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Raiffeisen-CEO Gisel zum Notenstein-Verkauf: "Pierin Vincenz hat bei diesem Geschäft überhaupt keine Rolle gespielt!"

Für 700 Millionen Franken wechselt Notenstein la Roche den Besitzer und wird in die Bank Vontobel integriert. Raiffeisen CEO Patrik Gisel erklärte an einer Pressekonferenz, wie und weshalb es zum Deal kam.
Tim Naef
Patrik Gisel, CEO der Raiffeisen, äussert sich zum Notenstein-Verkauf. (Bild: PD)

Patrik Gisel, CEO der Raiffeisen, äussert sich zum Notenstein-Verkauf. (Bild: PD)

Am Donnerstagmorgen hatte Raiffeisen in einer Medienmitteilung den Verkauf von Notenstein la Roche publik gemacht. Damit trennt sie sich von einer Hinterlassenschaft aus der Zeit des ehemaligen CEO Pierin Vincenz. Das Institut verkauft die Privatbanken-Tochter an Vontobel. Die beiden Banken vereinbarten einen Kaufpreis von rund 700 Millionen Franken.

"Die Ambitionen im Private Banking, die wir hatten, konnten nicht eingelöst werden"

An einer Pressekonferenz stellten sich anschliessend die beiden CEOs, Patrik Gisel von der Raiffeisen und Zeno Staub von der Bank Vontobel, den Fragen der Journalisten. Gisel begründete den Verkauf der Notenstein mit den nicht erfüllten Ambitionen: "Die Ambitionen im Private Banking, die wir hatten, konnten nicht eingelöst werden."

Gisel betont, dass Raiffeisen niemals Verluste wegen Notenstein einfahren mussten. Im Gegenteil: "Wir haben immer Gewinne gemacht. Diese waren aber zu klein."

Vier Interessenten aus In- und Ausland

Noch vor kurzem schloss die Geschäftsleitung der Raiffeisen einen Verkauf der Notenstein aus. Die Kehrtwende begründet Gisel mit dem grossen Interesse anderer Institute und dem hohen Verkaufspreis von Notenstein la Roche: "Im Februar haben wir einen möglichen Verkauf im Verwaltungsrat genau angeschaut. Wir waren selbst überrascht, was für Preise für Notenstein la Roche bezahlt werden. Deshalb haben wir uns für einen Verkauf entschieden und der Verwaltungsrat hat dem zugestimmt."

"Pierin Vincenz hatte nichts mit dem Deal zu tun"

Es sei erfreulich, wieder einmal eine geschäftliche Pressekonferenz abhalten zu dürfen, hatte Gisel mit einem Verweis auf Pierin Vincenz zu Beginn der Pressekonferenz gesagt. So betonte er auch in der Fragerunde, dass Ex-Raiffeisen-Chef Vincenz nichts mit dem Verkauf an Vontobel zu tun gehabt hätte.

Lesen Sie hier nochmals den Liveticker zur Pressekonferenz nach:

11:14 Uhr

Nach einigen Detailfragen zum Verkauf beendet Patrik Gisel die Pressekonferenz und wünscht den Anwesenden einen schönen Tag. Auch wir verabschieden uns. Herzlichen Dank, dass sie die Pressekonferenz zum Notenstein-la-Roche-Verkauf bei uns mitverfolgt haben.

11:09 Uhr

Gisel auf die Frage, ob Raiffeisen mit Notenstein jemals Gewinn gemacht hat: "Ja, wir haben einen Gewinn gemacht. Wie hoch dieser nach dem Verkauf an Vontobel sein wird, ist noch unklar. Auch während der sechs Jahre hat Notenstein nie Verlust gemacht. Es waren schlicht zu kleine Gewinne.

11:07 Uhr

Diese Frage musste kommen: Hat Pierin Vincenz irgendetwas mit dem Verkauf zu tun? Patrik Gisel: "Diese Vincenz-Geschichte kommt jetzt immer wieder aufs Tapet. Vincenz hat in dieser Geschichte keine Rolle gespielt. Nicht mal eine mentale."

