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«Eiszauber» in St.Gallen: Quartiere sind noch nicht bezaubert, FM1 ist zufrieden

In den Quartieren St.Otmar und Lachen löst der «Eiszauber» auf der Kreuzbleiche noch keine Entzückung aus – aber auch keine fundamentale Kritik. Fakt ist: Der «Eiszauber» zieht.
Daniel Wirth
«Eiszauber» macht’s möglich: Eistanz auf der Kreuzbleiche. (Bild: Michel Canonica, 29.November 2018))

«Eiszauber» macht’s möglich: Eistanz auf der Kreuzbleiche. (Bild: Michel Canonica, 29.November 2018))

Seit knapp einer Woche können auf der Kreuzbleiche auf einem Eisfeld Denise-Biellmann-Pirouetten gedreht, in einem Alp-Châlet Fonduemischungen gerührt und Raclettekäse geschmolzen und Glühwein getrunken werden: Eiszauber heisst die Veranstaltung, die von Radio FM1 organisiert wird. Sie dauert 60 Tage – ohne Auf- und Abbau und ohne allfälliger Landschaden-Reparatur.

SP-Stadtparlamentarier Peter Olibet kritisiert den Eiszauber in einer Einfachen Anfrage als «ökologischen Unsinn» und «massiven Eingriff in den öffentlichen Raum». Die Antwort des Stadtrates steht noch aus.

Vom Eiszauber unmittelbar betroffen sind zwei Quartiere: Lachen und St. Otmar. Wie gehen die Menschen in diesen beiden Stadtteilen mit der Grossveranstaltung um?

Fredi Spieler ist Präsident des Quartiervereins St. Otmar, seine Frau Barbara ist ebenfalls im Vorstand. «Die Meinungen im Quartier sind zweigeteilt», sagt Fredi Spieler. Familien mit Kindern, die gerne aufs Eis gingen, fänden den Eiszauber witzig, sagt er. Andere, die mit dem Velo oder zu Fuss die Kreuzbleiche durchqueren wollten, bemängelten, sie seien in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Am Abend der Eröffnung sei bei ihm eine Klage eingegangen, wonach sehr laut Musik gespielt worden sei. «Ein Einzelfall», sagt Spieler. Er habe am Wochenende selber einen Augenschein genommen und sei erstaunt gewesen, wie angenehm die Lautstärke der Musik ab Konserve gewesen sei. Die Wahrnehmungen seien unterschiedlich im St.-Otmar-Quartier. Fundamentalkritik tönt anders.

Den Kindern fehlt der übliche Spielplatz

Was Fredi Spieler etwas irritiert hat: Der Quartierverein sei im Vorfeld weder angehört noch involviert worden, weder von den Veranstaltern noch vom Quartierbeauftragten der Stadt. Barbara Spieler sagt, das Tartanfeld bei der Sporthalle Kreuzbleich sei im Winter für viele Kinder im Quartier ein beliebtes Fussballfeld. Dieses sei während des Eiszaubers nicht bespielbar. «Schade», findet Barbara Spieler.

Denn gerade Eltern in ausländischen Familien seien wirtschaftlich nicht in der Lage, ihre Kinder am Wochenende oder an schulfreien Nachmittagen auf dem temporären Eisfeld bezaubern zu lassen. Das sei ihnen zu teuer, sagt Barbara Spieler.

Pius Jud, Präsident des Quartiervereins Lachen, stösst ins gleiche Horn wie Fredi und Barbara Spieler. Die einen fänden den Eiszauber lässig, die anderen fänden, das gehe gar nicht. Reklamationen wegen Lärms seien ihm keine zu Ohren gekommen, sagt Jud.

Er habe zwar keine Umfrage gemacht im Quarter, sagt Pius Jud, aber die Aussagen Fredi Spielers könne er unterstreichen: Wer das Eisfeld nutze oder gerne Glühwein im Châlet trinke, befürworte den Anlass, andere, die lieber in Ruhe spazierten, beklagten sich leise.

Dass die Quartiervereine im Vorfeld nicht über den Eiszauber informiert worden sind, findet auch Jud «seltsam».

200 Anwohner mit Infos und freiem Eintritt bedient

«Wir haben 200 Haushalte in nächster Umgebung der Kreuzbleiche zwei Wochen vor der Eiszauber-Eröffnung mit Informationsmaterial und zwei freien Eintritten bedient», sagt Urs Brülisauer.

Der Leiter der Sparte Events bei Radio FM1 zählte am vergangenen Samstag zwischen 11 und 22 Uhr rund 800 Personen, die sich auf dem Eisfeld und den Eisparcours vergnügten. Es seien auffällig viele Familien mit Kindern darunter gewesen.

Urs Brülisauer, Leiter Events bei Radio FM1. (Bild: PD)

Urs Brülisauer, Leiter Events bei Radio FM1. (Bild: PD)

Am verregneten Sonntag seien es indes nur noch ein Bruchteil Besucherinnen und Besucher gewesen, zieht Brülisauer eine erste Bilanz. Er und seine Crew hoffen, dass das Wetter zwischen Weihnachten und Neujahr trocken wird und viele Leute aufs Eis strömen werden.

Unabhängig vom Wetter ist das Alp-Châlet bis Weihnachten fast restlos ausgebucht, wie Brülisauer sagt. Das Châlet hat 220 Plätze. Die Kritik am Eiszauber aus den Quartieren kann er teilweise nachvollziehen und sagt:

«Wir geben uns Mühe, keine Emissionen zu verursachen.»

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