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Rorschacher Kunstraum Maria schliesst seine Türen, aber nur vorläufig

Der Rorschacher Künstler Patrick Muchenberger schliesst seinen Projektraum Maria bereits nach neun Monaten wieder, weil das Geld ausgeht. Für Sponsoren würde er die Galerie wieder öffnen.
Res Lerch
Nach neun Ausstellungen und neun Monaten schliesst Patrik Muchenberger den Projektraum Maria aus finanziellen Gründen. (Bild: Res Lerch)

Nach neun Ausstellungen und neun Monaten schliesst Patrik Muchenberger den Projektraum Maria aus finanziellen Gründen. (Bild: Res Lerch)

Patrik Muchenberger hat vor einigen Monaten den Projektraum Maria an der Mariabergstrasse 9 in Rorschach installiert und seither neun Ausstellungen realisiert. Nun beendet er das Projekt und somit bietet sich Gelegenheit, beim Künstler nachzufragen, was dieser Raum in seiner Wahrnehmung in den letzten Monaten bewirkt hat. «Ich finde, dass der physische Raum immer noch sehr wertvoll ist und den virtuellen Raum in den Schatten stellt. Kunst ist es wert, mit Menschen direkt in Verbindung gebracht zu werden. Spontanität, Fehler, Haptik, Geruch sind unter anderem wichtige Komponenten, um Werke gut erfahrbar zu machen», sagt er.

Wehmut ist wahrscheinlich nicht ganz das, was Patrik Muchenberger fühlt, wenn dieser Raum nicht mehr ist. Trotzdem wird er schnell konkret: «Der Raum war eine Geburtsstunde und eine daraus resultierende Geschichte der bildenden Kunst in Rorschach. Es wuchs aber auch eine kollektive Motivation für eine Weiterführung des Projektraums Maria. Allerdings sind wir diesbezüglich noch auf der Suche nach Sponsoren oder einer Mäzenin oder eines Mäzen. Ich habe den Raum etwa neun Monate mit meiner Frau Gabi zusammen finanziert und organisiert. Unser Budget war auf diesen Zeitraum beschränkt. Wir wollten Rorschach einen kostenlosen, frei zugänglichen und temporären Projektraum mit dem Fokus auf Entwicklung von zeitgenössischer Kunst in der Region und darüber hinaus bieten.

Künstler wünscht sich mehr Begeisterung

«Ich kuratierte neun gut besuchte Ausstellungen, eine Musik-Jamsession, ein Artist in Residenz und zahlreiche Atelierarbeitstage mit verschiedenen Künstlern und Besuchern. Wir werden ja sehen, was bleibt», sagt Muchenberger. Er habe aber auch Wünsche betreffend Kleinkultur in der Stadt Rorschach: «Ich wünsche mir noch mehr Begeisterung für die bildende Kunst. Und wenn dies für einige Menschen noch zu schwierig ist, wünsche ich mir mehr Mut zur Kunst. Die Kunst hat in der Vergangenheit oft bewiesen, dass sie eine Stadt vorwärtsbringen kann. Kunst kann Enthusiasmus und Diskurse entfachen und Diversität als Nährboden für eine gesunde Kultur bringen. Das Betrachten und Reflektieren von Kunst muss aber gelernt werden, hier gibt es sicher noch Bedarf; und dies nicht nur in Rorschach», so seine Bilanz.

Patrik Muchenberger war in letzter Zeit in viele Projekte involviert. Nebst seinem Engagement beim Lichtjahr, mit einer Performance auf dem alten Friedhof hinter der Kolumbanskirche, war er in den vergangenen Wochen auch damit beschäftigt, eines der drei Klaviere für das Pianos am See zu gestalten. Das von Pengpeng gestaltete Klavier befindet sich beim Lift am Rorschacher Hauptbahnhof. «Ich arbeite an verschiedenen grösseren und kleineren Projekten. Eines davon wird auf dem Areal der alten Feldmühle, durch das Künstlerduo Pengpeng (das sind Patrik Muchenberger und Alex Brotbeck) realisiert werden».

Wer in Zukunft aktuelle Informationen erhalten möchte, kann sich in den kommenden Monaten und darüber hinaus, über seine Website (www.patrikmuchenber ger.com) auf dem Laufenden halten. Dort kann man ihn auch kontaktieren, Ideen einbringen oder Fragen stellen. Aber zum Schluss ist auch für Patrik Muchenberger klar: «Zuallererst müssen wir aber versuchen, finanzielle Unterstützung für die neuen Projekte zu generieren. Die Kunst kann zwar mit wenig Geld auskommen, sofern man leidenschaftlich und genügsam arbeitet, aber es müssen doch nebst den Lebenskosten auch gewisse Kosten für Material und Räumlichkeiten gedeckt werden können. Solange Kunst nicht wieder als etwas Elementares für die Bevölkerung und deren Kultur angesehen wird, bleibt es auch in Rorschach prekär.»

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