Postautolinie Rorschach - St.Gallen wird verkürzt: Fahrgäste müssen künftig beim Theater umsteigen

Das Amt für öffentlichen Verkehr verspricht sich von der Verkürzung der Linie 240 weniger Busse in der St.Galler Innenstadt und mehr Effizienz. Der Mörschwiler Gemeinderat findet das Vorgehen «absolut nicht nachvollziehbar».

Johannes Wey
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Der Bus 240 von Rorschach her fährt ab 2022 als Linie 254 nur noch bis zum Theater respektive zur Kantonsschule.

Der Bus 240 von Rorschach her fährt ab 2022 als Linie 254 nur noch bis zum Theater respektive zur Kantonsschule.

Michel Canonica (6. Mai 2016)

Es klingt wie eine Erfolgsgeschichte, zumindest zu Beginn: Der Mörschwiler Gemeinderat schildert im Mitteilungsblatt, wie er sich gegen Pläne des kantonalen Amts für öffentlichen Verkehrs (AÖV) zur Wehr gesetzt hat. Das Amt hatte nämlich die Bedienung der Haltestelle Riederen durch zur Disposition gestellt und aus Mörschwil eine geharnischte Reaktion erhalten:

«Der Gemeinderat hat unverzüglich reagiert und gegenüber dem AÖV festgehalten, dass eine weitere Ausdünnung der ÖV-Halte bei der Haltestelle Riederen entschieden abgelehnt wird.»

Nachdem auf die Rückmeldung vom AÖV «weder mündlich noch schriftlich» eine Reaktion oder eine Gesprächseinladung gekommen sei, gab es im April dieses Jahres dennoch erfreuliche Post: Im Angebotskonzept Region Rorschach 2022 wird die Haltestelle Riederen wie bisher bedient, wie es im Mitteilungsblatt weiter heisst.

Böse Überraschung im Angebotskonzept

Dann folgte eine weitere Überraschung, diesmal aber eine unliebsame: Die Direktkurse der Postautolinie 240 von Rorschach nach St.Gallen fahren ab 2022 nicht mehr zum Hauptbahnhof, sondern nur noch zur Haltestelle Kantonsschule, wo sie wenden.

Als Umsteigehaltestelle für Reisende stadteinwärts empfehle das AÖV das Kantonsspital. Für den Mörschwiler Gemeinderat ist es allerdings «absolut nicht nachvollziehbar», dass ein Passagier, der unter Umständen mit Gepäck an den Hauptbahnhof möchte, unterwegs umsteigen müsse.

Seegemeinden sind einverstanden

Mit dieser Kritik scheint die Gemeinde Mörschwil allerdings alleine dazustehen. Das AÖV habe mitgeteilt, dass die Seegemeinden und die Stadt St.Gallen mit dem Vorgehen einverstanden seien - zum Erstaunen des Mörschwiler Gemeinderats:

«Für uns ebenfalls unverständlich, nehmen doch die Seegemeinden für ihre ÖV-Nutzer einen veritablen Komfortverlust in Kauf.»

Doch die Eingabe der Gemeinde blieb wirkungslos und das AÖV halte an der Kürzung der Linie fest, zum Bedauern des Mörschwiler Gemeinderats.