11:04 Uhr

Noch vor kurzem schloss die Geschäftsleitung der Raiffeisen einen Verkauf der Notenstein aus. Ein Journalist fragt, weshalb diese Kehrtwende? Gisel antwortet: "Im Februar haben wir einen möglichen Verkauf im Verwaltungsrat genau angeschaut. Wir waren selbst überrascht, was für Preise für Notenstein la Roche bezahlt werden. Deshalb haben wir uns für einen Verkauf entschieden und der Verwaltungsrat hat dem zugestimmt.

10:57 Uhr

Vontobel war nicht der einzige Interessent für Notenstein. Patrik Gisel: "Es gab vier weitere Interessenten. Mit Vontobel haben wir aber den optimalen Käufer gefunden."

10:55 Uhr

Ein Journalist fragt, ob die Marke Notenstein bleibe. Staub gibt die Antwort: "Nein. Die Marke Notenstein la Roche wird verschwinden. Wir setzen ganz auf den Namen Vontobel. Es wird eine Einmarkenstrategie sein. Und ja, es wird Synergien geben, es ist aber noch zu früh, um Konkretes zu sagen. Zuerst möchte ich mit den Mitarbeitern reden.

10:53 Uhr

Nach einem Statement, dass Vontobel vom Deal überzeugt sei, schliesst Zeno Staub die Pressekonferenz und eröffnet die Fragerunde.

10:51 Uhr

Für die Bank Vontobel erhöht sich das verwaltete Vermögen von 55 auf 72 Milliarden Franken.

10:49 Uhr

"Wir gehen davon aus, dass die Notenstein-Übernahme ab Januar 2019 zu unserem Ergebnis beitragen wird. Der Deal ist für Kunden und Angestellte eine Win-Win-Situation", so Staub an der Pressekonferenz.

10:48 Uhr

Staub fährt fort: "Der Kaufpreis für Notenstein lag bei 700 Millionen Franken."

10:45 Uhr

Gisel übergibt Vontobel-Chef Zeno Staub das Wort: "Wir werden unsere Position vor allem im Schweizer Markt ausbauen können. Wir bekommen zusätzliche Standorte, einen grösseren Fussabdruck in der Schweiz. Wir sind überzeugt, vielversprechende Kunden zu übernehmen." Die Bank Vontobel sei der optimale Käufer. "Wir verstehen die Wurzeln von Raiffeisen", so Staub.

10:42 Uhr

"Wir [Raiffeisen] wollen uns entflechten und Kapital frei machen. Jetzt auch im Private Banking. Wir konzentrieren uns auf kleine und mittlere Kndenvermögen stehen. Wir wollen dazu unsere 900 Filialen nutzen. Und wir wollen auch künftig mit Vontobel kooperiern", so Gisel. Die Kooperation zwischen Raiffeisen und Notenstein sei nie richtig zum Laufen gekommen.

10:42 Uhr

Wir möchten auf den Vertriebskanal Raiffeisen setzen und uns auf kleinere und mittlere Vermögen beschränken, so Gisel. "Die Ambitionen im Private Banking, die wir hatten, konnten nicht eingelöst werden." Deshalb der der Verkauf der Notenstein la Roche.

10:42 Uhr

Patrik Gisel, Raiffeisen CEO und Präsident von Notenstein, eröffnet die Pressekonferenz. Er freue sich, wieder mal wegen geschäftlichen Inhalten eine Pressekonferenz geben zu dürfen.

Zu 100% an Vontobel

(pd/red.) In den letzten Jahren hat sich das Wachstum im Anlagegeschäft von Raiffeisen deutlich beschleunigt. «Aufgrund dieses starken, organischen Wachstums wird sich Raiffeisen in Zukunft auf das Kundensegment der Privatkunden mit kleinen und mittelgrossen Vermögen konzentrieren und damit die Beratungsstärke der 255 Raiffeisenbanken optimal nutzen», heisst es in einem Communiqué von Raiffeisen. Infolge dieser strategischen Entscheidung verkauft Raiffeisen Schweiz Notenstein La Roche zu 100 Prozent an Vontobel.

