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In Gossau brodelt die Gerüchteküche: Rätselraten um Wirtewechsel

Ein Inserat treibt die Gossauer Gastrobranche um: Gesucht wird ein Pächter für eine Traditionsbeiz. Welche das sein könnte, dazu haben alle eine Meinung.
Noemi Heule
Hinter welchem Tresen steht bald ein neuer Wirt? Diese Frage wird in Gossauer Restaurants heiss diskutiert. (Bild: Getty)

Hinter welchem Tresen steht bald ein neuer Wirt? Diese Frage wird in Gossauer Restaurants heiss diskutiert. (Bild: Getty)

In Gossau brodelt es in der Gerüchteküche. Restaurant-Besitzer, Pächter und Köche stecken die Köpfe zusammen und stellen allesamt dieselbe Frage: Wer steigt diesmal aus? Grund für das grosse Grübeln in der Gastro-Szene ist ein Inserat. Es erschien auf der Plattform gastrokaufen.ch und hat seinen Weg von dort in die Chromstahl-Küchen und an Stammtische gefunden: «Top-Restaurant an schöner Lage», heisst es da. Gesucht wird ein neuer Pächter für ein «sehr bekanntes Restaurant in Gossau». Um welches Lokal es sich handelt, dieses Geheimnis wird nicht gelüftet, gar streng unter Verschluss gehalten. Informationen gibt es nur gegen Unterzeichnung einer Vertraulichkeitserklärung.

Mit Adjektiven spart die Annonce hingegen nicht: Das Restaurant befinde sich an «absoluter Top-Lage», sei «wunderschön und rustikal-elegant eingerichtet» und «gut etabliert mit grosser Stammkundschaft». Ja, das Lokal lasse keine Wünsche offen, biete 100 Innen- und 120 Aussenplätze sowie Parkplätze direkt vor der Tür. Der Pachtzins ist denn auch happig: 10000 Franken Umsatzmiete fallen im Monat an. Ein weiteres Indiz dafür, dass es sich nur um eine Institution in der Gossauer Restaurant-Landschaft handeln kann.

«Das kann nur einer sein!»

Viele Lokale kommen nicht in Frage. Ein Anruf genügt, könnte man meinen. Und doch ist das Geheimnis ein, zwei, drei und auch 20 Telefonate später nicht etwa gelüftet. Vielmehr wird das Rätselraten zum Domino-Spiel. Jede Anfrage bringt einen neuen Stein zu Fall, zieht einen neuen Verdacht nach sich. «Das kann nur einer sein!», heisst es am anderen Ende der Leitung. Nicht ein-, sondern ein Dutzend Mal. Es können folglich viele sein. Das besagte Inserat kennen fast alle, betroffen aber will niemand sein.

«Das ist mir neu», sagt Josef Brunschwiler vom «Freihof», auch die Brauerei Schützengarten, Besitzerin des «Quellenhofs» am Bahnhof will nichts von Wechsel wissen. Familie Mock von der «Sonne» dementiert genauso wie das Wirte-Trio in der «Traube» oder das Pächter-Paar im «Pflüegli». Beste Lage aber muss nicht im Zentrum sein. Doch auch im Schloss Oberberg oder auf dem Tannenberg steht kein Umbruch an. Als Verdächtige werden die Pizzeria zum alten Bahnhof oder das Hotel Landhaus genannt. Beide Wirte, zwei Brüder, verneinen und führen ihrerseits das «Algarve» ins Feld.

Drei Betriebe rappeln sich auf

Bereits vor einem Jahr brodelte es in der Gastroszene. Gleich drei Traditionsbeizen standen damals in den Schlagzeilen. Im Juli 2017 verliess der Geschäftsführer des «La Piazza» am Ochsenkreisel das Land fluchtartig. Er brauste in Richtung Italien davon, nachdem er den Schlüssel fein säuberlich im Briefkasten hinterlegt hatte. Kurze Zeit später kehrte Thomas Breitenmoser Gossau nach einem Konkurs den Rücken. Ebenfalls überstürzt, aber weniger spektakulär. Breitenmoser hatte sowohl die «Hennessenmühle» am Rande von Gossau als auch das «Werk 1» im Zentrum geführt.

Neue Pächter haben die Betriebe wieder auf Zack gebracht. Erich Hug, Chef des «Ochsen» ist zufrieden mit dem Start. Zufrieden zeigt sich auch die Gesellschaft Henessen mit der Familie Frappietro. Beide räumen ein: Nach den turbulenten Zeiten müsse das Vertrauen der Kunden erst wieder aufgebaut werden. Auch im Werk 1 werde kein Wirt gesucht, stellt David Grass, neuer Verwaltungsratspräsident der Betreibergesellschaft klar.

Und so geht das Munkeln, Mutmassen und Rätselraten weiter. Welches Restaurant tatsächlich Gegenstand des Gastro-Krimis ist, weiss niemand – oder hält es unter Verschluss. Die Zukunft wird es zeigen. Eins weiss man dagegen in der Gastrobranche nur allzu gut: Nichts wird so heiss gegessen, wie es in der Gerüchteküche gekocht wurde.

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