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Präsidiumswechsel im St.Galler Stadtparlament: Mit Mut in die Zukunft

Gut gelaunt hat das Stadtparlament gestern Dienstag das neue Amtsjahr in Angriff genommen. Neue Präsidentin und damit höchste Stadtsanktgallerin ist Barbara Frei (FDP). Ihr Vize wurde Beat Rütsche (CVP). Beide wurden mit glänzenden Resultaten gewählt.
Reto Voneschen
Die neue Spitze des St.Galler Stadtparlaments: Präsidentin Barbara Frei (FDP) und Vizepräsident Beat Rütsche (CVP). (Bild: Urs Bucher - 15. Januar 2019)

Die neue Spitze des St.Galler Stadtparlaments: Präsidentin Barbara Frei (FDP) und Vizepräsident Beat Rütsche (CVP). (Bild: Urs Bucher - 15. Januar 2019)

Nein, diesmal hat er nicht wie in der Antrittsrede Katalanisch gesprochen. Dafür trug er eine rote Fliege. Gallus Hufenus (SP), Stadtparlamentspräsident 2018, schied mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus dem Amt. Er müsse sich zuerst an seinen neuen Namenszusatz gewöhnen. Er sei jetzt «alt Stadtpräsident» – und frage sich, ob das bedeute, dass Junge künftig im Bus für ihn ihren Sitzplatz freigeben würden, witzelte Hufenus.

Der scheidende Parlamentspräsident schwärmte davon, wie er in diesem Amt 2018 die Stadt gespürt hatte: Er habe viele Geschichten auf engstem Raum erlebt, habe mit unzähligen Leuten Kontakt gehabt. Das habe ihm gezeigt, dass unsere Gesellschaft liberaler und toleranter sei, als wir oft beklagten und befürchteten.

Authentisch, mutig und leidenschaftlich

Der scheidende Parlamentspräsident brach eine Lanze für eine vielfältige, liberale und tolerante Gesellschaft. Er rief dazu auf, die schillernde und spannende Geschichte der Stadt St.Gallen authentisch, mutig und leidenschaftlich fortzuschreiben. Partizipative Prozesse gehörten dazu. Wenn die Bedürfnisse Betroffener abgeholt seien, gehöre aber auch dazu, dass die Politik entscheide.

Gallus Hufenus, der Parlamentspräsident 2018, applaudiert Barbara Frei, der soeben gewählten Parlamentspräsidentin 2019. (Bild: Urs Bucher - 15. Januar 2019)

Gallus Hufenus, der Parlamentspräsident 2018, applaudiert Barbara Frei, der soeben gewählten Parlamentspräsidentin 2019. (Bild: Urs Bucher - 15. Januar 2019)

Dabei werde es kaum je möglich sein, allen Interessen gerecht zu werden. Auch wenn es unangenehm sei, solche Entscheide vertreten zu müssen, genau dafür seien Politikerinnen und Politiker gewählt, sagte Hufenus in seiner Abschiedsrede. Wenn sie mit Herzblut zu ihren Projekten stünden, werde die Bevölkerung das aber auch verstehen.

Für die Weiterentwicklung der Stadt brauche es aber auch Selbstbewusstsein. Einerseits sei es daher an der Zeit, dass St.Gallen sein Textiltrauma, den Niedergang der Stickerei-Industrie Anfang des 20. Jahrhunderts, endgültig überwinde. Anderseits sei es in der Stadtentwicklung auch falsch, etwas nur zu tun, weil es alle anderen täten, mahnte Gallus Hufenus.

Glückwünsche vom Stadtpräsidenten: Thomas Scheitlin gratuliert Barbara Frei zur Wahl als Parlamentspräsidentin und höchster Stadtsanktgallerin 2019. (Bild: Urs Bucher - 15. Januar 2019)

Glückwünsche vom Stadtpräsidenten: Thomas Scheitlin gratuliert Barbara Frei zur Wahl als Parlamentspräsidentin und höchster Stadtsanktgallerin 2019. (Bild: Urs Bucher - 15. Januar 2019)

Ein Ehrenamt

Die neue Parlamentspräsidentin Barbara Frei (FDP) hieb in die gleiche Kerbe wie ihr Vorgänger. Das Amt der höchsten St.Gallerin bekleiden und die Stadt ein Jahr lang nach aussen vertreten zu dürfen, sei für sie eine grosse Ehre.

Sie sei sich auch bewusst, dass es anspruchsvoll werde, die grossen Fussstapfen von Vorgängerin Franziska Ryser und Vorgänger Gallus Hufenus zu füllen. Sie werde sich aber voll und ganz einsetzen, damit dies gelinge, versprach Barbara Frei. Sie freue sich auf diese Aufgabe.

Absage an Extremismus und politische Spaltpilze

Parlamentspräsidentin Barbara Frei mit der Ratsglocke. (Bild: Urs Bucher - 15. Januar 2019)

Parlamentspräsidentin Barbara Frei mit der Ratsglocke. (Bild: Urs Bucher - 15. Januar 2019)

In ihrer Antrittsrede betonte die neue Parlamentspräsidentin, dass Fortschritte nur möglich seien, wenn man sich hartnäckig und miteinander dafür einsetze. Das dürfe man angesichts des rauer werdenden Windes in der Politik nie vergessen, sagte Frei.

Gleichzeitig erteilte sie Extremismus sowie extrem spaltenden Positionen eine klare Absage. Nur gemeinsam, mit gegenseitigem Respekt, mit Kompromissbereitschaft und im Dialog lasse sich die heute bereits attraktive Gallusstadt positiv weiter entwickeln, zu einem prosperierenden Wirtschaftsstandort mit hoher Lebensqualität.

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