Offiziersgesellschaft Rorschach ausgebremst: Stadt- und Gemeinderäte erteilen keine Genehmigung für eine «alternative» 1.-August-Feier

Nachdem Rorschach, Goldach und Rorschacherberg die 1.-August-Feier bereits im April absagten, wollte die Offiziersgesellschaft Rorschach in die Bresche springen: Warum die Bemühungen unbelohnt bleiben.

Rudolf Hirtl
Drucken
Teilen
Im vergangenen Jahr bestaunten gegen 3000 Leute das 1.-August-Feuerwerk in Rorschach.

Im vergangenen Jahr bestaunten gegen 3000 Leute das 1.-August-Feuerwerk in Rorschach.

Bild: Tino Dietsche

Schon früh, am 22. April, haben die Räte von Rorschach, Goldach und Rorschacherberg die gemeinsame 1.-August-Feier auf der Arionwiese abgesagt. Einerseits waren die Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung und anderseits die damalige Annahme, dass die Massnahmen für Grossanlässe mit grosser Wahrscheinlichkeit über den Juli hinaus bestehen bleiben, ausschlaggebend für den Entscheid.

«Die Absage der Bundesfeier ist uns emotional schwergefallen, doch sachlich betrachtet war es die richtige Entscheidung»,

sagt Röbi Raths. Nicht alle sind gleicher Meinung mit dem Rorschacher Stadtpräsidenten. Beim Kaffee im «La Vela» oder in den Social-Media-Kanälen waren Stimmen zu hören und zu lesen, dass der Entscheid zu früh gefallen sei.

Auch die Offiziersgesellschaft Rorschach wollte sich nicht damit abfinden und hat die Organisation einer «alternativen» 1.-August-Feier selbst in die Hand genommen. Ebenfalls auf der Arionwiese, aber mit maximal 999 Leuten.

Kein Rorschacher Alleingang

Mit ihrem Anliegen sind die Offiziere abgeblitzt. Der Stadtrat Rorschach erteilt keine Bewilligung. Es sei nicht alleine eine Rorschacher Entscheidung, an der Absage festzuhalten und auch keine «private» Variante zuzulassen. Die Räte aller drei Gemeinden hielten die Durchführung einer 1.-August-Feier für nicht verantwortbar.

«Die aktuelle Situation gibt uns recht.
Die Neuinfektionen steigen besorgniserregend.»

Es gehe um die Sicherheit der Bevölkerung und es wäre schön, so Raths weiter, würde auch die Offiziersgesellschaft die Entscheidungen der Behörden akzeptieren. Würde es die Situation um Covid-19 zulassen, so liessen die Gemeinden selbstverständlich eine Feier durchführen, doch die aussergewöhnliche Lage erlaube dies nicht.

Offiziersgesellschaft will Werte hochhalten

Dieses Jahr sei es besonders wichtig, zusammenzustehen und die Werte der Schweiz hochzuhalten, kontert Matthias Haas, Präsident der Offiziersgesellschaft. Umso bedauerlicher sei es, dass die Feier im vorauseilendem Gehorsam bereits im April abgesagt worden sei. «Im Juni, als viele Beschränkungen aufgehoben wurden, haben wir ein OK gebildet, um eine 1.-August-Feier unter Einhaltung aller geltenden Vorschriften durchzuführen. Dies auch als Dank an die regionale Bevölkerung», sagt Haas und räumt ein, dass auch ein Feuerwerk angedacht gewesen sei.

Dass sie nun trotz zuvor positiver Rückmeldungen von den Räten keine Bewilligung erhalte, werde von der Offiziersgesellschaft selbstverständlich akzeptiert. Aber:

«Wir finden es aber schade, dass dieser Tag, an dem die Schweizer Werte geehrt werden, nicht wenigstens in einer anderen Form stattfindet.»
Mehr zum Thema