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St.Gallen profitiert frühestens in fünf Jahren von seiner Millionen-Investition

Der Stadtrat ist nach wie vor überzeugt von der Vier-Millionen-Investition ins neue Rechenzentrum Ostschweiz. Selbst wenn es noch etwas dauern dürfte, bis die Stadt finanziell davon profitiert.
Das Rechenzentrum Ostschweiz in Gais. (Bild: PD)

Das Rechenzentrum Ostschweiz in Gais. (Bild: PD)

(seh) In Gais ist ein neues regionales Rechenzentrum der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK) für insgesamt 20 Millionen Franken entstanden. Die St. Galler Stadtwerke haben sich mit vier Millionen Franken daran beteiligt, nachdem das Stadtparlament das Vorhaben im August 2017 gutgeheissen hatte. Im vergangenen Dezember reichte SVP-Stadtparlamentarier Christian Neff eine Einfache Anfrage zur Investition ein. Er will wissen, wie es um die Grossinvestition steht, denn das Rechenzentrum Ostschweiz (RZO) ist inzwischen seit mehreren Monaten in Betrieb. Kritik an der Investition gab es von Anfang an: Im Parlament fragte man sich, warum die Stadt in ein Rechenzentrum im Ausserrhodischen investiert, obschon es in St. Gallen bereits unterbesetzte Rechenzentren gibt.

20 potenzielle Mieter haben sich gemeldet

Nun antwortet der Stadtrat auf den Vorstoss. Das Rechenzentrum, das Unternehmen in der Region ermögliche, die Informatik-Infrastruktur auszulagern, soll gemäss Businessplan in spätestens sechs Jahren voll vermietet sein. Ende letzten Jahres waren rund zehn Prozent der Mietfläche besetzt. Mehr als 20 potenzielle Kunden hätten in den letzten Monaten Interesse gezeigt. Würde ein Drittel davon im Laufe des Jahres einen Vertrag unterschreiben, wäre das Zentrum zu 30 Prozent ausgelastet und das RZO trotz einer um sechs Monate verspäteten Eröffnung wieder planmässig unterwegs. Im ersten Geschäftsjahr lag der Umsatz wegen Verzögerungen bei der Fertigstellung ganze 50 Prozent unter den Businessplan-Prognosen.

Nach fünf bis sieben Jahren soll das RZO erstmals Gewinn abwerfen, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort. Wann genau eine erste Dividende an die SAK und die Stadt St. Gallen ausgeschüttet wird, entscheidet die Generalversammlung der RZO AG.

Kunden bleiben geheim

Wer zu den Kunden des Zentrums gehört, verschweigt der Stadtrat aus Vertraulichkeitsgründen. Die Verträge seien aber auf mehrere Jahre ausgelegt; für die Stadt würden die gleichen Konditionen gelten wie für alle Kunden. Der Stadtrat sei nach wie vor von der Investition überzeugt, zumal es sich um ein langfristig rentables Geschäft mit Mehrerträgen für das St. Galler Glasfasernetz handle. Auch stärke die Beteiligung die Geschäftsbeziehung zwischen den SAK und den Stadtwerken. Der Stadtrat teilt jedoch die Ansicht von Kritikern, dass es wichtigere Aufgaben gebe für ein Gemeinwesen, als Kapazitäten in einem Rechenzentrum zur Verfügung zu stellen. Die Beteiligung am RZO stelle allerdings keine Konkurrenz zu anderen städtischen Investitionen dar. Die Stadtwerke seien als unselbständiges öffentlich-rechtliches Unternehmen der Stadt verpflichtet, sich dem Markt anzupassen. Dazu gehörten zunehmend Investitionen in neue Angebote, da die früheren Monopolbereiche allein für die erfolgreiche Führung eines klassischen Energieversorgungs-Unternehmens nicht mehr genügten.

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