Religion
Jetzt fehlt nur noch der Segen der Kirchbürger: Die 300-jährige Pfarrkirche in Andwil soll für knapp 2,6 Millionen Franken saniert werden

Die letzte Sanierung der St.Otmarkirche in Andwil liegt 30 Jahre zurück. Es gibt darum Handlungsbedarf: Die technischen Anlagen sollen erneuert, die Wände gereinigt und die Fenster besser isoliert werden. Die Kirchbürgerschaft wird bald über die Sanierung abstimmen können.

Michel Burtscher
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Die katholische Kirche in Andwil soll saniert und das gelbe Mesmerhaus verkauft werden.

Die katholische Kirche in Andwil soll saniert und das gelbe Mesmerhaus verkauft werden.

Bild: Ralph Ribi (27. Januar 2016)

Fast 300 Jahre alt ist die St.Otmarkirche, die im Zentrum von Andwil steht. Erbaut wurde sie 1732, von damals stammen noch Kirchenschiff, Chor und Turm. Später wurde sie immer wieder renoviert und mehrmals erweitert, etwa mit Sakristeianbauten im Süden und im Norden. Die letzte Kirchensanierung liegt mittlerweile 30 Jahre zurück. Der Zahn der Zeit nagt am Gotteshaus. Es besteht Handlungsbedarf, wie Rolf Schärer sagt. Er ist im Kirchenverwaltungsrat verantwortlich für das Ressort Bau.

Das alte Mesmerhaus soll verkauft werden

Da die Kirchbürgerversammlung wegen Corona nicht stattfinden konnte, stimmen die katholischen Kirchbürgerinnen und Kirchbürger von Andwil und Arnegg am Sonntag an der Urne über verschiedene Themen ab. Neben Rechnung und Budget müssen sie über den Verkauf des alten Mesmerhauses befinden, das östlich der St.Otmarkirche liegt. Zwar handle es sich dabei um ein historisch wichtiges Gebäude, heisst es im Jahresbericht, doch die Verwaltung von Liegenschaften gehöre nicht zu den Kernaufgaben der Kirchenverwaltung. Beim Verkauf soll darauf geachtet werden, dass das Mesmerhaus nicht als «kurzfristiges Renditeobjekt missbraucht» wird. Gesucht ist ein «ortsansässiger Käufer mit Interesse an historischer Bausubstanz». (mbu)

Ein Architekturbüro hat in den letzten Monaten die Sanierung vorbereitet. Die Kosten dafür belaufen sich auf knapp 2,6 Millionen Franken. «Vor allem bei den technischen Anlagen ist es nötig, dass wir etwas machen», sagt Schärer. So sind beispielsweise die Lautsprecher in schlechtem Zustand, der Boiler ist durchgerostet. Doch das ist nicht alles, was geplant ist: Die Fenster sollen besser isoliert und die Wände innen gereinigt und aussen neu gestrichen werden.

Gute Abschlüsse in den vergangenen Jahren

Ziel der Sanierung sei eine «Auffrischung», so Schärer. Architektonisch seien keine Änderungen geplant. Sowohl die katholische Administration als auch der Bischof haben das Baugesuch bereits geprüft und durch den Katholischen Konfessionsteil einen bedeutenden Investitionsbeitrag zugesichert. Den Rest der Kosten will der Verwaltungsrat der Katholischen Kirchgemeinde Andwil-Arnegg mit den Reserven decken.

«Wir hatten in den vergangenen Jahren gute Abschlüsse und haben das Geld für die absehbare Sanierung auf die Seite getan.»

Die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger sollen möglichst rasch über die Sanierung abstimmen können. Dafür werde man eine ausserordentliche Kirchbürgerversammlung einberufen, sagt Schärer.

Gewisse Anlässe sollen trotz Bauarbeiten in der Kirche stattfinden

Kürzlich hat die Kirchenverwaltung Infoveranstaltungen zur Sanierung durchgeführt. Viele Rückmeldungen habe es nicht gegeben zu den Plänen. «Es ist allen bewusst, dass etwas getan werden muss.» Im Moment ist geplant, mit den Bauarbeiten nach den Sommerferien zu beginnen. Diese werden ungefähr ein Jahr dauern.

Dabei wird die Kirche zeitweise ganz geschlossen sein. «Anders wäre es gar nicht möglich», betont Schärer. Die Gottesdienste werden im Otmarzentrum abgehalten, wenn die Kirche nicht nutzbar ist. Gewisse Gottesdienste und grössere Anlässe wie Weihnachten, Ostern oder die Erstkommunion wolle man aber trotz Bauarbeiten versuchen, in der St.Otmarkirche durchzuführen, sagt er.