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Rorschacher Fitness-Ikone Peter Tindl: «Rambo» war seine Inspiration

Der Fitnessmarkt ist hart umkämpft. Kürzlich musste das City Fitness in Rorschach seine Türen schliessen. Peter Tindl hingegen ist weiterhin auf der Erfolgsspur. Er ist einer der Wegbereiter der regionalen Szene und seit 1984 im Geschäft.
Rudolf Hirtl
Peter Tindl im Update in Rorschach. Eines von gegen 40 Fitnesscentern, das er seit 2012 eröffnet hat. (Bild: Rudolf Hirtl)

Peter Tindl im Update in Rorschach. Eines von gegen 40 Fitnesscentern, das er seit 2012 eröffnet hat. (Bild: Rudolf Hirtl)

Peter Tindl liegt mit seinem Kumpel Ricardo Danubio in Romanshorn im Schwimmbad. Die beiden 22-Jährigen geniessen die Sonne. Sport war schon immer ein grosses Thema in ihrem Leben und schon länger träumen sie davon, sich selbstständig zu machen. In den Kinos läuft damals «Rambo». Der perfekt durchtrainierte Körper von Actionheld Sylvester Stallone lässt Peter Tindl denn auch nicht unbeeindruckt. Die Entscheidung der beiden fällt dann auch rasch: Ein Fitnesscenter soll es sein.

Das war vor 35 Jahren. Nun sitzt Peter Tindl bei einem Kaffee im «La Vela» und erinnert sich zurück an jene Zeit, als die Frage auftauchte Gossau oder Rorschach? Damals noch weisse Flecken in der Fitnesslandschaft. «Wir haben uns für Rorschach entschieden. In erster Linie, weil es schöner ist am Bodensee», sagt der heute 56-Jährige mit einem Schmunzeln.

Vielen steht das Wasser bis zum Hals

Sylvester Stallone als Rambo. Viel junge Männer haben ihm damals nachgeeifert und den Fitnesscentern einen regen Zulauf beschert. (Bild: TriStar/Getty Images)

Sylvester Stallone als Rambo. Viel junge Männer haben ihm damals nachgeeifert und den Fitnesscentern einen regen Zulauf beschert. (Bild: TriStar/Getty Images)

Fündig wurden sie schliesslich an der Kreuzung Pestalozzistrasse und Feldmühlestrasse, wo ein Gewerbehaus saniert wurde. «Wir haben unser ganzes Erspartes in das Projekt gesteckt, wobei uns Hausbesitzer Bruno Hess nicht nur unterstützte, sondern uns auch viel Vertrauen entgegenbrachte. Zurecht, wie sich herausstellte. Das «Sport + Body-Studio», wie es zu Beginn hiess, kurze Zeit später wurde ihm der Name «Fitline» verpasst, wurde zum eigentlichen Treffpunkt in der Region Rorschach. Wer sich fit halten wollte, oder Lust hatte auf einen gemütlichen Schwatz an der Theke, der traf sich dort. Mittags und abends trainierten Banker und Hilfsarbeiter Schulter an Schulter. Das Du war selbstverständlich.

«Früher waren Bodybuilder noch Exoten. Heute ist Spitzensport ohne Krafttraining nicht mehr denkbar.» (Peter Tindl
Fitnessexperte, Staad)

1998 verkaufte Tindl das «Fitline» in Rorschach und zwei weitere Studios, die er aufgebaut hatte. Seit 2012 ist er Expansionsleiter der Update Fitness AG. Rund zehn Center betrieb die Kette, als er dazustiess. Dieses Jahr soll bereits das fünfzigste eröffnen. Die Fitnessbranche ist viel professioneller geworden in den vergangenen Jahren, so Tindl. «Wöchentlich werden uns Center angeboten, teilweise sogar gratis.» Meist seien es Betriebe, bei denen die Besitzer die Modernisierung verpasst hätten und dadurch in eine finanzielle Notlage geraten seien. «Alte Geräte und zwei Fernseher an der Wand, auf denen Eurosport läuft, damit lässt sich heute niemand mehr in ein Fitnesscenter locken. Ein LCD-Display auf jeder Ausdauerstation ist heute Standard.»

Früher war das Krafttraining bei vielen Sportlern verpönt

Vor dem Fitnesshyp waren Bodybuilder noch Exoten. Es kursierte die Meinung: Krafttraining macht langsam. Heute ist es so normal wie Zähneputzen und für sportliche Erfolge unerlässlich. Skifahrer Marcel Hirscher und Fussballer Christiano Ronaldo sind gute Beispiele dafür. Auch wenn der eine oder andere Einzelbetrieb zu kämpfen hat, weil grosse Ketten auf den Markt drängen, der Fitnessmarkt ist gemäss Peter Tindl immer noch im Wachstum. «Der Zulauf in ungebremst. Früher war man mit 40 der Opa im Studio, heute ist es das Durchschnittalter. Die Leute wollen nicht nur fit in die Pension gehen, es ist ihnen auch bewusst, dass sie mit Krafttraining ihre Lebensqualität erhöhen.»

Der Centerleiter soll sich um die Leute kümmern

Heisst das nun, sich fünfmal die Woche abzuquälen? «Nein, nein», gibt der Fitnessexperte Entwarnung und lacht. «Ein Krafttraining pro Woche schafft bereits eine gute Basis. Wichtig ist aber die Regelmässigkeit. Also auch dann ins Center zu gehen, wenn der innere Schweinehund keine Lust dazu hat.» Zusätzliche Angebote wie Sauna, Whirlpool oder eine Theke mit Snacks und Getränken findet man bei Update nicht. «Wir legen grossen Wert auf eine gute Betreuung unserer Gäste. Der Centerleiter soll sich lieber um die Leute kümmern, statt hinter der Theke zu stehen und den Kühlschrank aufzufüllen», so Peter Tindl.

Mit Sorge beobachtet er die Veränderung der Gesellschaft. Heute seien bereits in der sechsten Klasse bis zu 25 Prozent der Kinder übergewichtig. Auch bei Haltungsschäden sei die Tendenz steigend. Insbesondere der sogenannte «Smartphone-Nacken» mache sich bereits bei Jugendlichen bemerkbar. «Ich habe den Eindruck, dass sich Kinder früher mehr bewegt haben, als heute», sagt Tindl. Nun aber bereits Kinder ins Fitnesscenter zu stecken, sei nicht der Plan. Er appelliert vielmehr an Eltern, Kinder möglichst früh mit Sport in Berührung zu bringen. Insbesondere in Vereinen würde auch die Sozialkompetenz des Nachwuchses gefördert. Vom Handy könne man dies ja nicht sagen.

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