Stärkung des Heimmarkts für Vontobel

Vontobel ergänze mit dem Zukauf von Notenstein La Roche das überdurchschnittliche, organische Wachstum im Bereich Wealth Management für vermögende Kunden auf optimale Weise, heisst es in der Mitteilung weiter. Zudem stärke Vontobel mit den zusätzlichen Standorten von Notenstein La Roche den eigenen Heimmarkt und unterstreiche seine Position als eine der führenden Privatbanken in der Schweiz.

Notenstein La Roche verfügt derzeit über 13 Standorte in der Schweiz und betreut 16,5 Milliarden Franken Kundenvermögen in der Vermögensverwaltung und im Geschäft mit externen Vermögensverwaltern (EAM). Der Kundenschwerpunkt liegt in der Schweiz. Daneben betreut die Privatbank vor allem Kunden aus Deutschland und einer Reihe anderer internationaler Märkte.

Mehrere Gründe ausschlaggebend

Ausschlaggebend für den Verkauf von Notenstein La Roche waren gemäss der Mitteilung mehrere Gründe. Einer davon: Raiffeisen habe in den letzten Jahren – auch dank der Impulsgeberrolle von Notenstein La Roche – bewiesen, dass sie das Anlagegeschäft aus eigener Kraft erfolgreich weiterentwickeln könne. «Gleichzeitig ist klar geworden, dass Notenstein La Roche in einem klassischen Private-Banking-Umfeld die grösseren Chancen hat, ihr Potenzial auszuschöpfen und den individuellen Kundenansprüchen noch besser gerecht zu werden.» Zudem wird gemäss dem Communiqué mit dem Verkauf von Notenstein La Roche regulatorisches Kapital freigesetzt, das Raiffeisen für weiteres Wachstum im Kerngeschäft einsetzen kann.

«Keine Abkehr»

Patrik Gisel, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz und Verwaltungsratspräsident von Notenstein La Roche, lässt sich in der Mitteilung wie folgt zitieren: «Der Verkaufsentscheid ist keine Abkehr von der Diversifikationsstrategie von Raiffeisen. Im Gegenteil, wir wollen uns auf unsere angestammte Kundschaft, zu der auch vermögende Privatkunden gehören, fokussieren und diese zusammen mit unseren Raiffeisenbanken mit einem noch umfassenderen und leistungsfähigeren Angebot ausbauen.»

Die neu definierte Wachstumsstrategie im Anlagegeschäft sehe vor, in den nächsten fünf Jahren substanziell in das Geschäftssegment Anlagekunden zu investieren, heisst es in der Mitteilung weiter. Ein wichtiger Schritt dabei sei der Aufbau eines eigenen Investment Office mit Spezialisten von Notenstein La Roche, die künftig die Raiffeisenbanken mit einem kundenorientierten Investmentprozess und Research-Leistungen bedienen werden.

«Gute Zusammenarbeit wird verstärkt»

«Mit der Akquisition von Notenstein La Roche und ihrem Niederlassungsnetz stärken wir unser Leistungsangebot im Heimmarkt und belegen unseren Anspruch, ein führender globaler, aber in der Schweiz verankerter Vermögensverwalter zu sein», sagt Zeno Staub, CEO von Vontobel. Notenstein La Roche ergänze optimal das über Jahre hinweg starke organische Wachstum von Vontobel im Wealth Management. «Die vergrösserte Kundenbasis gibt uns die Möglichkeit, unsere erfolgreichen Plattformen noch besser zu nutzen. Zudem freue ich mich, unsere langjährige gute Zusammenarbeit mit Raiffeisen weiter zu verstärken», so Zeno Staub.

Übernahme per drittes Quartal angestrebt

Raiffeisen und Vontobel vereinbarten einen Kaufpreis von rund 700 Millionen Franken. Der Vollzug der Transaktion wird vorbehaltlich der Genehmigung durch die Regulierungsbehörden im dritten Quartal 2018 angestrebt.

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