Interview

Präsident der Christlichen Sozialbewegung: «Es bleibt bei Gossauern für Gossauer»

Die CSB ist mit nur einem Mitglied schon längst keine Dachorganisation mehr. Deshalb wurde nun ein Verein gegründet. 

Elisabeth Fitze
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Die  Weihnachtsaktion ist eine der wichtigsten Aktionen der CSB. Das bleibt laut Präsident Guido Rutz auch weiterhin so.

Die  Weihnachtsaktion ist eine der wichtigsten Aktionen der CSB. Das bleibt laut Präsident Guido Rutz auch weiterhin so. 

Bild: Ralph Ribi

Heute kennt man die Christliche Sozialbewegung (CSB) Gossau-Arnegg vor allem durch ihre Weihnachts- und St. Nikolausaktionen. Im letzten Jahrhundert hat sie viele Veränderungen durchgemacht. 1905 wurde das damalige «Kartell christlich­sozialer Organisationen Gossau und Umgebung» als Selbsthilfeorganisation der verschiedenen Arbeiterorganisationen gegründet.

Um der Bevölkerung zu helfen, hat man damals mit Lebensmitteln und Heizmaterial gehandelt, heisst es in einer Mitteilung. Seither sind die meisten Mitgliedsorganisationen verschwunden, weshalb sich die CSB nun zu einem Verein umstrukturiert hat. CSB-Präsident Guido Rutz erklärt die Gründe.

Wieso ist der Zeitpunkt nun reif, aus der CSB einen Verein zu machen?

Guido Rutz: Die CSB hatte am Schluss nur noch ein Mitglied, nämlich die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB). Unter diesen Voraussetzungen ergibt es keinen Sinn mehr, die CSB als Dachorganisation zu erhalten.

Was ist denn mit den anderen Mitgliedern passiert?

Da gab es in den letzten Jahrzehnten grosse Veränderungen. Die meisten Vereine, die Mitglied in der CSB waren, haben sich entweder aufgelöst oder mit anderen Organisationen zusammengeschlossen.

Was bedeutete das für die Aufgaben der CSB?

Das Kerngebiet der CSB hat sich seit 1975 wenig verändert. Nachdem der Handel mit Lebensmitteln und Heizmaterial 1971 aufgegeben wurde, hat sich der Verband auf die Weihnachts- und St. Nikolausaktionen fokussiert.

Führen Sie diese Aktionen auch als Verein weiter?

Ja, daran wird sich überhaupt nichts ändern. Statt der jährlichen Delegiertenversammlung wird es künftig einfach eine Hauptversammlung für die Mitglieder geben.

Wie viele Mitglieder hat der neue Verein schon?

Die CSB als Verein hat noch keine. Ende Monat werden wir uns jedoch auf die Suche nach Mitgliedern machen. Dabei werden wir vor allem die 80 bis 90 Mitglieder der KAB sowie die Helfer und Familien, die sich an den Weihnachts- und St. Nikolausaktionen beteiligen, anwerben.

Bedauern Sie diese Entwicklung?

Natürlich. Aber die Zeiten ändern sich und wir müssen uns mit ihnen wandeln. Für die Bevölkerung der Stadt Gossau verändert sich eigentlich nichts. Die Organisation wird von Gossauern für Gossauer geführt und daran wird sich auch nichts ändern.

Wie lange wird die CSB als Verein noch überleben?

Natürlich hoffe ich, dass es ihn noch 100 Jahre oder länger gibt. Mich wird er bestimmt noch überleben.