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Pro und Contra: Die Olma geht los – Elf Tage feiern in St.Gallen oder lieber in die Ferien fahren?

Während der fünften Jahreszeit nehmen viele Ostschweizerinnen und Ostschweizer extra Ferien. Doch es gibt auch Menschen, die während der Olma das Weite suchen und genau deshalb verreisen.
Christoph Renn, Roger Berhalter
Die Olma zieht jedes Jahr mehrer hunderttausend Besucher an. (Bild: Urs Bucher)

Die Olma zieht jedes Jahr mehrer hunderttausend Besucher an. (Bild: Urs Bucher)

Pro: St.Gallen ist während der Olma die beste Feriendestination

Christoph Renn, Redaktor. (Bild: Urs Bucher)

Christoph Renn, Redaktor. (Bild: Urs Bucher)

Ferien sind die Gelegenheit, Freunde zu treffen und das Leben zu geniessen. Und wo geht das als Ortsansässiger besser als an der Olma? Bekannte aus der ganzen Schweiz reisen nach St. Gallen. Deshalb gehören ein paar freie Tage in der fünften Jahreszeit dazu.

Was, du nimmst eine Woche Ferien für die Olma? Oft höre ich diese Frage. Und die Antwort ist und bleibt ein überzeugtes Ja. Dabei geht es nicht darum, sich eine Woche lang zu betrinken und den Kater auszukurieren. Natürlich darf ein ausgiebiger, feuchtfröhlicher Besuch in den Hallen 4 und 5 nicht fehlen. Die Olma bietet aber viel mehr. Vor allem eines: Freunde, die in der ganzen Schweiz verteilt sind, reisen unaufgefordert nach St.Gallen. Die Messe wird zum grossen Klassentreffen. Bekannte und Familie amüsieren sich gemeinsam bei Wurst und Bier.

Mit Freunden das Leben zu geniessen, ist sehr befriedigend. An der Olma ist es aber auch so leicht wie nie, neue Bekanntschaften zu schliessen. Die Leute sind offen und freundlich – ja, sogar die Appenzeller und Thurgauer, die den Weg nach St.Gallen finden – und sie geniessen gemeinsam den Ausnahmezustand in der Gallusstadt. Natürlich, eine Woche Strandferien hat auch ihren Reiz. Doch muss diese gerade während der Olma sein? In der Zeit, in der St.Gallen sich wandelt, sich zur belebten, offenen, witzigen Stadt wandelt. In der Zeit, in der sich Herr und Frau Ost­schweizer öffnen, zusammen ein Fest ge­niessen.

Für einmal bietet die Gallusstadt Abwechslung, die Möglichkeit aus dem Alltag auszubrechen. Einige müssen dafür Tausende Franken für den Flug irgendwo hin auf der Welt hinblättern. Dabei bietet die Olma alles, was zu Ferien gehört. Erholung, kulinarische Leckerbissen, Spass und Freude. Und obwohl sich die Olma nicht neu erfindet, gibt es jedes Jahr Abwechslung, wohin man schaut.

Natürlich, wer nicht mit der Olma aufgewachsen ist, der ist wohl nicht eng mit der fünften Jahreszeit verbunden. Er ist mit der Situation überfordert, kauft sich eine tolle Waschmaschine, betrinkt sich und geht schlafen. Nur Kenner wissen, wo es den besten Apéro gibt, den besten Wein, die beste Unterhaltung. Wer während der Olma in die Ferien verreist, dem bleibt aber nur zu danken, so bleibt mehr Platz für die richtigen Olma-Freunde.

Contra: Magenbrotessen in der Komfortzone muss nicht sein

Roger Berhalter, Redaktor. (Bild: Ralph Ribi)

Roger Berhalter, Redaktor. (Bild: Ralph Ribi)

Ferien sind die Gelegenheit, aus dem Alltag auszubrechen, die gewohnten Pfade zu verlassen und Neues zu entdecken. Wer die freie Zeit aber stattdessen darauf verwendet, in der gewohnten Umgebung zu bleiben und Magenbrot zu essen, der verpasst etwas.

In den Herbstferien beginnt für St. Gallerinnen und St. Galler die fünfte Jahreszeit. Die Olma steht vor der Tür, und zehn Tage lang wird das St.Galler Messegelände zur Ostschweizer Festhütte. So weit so gut. Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, einmal einen Morgen oder Tag frei zu nehmen, weil man am Abend zuvor wieder zu lange in der Degustationshalle war. Aber wozu gleich Ferien nehmen? Eine ganze Woche frei machen, um eine Waschmaschine oder einen Staubsauger mit Messerabatt zu kaufen? Diese Rechnung geht nicht auf.

Ferien sind die viel zu seltene Gelegenheit, aus dem Alltag auszubrechen, die Komfortzone zu verlassen und Neues zu entdecken. Man muss dafür nicht um die Welt fliegen und möglichst exotische Länder und Sitten sehen. Auch innerhalb der Landesgrenzen und für wenig Geld kann man Abenteuer erleben. Entscheidend ist, die gewohnte Umgebung zu verlassen, sich ein bisschen herauszufordern – und nicht einfach einen Anlass um die Ecke zu besuchen, der seit 76 Jahren mehr oder weniger unverändert geblieben ist. Säuli­rennen, Weisswein, billiger Jakob: An der Olma weiss man, was einen erwartet. Das mag für einige verlockend sein. Für ein Abenteuer sind es aber denkbar schlechte Vorausset­zungen.

Den Olma-Jahrmarkt kann man auch über Mittag oder am Abend besuchen, das Messegelände ist auch am Wochenende geöffnet. Waschmaschinen und Staubsauger gibt’s auch anderswo, um Säuli rennen zu sehen, muss man nur einen Bauernhof besuchen. Und auf die günstige Raffel des billigen Jakob kann man getrost verzichten.

Wer seine Ferien unbedingt für eine Messe hergeben möchte, der soll lieber die Ferienmesse auswählen und dort die nächste Reise buchen. Das fühlt sich sogar ein bisschen wie Olma an, weil es auf demselben Messe-Gelände stattfindet – allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Man muss danach keinen Kater kurieren, sondern darf sich auf das nächste Ferienabenteuer freuen.

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