Autokorsos  in Rorschach: Polizei zieht mehrere Protz-Raser aus dem Verkehr

Alleine am Sonntag hat die Kantonspolizei St.Gallen in Rorschach zwei Führerausweise eingezogen, weil diese massiv zu schnell unterwegs waren. Drei Fahrern könnte dasselbe blühen, obwohl sie vorerst weiterfahren durften.

Rudolf Hirtl
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Die Kantonspolizei St.Gallen hat die Angeberfahrer in Rorschach im Visier.

Die Kantonspolizei St.Gallen hat die Angeberfahrer in Rorschach im Visier.

Bild: PD

Rorschachs Stadtpräsident Röbi Raths redet von einer «absoluten Schweinerei», wenn er auf die «Autoangeber» angesprochen wird, die Wochenende für Wochenende in der Hafenstadt ihre Runden drehen. Und dies, nicht nur zu seinem Ärger, mit aufheulenden Motoren und durchdrehenden Rädern.

Mit über 100 km/h in der 50er-Zone

Begonnen hat der Spuk mit dem schönen Wetter am Karfreitag. Seither hat die Kantonspolizei St.Gallen auf Bitte des Stadtpräsidenten ihre Präsenz markant erhöht. Mit Erfolg. Alleine am Sonntag mussten zwei Autofahrer den Führerausweis auf der Stelle abgeben, weil sie in der 50er-Zone deutlich zu schnell unterwegs waren. Ein 24-jähriger Autofahrer wurde auf Höhe des Würth-Gebäudes mit 101 km/h gemessen, ein 29-jähriger Autofahrer wurde mit 90 km/h auf Höhe des Strandbades erwischt.

Nicht ausgestanden: Administrative Verfahren folgen 

Laut Kapo-Mediensprecher Hanspeter Krüsi waren drei weitere Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs: eine 58-jährige Autofahrerin mit 69 km/h, ein 52-jähriger Autofahrer mit 75 km/h und ein 29-jähriger Autofahrer mit 69 km/h. Auf der Stelle eingezogen werden Führerausweise in der 50er-Zone, wenn Verkehrsteilnehmer 31 km/h zu schnell sind. Dies heisst laut Hanspeter Krüsi allerdings nicht, dass jene Fahrerinnen und Fahrer, die am Sonntag erwischt wurden, aber weiterfahren konnten, ihr «Billett» behalten dürfen. Es werde bei allen ein administratives Verfahren eingeleitet, was je nach Beurteilung auch noch zu einem Ausweisentzug führen könnte.

Kapo ist auch mit «zivilen» Fahrzeugen unterwegs

Röbi Raths ist zwar sehr dankbar für die Arbeit der Polizei, durch die auch schon mehrere Fahrer und Fahrzeuge (Tuningverstösse) aus dem Verkehr gezogen werden konnten. Er beklagt allerdings, dass sich die Situation nach Abzug der Beamten jeweils wieder zuspitze, weil sich die Protzerfahrer in den sozialen Medien absprechen würden. Krüsi bestätigt diese Einschätzung zwar, macht aber gleichzeitig darauf aufmerksam, dass die Kapo nicht nur mit Streifenwagen unterwegs sei. «Am Sonntag wurden die beiden Autofahrer, die den Ausweis abgeben mussten, weit von der Geschwindigkeitsmessung entfernt von Beamten in einem zivilen Fahrzeug angehalten», so der Mediensprecher. Wer also glaube, die Kantonspolizei sei nur präsent, wenn Streifenwagen und uniformierte Beamte sichtbar seien, der wiege sich in falscher Sicherheit.

Fahrer zeigen sich Erkenntnisresistent

Auch wenn die Kapo die Autoangeber-Szene in Rorschach im Auge behält, das Problem kann alleine dadurch nicht gelöst werden. Raths sucht denn auch vermehrt das Gespräch mit Fahrern, die ihre Autos im Kreis spazieren fahren. Er sagt dazu:

«Das bringt leider gar nichts. Dass die Menschen, die hier im Zentrum von Rorschach leben, wegen dieser Lärmeskapaden leiden, interessiert diese Gasfüssler überhaupt nicht.»

Er hoffe denn auch, dass sein Vorstoss im Kantonsrat eine breite Unterstützung finde, dem Ganzen müsse dringend ein Riegel geschoben werden.