Im Musical der Maitlisek Gossau sorgen sich Prinzessinnen um Insta-Likes

Zwischen Donnerstag und Samstag führt die Maitlisek Gossau das Stück «Spieglein, Spieglein» auf. Die Grundgeschichte ist bekannt, doch Rahmen und Bühnenbild überraschen.

Nicolas Düsel
Drucken
Teilen
Hannah Arpagaus als die böse Stiefmutter. (Bild: Nicolas Düsel)

Hannah Arpagaus als die böse Stiefmutter. (Bild: Nicolas Düsel)

«Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?», fragt die Königin die Stiefmutter. Die Antwort ist so vertraut wie eh und je. Doch das Bühnenbild ist keineswegs ein Schloss, die Prinzessinnen sind nicht gekleidet wie solche und der Prinz erinnert an einen selbstbewussten Mann aus der heutigen Zeit. Die Prinzessinnen, welche um den Prinzen werben, schauen nach, ob er einen Instagram-Account habe. Zwischen den verschiedenen Szenen werden, anstelle von Disney-Klassikern, moderne Popsongs wie «Natural» von Imagine Dragons aufgeführt.

Schülerinnen wählten modernes Schneewittchen

«Das Thema und der Rahmen wurden gemeinsam mit einer Gruppe von Schülerinnen erarbeitet», sagt Simon Griesinger, der Musikalische Leiter des Musicals. Entschieden hätten sie sich für eine moderne Erzählung von Schneewittchen. Die Proben laufen seit Anfang zweiten Semesters. Zwei Lektionen pro Woche probten die Schülerinnen für die Aufführungen Ende dieser Woche. «Die letzten beiden Wochen haben wir besonders intensiv geprobt», sagt Griesinger. Seit Pfingsten sei jede Lektion für die Vorbereitung aufgewendet worden.

Das Musical wird in der Maitlisek jedes Jahr mit der dritten Stufe durchgeführt. Alle Schülerinnen nehmen am Abschlussmusical teil. «Es machen nicht alle als Schauspielerinnen mit, aber jede ist irgendwie ins Musical involviert.» So werden Licht, Tontechnik, Bühnenbild und Musik von den Schülerinnen verwaltet und kontrolliert. Die verschiedenen Rollen seien per Casting verteilt worden. Die Schülerinnen konnten zwischen zwei Szenen auswählen, welche sie vorführen mussten. Die besten Kandidatinnen wurden dann einer der 20 Rollen zugeteilt.

«Meine Freundinnen anzuzicken fällt mir schwer»

Die 16-jährige Hannah Arpagaus spielt die Rolle der bösen Stiefmutter. «In meiner Rolle muss ich mich arrogant verhalten, was mir anfangs grosse Schwierigkeiten bereitet hat. Es geht einfach gegen meine Persönlichkeit», sagt Arpagaus. «Mir gefällt jedoch die Möglichkeit, mich in eine Person versetzten und mich wie diese verhalten zu können. Ich bin gerne kreativ.» Nervosität verspüre sie keine. «Wir haben genügend geprobt, sodass ich mir in meiner Rolle sicher bin und mir der Text liegt.»

Hinweis
Aufführung «Spieglein, Spieglein», Donnerstag, Freitag, Samstag, 19.30 Uhr, Haldenbüelsaal Gossau