Raffael Gemperle will den zurücktretenden Häggenschwiler Gemeindepräsidenten Hans-Peter Eisenring beerben

Für die Nachfolge von Hans-Peter Eisenring gibt es eine Findungskommission. Und einen ersten Interessenten.

Johannes Wey
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In einem Jahr übernimmt in Häggenschwil eine neue Gemeindepräsidentin oder ein neuer Gemeindepräsident das Ruder.

In einem Jahr übernimmt in Häggenschwil eine neue Gemeindepräsidentin oder ein neuer Gemeindepräsident das Ruder.

Urs Bucher

Raffael Gemperle hat bei seiner Ankündigung einen Abend mit viel Publikum erwischt. Vor rund 90 Zuhörerinnen und Zuhörern erklärte er am Donnerstag, Gemeindepräsident von Häggenschwil werden zu wollen.

Raffael Gemperle, Vize-Gemeindepräsident Häggenschwil.

Raffael Gemperle, Vize-Gemeindepräsident Häggenschwil.

Johannes Wey

Seit Hans-Peter Eisenring (CVP) angekündigt hatte, bei den Gesamterneuerungswahlen im September nicht mehr anzutreten, sei er immer wieder auf eine mögliche Kandidatur angesprochen worden. «Jetzt wisst ihr es.» Für seinen Auftritt erntete der heutige Vize-Gemeindepräsident Applaus.

Für ihn sei es eine Befreiung, dass er mit seinem Interesse am Amt nun nicht mehr hinter dem Berg halten müsse, sagte Gemperle nach der Veranstaltung. Seine Arbeitgeberin habe er über sein Absicht informiert – der 44-Jährige ist Leiter der Bauaufsicht in St.Gallen.

Gleichzeitig mit Eisenring gewählt

Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring.

Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring.

Benjamin Manser

Raffael Gemperle kam 2010 in den Gemeinderat, gleichzeitig mit dem heutigen Gemeindepräsidenten. Dieser habe ihn denn auch auf eine mögliche Nachfolge angesprochen, sagte Gemperle. Die Mitglieder der Findungskommission seien ebenfalls über sein Interesse im Bild gewesen. Falls die Kommission aber jemand anderem den Vorzug gebe, werde er im Gemeinderat bleiben. Der Parteilose leitet heute das Ressort Umwelt/Raumordnung.

Findungskommission will Stelle bald ausschreiben

Auch die Findungskommission (Fiko) wurde am Donnerstag vorgestellt. Die konstituierende Sitzung hat am 3. Januar stattgefunden. Vorsitzende ist Judith Hardegger, die Präsidentin der CVP Muolen-Häggenschwil. Vertreten sind mit Markus Brunner, Präsident der SVP Wittenbach-Häggenschwil-Muolen, und Jürg Widmer von der SP auch die beiden anderen politischen Parteien, die in Häggenschwil aktiv sind. Ebenfalls mit im Boot der Findungskommission sitzen die Dorfvereine: Sie werden durch Manuel Hafner, Präsident des Turn- und Sportvereins, vertreten.

Begleitet wird die Fiko von Guido Kriech, der in Niederwil ein Beratungsunternehmen für KMU und öffentliche Institutionen führt. Er ist auch die Ansprechperson für Bewerberinnen und Bewerber, die für das Gemeindepräsidium kandidieren wollen. Die Fiko wird ihre Arbeit diesen Monat aufnehmen, um die Stelle spätestens Anfang Februar auszuschreiben.

Der heutige Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring hatte seinen Rücktritt Ende Oktober erklärt. Vor seiner Amtszeit in Häggenschwil war er bereits 19 Jahre Gemeindepräsident von Lütisburg.

Studie für neue Turnhalle

Eingeladen zum Infoabend hatte der Gemeinderat, um über eine Reihe von Vorhaben zu informieren. Vorgestellt wurden unter anderem die Pläne, eine Machbarkeitsstudie für eine neue Turnhalle in Auftrag zu geben. Raffael Gemperle, Leiter der betreffenden Arbeitsgruppe, begründete diese Absicht mit der ausgereizten Kapazität der Mehrzweckhalle Rietwies. Die Situation sei für den Turnverein nicht ideal. Mit einer neuen Turnhalle würden zudem Kapazitäten in der Mehrzweckhalle frei, wovon auch die Musikgesellschaft profitieren könnte. Ausserdem wäre damit auch wieder Luft für neue Freizeitaktivitäten vorhanden. Im Budget wolle die Gemeinde rund 40000 Franken für eine Machbarkeitsstudie einplanen. «So eine Halle zahlen wir nicht einfach aus der Portokasse», sagte Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring. «Aber wenn wir uns das wünschen, können wir das stemmen.»

Senioren und Familien im Pfaffengut

Ein weiteres Thema war die Entwicklung des Areals Pfaffengut, das der Kirchgemeinde gehört. Sie will das Land im Baurecht zur Verfügung stellen und hat selber Bedarf nach rund 150 Quadratmetern Bürofläche angemeldet. Mit der Arealentwicklung hat die Gemeinde die RLC Immoprojekt AG beauftragt. Diese will nun drei Architekturbüros zu einem Studienauftrag einladen, dessen Resultate im Sommer präsentiert werden sollen. Das Projekt unmittelbar neben der Kirche soll sich «sehr feinfühlig» ins Dorf einfügen, versprach Geschäftsleiter Beat Vetterli. Vorgesehen ist nebst den Büroräumen ein Mix von 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen, die ein durchmischtes Wohnen von Senioren und Familien ermöglichen sollen. (jw)