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Kommentar

Pop-Up-Shops in St.Gallen: Eine Chance, kein Patentrezept

Die Umsetzung des Konzepts «Zukunft St.Galler Innenstadt» wird konkret. Die FHS, ein Internet-Vermittler von Flächen für Zwischennutzungen und weitere Partner haben das Projekt Pop-Up-City lanciert. Ein erster Schritt, um leere Ladenflächen mit Leben zu füllen.
Reto Voneschen
Reto Voneschen. (Bild: Ralph Ribi)

Reto Voneschen. (Bild: Ralph Ribi)

Seit den 1960er-Jahren hat sich auch die St.Galler Altstadt vom traditionellen, vielfältig gemischten, kleinteiligen Lebensraum zum grossen Treffpunkt und Konsum-Paradies gewandelt. Heute wird im Zentrum vor allem flaniert und eingekauft, hier trifft man Bekannte und feiert Feste. Die Konzentration auf die Hauptfunktionen Einkaufen und Freizeit macht das Stadtzentrum für die Bevölkerung der ganzen Region attraktiv.

Der grosse Zuspruch des Publikums aus der weiteren Region hat dem Detailhandel ausgezeichnete Zeiten beschert. Die Stadt wurde zur Einkaufsmeile, die die Konkurrenz von Einkaufszentren auf der grünen Wiese nicht fürchten musste. Doch diese Boomzeiten, in denen sich auch die Ladenmieten in schwindelerregende Höhen schraubten, sind vorbei. Der Strukturwandel im Detailhandel hinterlässt auch im St.Galler Stadtzentrum Spuren in Form einer wachsenden Zahl leerer Ladenlokale.

Es ist in dieser Situation lobenswert, dass die Stadt alle Betroffenen an einem Tisch versammelt, um Strategien für eine weiterhin attraktive Innenstadt zu entwickeln. Pop-Up-Shops sind dabei sicher ein Instrument, um leere Ladenflächen wenigstens temporär mit Leben zu füllen. Ob und wie das funktioniert, muss sich in nächster Zeit zeigen. Ob das Zwischennutzungskonzept ein Erfolg wird, hängt nicht zuletzt von der Flexibilität der Behörden beim Nutzen von Spielräumen wie auch der Vermieter von Ladenlokalen ab.

Der Strukturwandel im Detailhandel und das Lädelisterben sind nicht hausgemacht, sondern ein allgemein zu beobachtendes Phänomen. Es gibt dagegen nicht ein einziges Patentrezept, schon gar nicht ein lokales. Die Förderung von Zwischennutzungen ist nur einer von vielen möglichen Schritten. Dem trägt das Konzept «Zukunft St.Galler Innenstadt» Rechnung, indem es Massnahmen in zehn Feldern vorschlägt. Zudem soll das Konzept an halbjährlich stattfindenden Foren ständig weiterentwickelt werden.

Kurzfristig scheint die Stadt auf dem richtigen Weg zu sein. Was mittel- und langfristig im Stadtzentrum geschieht, ist aber völlig offen. Zu vermuten ist, dass die Detailhandelsstrukturen weiter umgepflügt, dass weitere grosse Marken wie alteingesessene Geschäfte verschwinden oder ins Internet abwandern werden. Was heissen könnte, dass es in zehn, zwanzig Jahren nicht mehr genügend Zwischennutzungen für die vielen dannzumal leer stehenden Geschäfte geben könnte. Die Stadt wird also nicht darum herumkommen, einen Plan B zu entwickeln, nämlich eine langfristige Vision für die Nutzungen im Stadtzentrum.

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