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Rheineck holt für ein Wochenende das Mittelalter ins Städtli zurück

Für zwei Tage drehte Rheineck das Rad der Geschichte zurück und liess die Zeit des Spätmittelalters mit einem Markt auferstehen. Den Besuchern war das Wetter egal.
Maya Seiler
Viele Besucherinnen und Besucher verfolgten die Arbeit der Zimmerleute. (Bild: Maya Seiler)

Viele Besucherinnen und Besucher verfolgten die Arbeit der Zimmerleute. (Bild: Maya Seiler)

Gerne hätten die Rheinecker am Wochenende den sprichwörtlich «ältesten Rheintaler», den Föhn, zu Gast gehabt. Stattdessen mussten sie wohl oder übel andere mittelalterliche Gesellen, die Eisheiligen, begrüssen. Diese waren wohl schon vor 650 und mehr Jahren vor allem bei den Bauern unbeliebt.

Am Samstag nieselte es immer mal wieder, der Sonntag war kühl, aber wenigstens bis Mittag trocken, dann setzte der Niederschlag erneut ein. Trotzdem kamen die Besucherinnen und Besucher in Scharen. Wie man sich in früheren Jahrhunderten vor der Witterung schützte, zeigten die mittelalterlich Gewandeten. Kapuzenpelerinen aus Loden, wollene Wadenbinden und Pelze gegen die Kälte boten einen Einblick in eine Zeit ohne modernen Regenschirm und Daunenjacken.

Mit allen Sinnen zurück ins Mittelalter

Akteure in historischer Kleidung mischten sich unter modern gekleidete Gäste; Hellebarde oder Handy, Knüppelstock oder Rollator existierten für einmal nebeneinander. Die zahlreichen historischen Gestalten waren beliebte Fotoobjekte, nicht nur die Figuren aus realen Zeiten, auch Elfen oder Orks aus der mittelalterlichen Fantasywelt.

Der pittoreske Umzug war ein Zuschauermagnet. (Bild: Maya Seiler)

Der pittoreske Umzug war ein Zuschauermagnet. (Bild: Maya Seiler)

Die Besucher konnten mit allen Sinnen in die Vergangenheit eintauchen. Zwischen den Häusern schwebte der Rauch von vielen Feuerstellen. Wenn man die Augen schloss, gaukelten Nase und Ohr die Zeitreise vor. Es roch nach glühender Kohle in der Esse des Schmids, nach frisch bearbeiteten Tannenstämmen bei den Zimmerleuten, nach Met oder Bier vor den Trinkschenken, nach gebratenem Fleisch bei den zahlreichen Grillstellen. Zwischen die Klänge der Mittelalter-Bands mischte sich der helle Ton des Steinmeissels, der Klang der Breitäxte oder des Schmiedehammers, das Klingeln der Fussschellen von Bettlern, Dirnen und Vaganten.

Viel mittelalterliche Musik war zu hören – hier von Kel Amrun. (Bild: Maya Seiler)

Viel mittelalterliche Musik war zu hören – hier von Kel Amrun. (Bild: Maya Seiler)

Viel Volk versammelte sich im Kreis um den Schmied oder die Bogenmacher, mit Schaudern auch um den Henker oder vor dem Pranger. Der Samstagabend bot ein mystisches Programm mit viel Musik und Feuerspektakel. Beliebt bei Jung und Alt war der Besuch auf der Burg, um im Heerlager Bogenschiessen und Falknerei zu erleben, oder das Kampfspektakel in der Arena vor dem Custerhof. Kinder konnten sich zudem beim Ponyreiten, bei den Geschicklichkeitsspielen oder mit ein paar Runden auf dem handbetriebenen Riesenrad vergnügen.

Mittelalterliches Handwerk brauchte Kraft und Geschick

Reges Interesse zeigten die Besucher an allen mittelalterlichen Handwerkskünsten. Wie die Zimmerleute damals mit Beil und Breitaxt aus einem Baumstamm einen Balken mit quadratischem Querschnitt hackten und zum Schluss die Oberfläche vierhändig glatthobelten, oder wie sie mit dem Tüchelbohrer in strenger Arbeit Wasserleitungen fertigten, erweckte Bewun­derung.

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