Nach Sturm «Sabine»: St.Galler Stadtparlamentarier sorgen sich um Sicherheit auf Schulweg

In St. Gallen mussten Kinder trotz Sturmtief Sabine zur Schule, während Kinder aus einigen anderen Gemeinden «sturmfrei» hatten. Nun reagieren zwei SP-Stadtparlamentarier.   

Christina Weder 
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Trotz Sturm in die Schule: Eine Stadtparlamentarierin und ein Stadtparlamentarier aus der SP wollen wissen, wann die Schule bei extremen Wetterverhältnissen ausfällt.

Trotz Sturm in die Schule: Eine Stadtparlamentarierin und ein Stadtparlamentarier aus der SP wollen wissen, wann die Schule bei extremen Wetterverhältnissen ausfällt.  

Nana Do Carmo

Sturmtief Sabine fegte vor drei Wochen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 145 Stundenkilometern über die Schweiz. In einigen Gemeinden blieben die Schulen einen halben oder ganzen Tag geschlossen, etwa in Wildhaus-Alt St.Johann, in Jonschwil oder Müllheim. In der Stadt St.Gallen hatten die Schülerinnen und Schüler dagegen nicht «sturmfrei».

Diese Tatsache hat Stadtparlamentarierin Alexandra Akeret und Stadtparlamentarier Guido Berlinger-Bolt von der SP-JUSO-PFG-Fraktion zu einer Einfachen Anfrage veranlasst. Sie wollen vom Stadtrat wissen: «Sind unsere Kinder während Extremwetterereignissen auf dem Schulweg sicher?»

Keine Infos zum Sturm auf der städtischen Website

Die beiden stellen fest, dass Extremwetterereignisse aufgrund des Klimawandels zunehmen. In diesem Winter sei dies richtig spürbar geworden. «Auch in der Stadt St.Gallen häufen sich Starkwinde und Böen», schreiben sie. Tage vor dem Eintreffen des Sturmtiefs seien für die Ostschweiz Sturm- und Orkanböen prognostiziert worden. Für das Mittelland galt eine Sturmwarnung der Stufe 4 von 5. SRF Meteo warnte die Bevölkerung mit der «Warnstufe Rot – sehr grosse Unwettergefahr» vor herumfliegenden Gegenständen. Und empfahl, sich nicht im Freien aufzuhalten.

Akeret und Berlinger-Bolt kritisieren, dass auf städtischer Ebene Mitteilungen an die Bevölkerung – insbesondere an Schülerinnen, Schüler und deren Eltern – ausblieben. Auf der Website der Stadt St.Gallen seien keine Informationen zum Sturm zu finden gewesen. «Das liess unzählige Eltern ratlos zurück», schreiben sie. Andere Schulgemeinden – etwa im Kanton Zürich – hätten frühzeitig reagiert, die Schulen geschlossen und dies den Eltern kommuniziert.

Wann wird die Schule geschlossen?

Die SP-Politikerin und der SP-Politiker wollen vom Stadtrat wissen, ob er Kenntnisse über Zwischenfälle und Verletzte im Zusammenhang mit Sturmtief Sabine habe. Zudem fragen sie nach, ob die Stadt St.Gallen über Kriterien verfüge, wann der Schulbetrieb während Extremwetterereignissen ausgesetzt werde. Für den Fall, dass es keine entsprechenden Kriterien gibt, wollen sie wissen, ob der Stadtrat bereit sei, solche zu bestimmen und ein Kommunikationskonzept zu erstellen. Insgesamt gingen bei Ostschweizer Behörden während des Sturms Sabine über 300 Meldungen ein. Sie betrafen heruntergefallene Äste, umgestürzte Bäume und herumfliegende Gegenstände. 

Wind und Schnee, am Dienstag, 11. Februar 2020, in St. Gallen.

Wind und Schnee, am Dienstag, 11. Februar 2020, in St. Gallen.




Benjamin Manser