzeitschriften und hat unter anderem zusammen mit verschiedenen Autoren Buchprojekte verwirklicht. Fünf Einzelpublikationen von ihm sind bisher erschienen.

Günther Ladstätter ist ebenfalls Lehrer, unter anderem in der Vorarlberger Jägerschule. Er leitet derzeit die Praxisschule an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg. Seit 1975 leistet er Naturschutzarbeit, leitet Exkursionen und hält Vorträge. (ari/pd)

Vorgestellt wird der Bildband «Alter Rhein» am Freitag, 14. Oktober, um 19.30 Uhr im Gemeindesaal Altach. In Diepoldsau ist zu einem späteren Zeitpunkt eine Buchvorstellung vorgesehen.