Kommentar

Professionalität ist nicht Ansichtssache

Kinder bringen nicht dieselbe Leistung auf die Bühne wie ausgebildete erwachsene Schauspieler.

Seraina Hess
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Nicht, wenn sie mehrmals die Woche proben und vor ausverkauften Sitzreihen spielen, und auch nicht, wenn dem Kinder-Musical-Theater Storchen von engagierten Politikern Professionalität attestiert wird.

Allerdings müssen schauspielernde Buben und Mädchen auch nicht dasselbe bieten wie geschulte Theaterleute. Denn Professionalität ist, wie im Namen enthalten, jenen zugestanden, die eine Profession ausüben: Berufsleuten. Daran ist nicht zu rütteln, genauso wenig an klar vorgegebenen Beitragskriterien der Kulturförderung.

Kinder bringen aber vielleicht irgendwann dieselbe Leistung auf die Bühne wie ausgebildete erwachsene Schauspieler. Nämlich dann, wenn das Hobby der Kindheit die Berufswahl beeinflusst.

Aus diesem Grund sind Angebote wie das Kinder-Musical-Theater Storchen wichtig: Sie formen den Kulturnachwuchs von morgen.

Die Diskussion um Professionalität ist unnötig – das daraus entstandene Anliegen, individuell zu beurteilende Unterstützungsbeiträge im Kulturkonzept festzuhalten, hingegen durchaus löblich.