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«Profitgier im höchsten Mass»: Die geöffneten Läden am St.Galler Kinderfest empören

«Ab 13 Uhr geöffnet»: Migros, Coop, Globus und Manor werden am Kinderfest geöffnet haben. Sie brechen damit eine lange Tradition. Einige Leserinnen und Leser des «St.Galler Tagblatts» ärgern sich über den Entscheid der Detailhändler – andere können ihn nachvollziehen.
Jonas Manser
Der traditionelle Kinderfestumzug vor drei Jahren. (Bild: Donato Caspari)

Der traditionelle Kinderfestumzug vor drei Jahren. (Bild: Donato Caspari)

Es galt als Tradition, dass die Läden in St.Gallen am Kinderfest-Tag geschlossen blieben. Damit brechen nun Migros, Coop, Globus und Manor. Sie öffnen am Kinderfest nachmittags ab 13 Uhr ihre Läden. Der Entscheid der Detailhändler stösst nicht nur bei der Dachorganisation Pro City auf Unverständnis, sondern auch bei unseren Leserinnen und Lesern.

Auf Social Media ist der Grundton beinahe durchgehend negativ: «Der Anfang vom Ende des Kinderfests», «Profitgier im höchsten Mass» oder «Bis jetzt ging es auch immer ohne», heisst es in den Kommentaren auf der Facebook-Seite unserer Zeitung. Es wird gar zum Boykott aufgerufen: «An diesem Tag einfach nicht einkaufen gehen», schreibt Ursula Zünd.

Am Kinderfest wird es nun so sein, dass einige Geschäfte geschlossen sein werden, einige nicht. Eine nie da gewesene Situation. «Wieso kann man sich nicht gemeinschaftlich geben?», fragt sich Osamu Kudo auf dem sozialen Netzwerk. «Viele Mütter und Väter, die in diesen Läden arbeiten, müssen nun ihre Kinder enttäuschen», befürchtet Stephan Lüber.

Kein Interesse am Kinderfest

Es gibt auch durchaus Personen, die sich für die geöffneten Läden aussprechen. So argumentiert Claudia Gräzer-Kasper: «Das Kinderfest ist kein Feiertag.» Es stehe Migros oder Coop deshalb zu, am Kinderfest die Läden offen zu haben oder nicht. In St.Gallen gebe es auch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in der Agglomeration wohnten. Viele würde das Kinderfest überhaupt nicht interessieren. Diejenigen, die am Kinderfest arbeiten müssten, würden sich am Mittag auch verpflegen wollen.

Nicht jeder St.Gallerin und jedem St.Galler ist das Kinderfest gleich wichtig. Für Leserin Amelia Spiess ist der traditionelle Anlass mit schlechten Erinnerungen behaftet. Ihr sei das Kinderfest völlig egal. «Es hat mich als Kind schon nicht interessiert, als ich mich im Rock vor geifernden 80-Jährigen präsentieren musste.»

Pro City schiesst ein Eigentor?

Marco Rütsche betrachtet die Ladenöffnungszeiten und die diesbezügliche Reaktion der Vereinigung Pro City von einer anderen Seite. Er meint, dass der Verband ein Eigentor geschossen habe, indem sie sich über die Öffnungszeiten der «Grossen» ärgerten. «Hätten sie nichts gesagt, hätten die Detailhändler viel weniger Leute in den Läden gehabt.» Jeder hätte wahrscheinlich angenommen, dass diese geschlossen seien.

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