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Private Heimbetreiber schielen auf Gossauer Pflegeplätze

Die Plätze des Gossauer Pflegeheims Espel auf private Heime zu verteilen, wäre möglich – wenn die Stadt wollte.
Johannes Wey
Die Zimmer im Altersheim Espel sind nicht mehr zeitgemäss. Bild: PD

Die Zimmer im Altersheim Espel sind nicht mehr zeitgemäss. Bild: PD

Darum geht es:

  • Die Sana Fürstenland AG will ihre beiden Pflegeheime Schwalbe und Espel mit einem Neubau ersetzen. Dabei kommt sie wegen Planungsfehlern und Einsprachen nicht voran.
  • Weil vor allem das Espel den Anfordernungen nicht genügt, soll es geschlossen und in ein vier Millionen Franken teures Provisorium bei der Schwalbe gezügelt werden.
  • Nun fordert eine Interessengruppe, die Bewohnerinnen und Bewohner stattdessen in privaten Pflegeheimen einzuquartieren.

Die Sana Fürstenland will beim Betagtenzentrum Schwalbe ein Provisorium bauen. Private Pflegeheime wären nur zu gerne bereit, diese 37 Pflegeplätze selber zur Verfügung zu stellen. Davon will die IG optimiertes Pflegeheim das Stadtparlament überzeugen.

Dafür müsste die Pflegeheimliste des Kantons angepasst werden: Die 37 Betten gehören momentan zum Kontingent, das für das Altersheim Espel auf der Pflegeheimliste steht. Ein solcher Eintrag ermöglichte es den Bewohnern, Ergänzungsleistungen, stationäre Pflegefinanzierung sowie Beiträge der Krankenkassen zu beziehen. Die Plätze der Schwalbe zuzuschlagen, die wie das Espel der Sana Fürstenland AG gehört, wäre gemäss Gregor Baumgartner, Leiter der Abteilung Alter im kantonalen Amt für Soziales, eine Formalität. Ein Übertrag der Pflegeplätze auf private Pflegeheimbetreiber würde der Kanton prüfen, sofern die Stadt Gossau dies beantragen würde.

Vorübergehende Umteilung wäre eine Premiere

Wenn dieser Übertrag nur vorübergehend erfolgen soll, müssten die Stadt und die verschiedenen Heimbetreiber vertraglich regeln, dass die privaten Pflegeheime wieder auf die Plätze verzichten, sobald der Neubau der Sana Fürstenland AG fertiggestellt ist. «So etwas hat es bislang noch nicht gegeben. Aber wenn das der Wunsch der Stadt wäre, würde sich der Kanton sicher nicht dagegen wehren», sagt Gregor Baumgartner.

Solchen Gedankenspielen hat Stadträtin Helen Alder Frey aber eine Absage erteilt: Mit dem Abstimmungsresultat von 2013 sei die Sana Fürstenland AG auch dazu verpflichtet, 90 bis 100 Pflegeplätze anzubieten – und das eben nicht über Vereinbarungen mit privaten Anbietern.

«Die Stadt ist für das Angebot an Pflegeplätzen verantwortlich. Dementsprechend kann sie dieses Angebot auch gemäss ihrer Strategie gestalten», sagt Baumgartner. In diesem Sinn korrigiert er auch eine Passage im Schreiben, mit dem sich die IG an die Parlamentarier gewandt hat: Jene nämlich, dass der Kanton Bereitschaft signalisiert habe, der Übergangslösung mit Privaten zuzustimmen. «Wir würden prüfen, ob der Bedarf nach diesen Plätzen besteht und die Heime die Anforderungen erfüllen – sofern die Stadt ein entsprechendes Gesuch stellt.»

Casa Solaris will schon länger mehr Plätze

Cloris Défago ist Verwaltungsratspräsident der Casa Solaris AG, die auch in Gossau ein Heim betreibt. Er könnte sich vorstellen, dass jedes der privaten Heime, also auch das Vita Tertia und die Abendruh, einen Drittel der Espel-Bewohner aufnehme.

Die bestehenden 32 Listenplätze seien zwar derzeit «voll belegt», es gebe aber weitere Wohneinheiten, die man auf die Liste aufnehmen könne. Man habe sich bei der Stadt schon früher für mehr Listenplätze eingesetzt, habe aber kein Gehör gefunden, sagt Défago: «Die Stadt will ihr Projekt durchbringen.» Er sei aber überzeugt, dass die Privaten einen Teil des Bedarfs an Pflegeplätzen auffangen könnten, wenn sie dazu die Listenplätze erhalten würden.

Abendruh stimmt sich beim Ausbau mit der Stadt ab

Lars Sostizzo leitet das Altersheim Abendruh mit 71 Plätzen auf der kantonalen Pflegeheimliste. «Auch wir haben eine gute Auslastung und eine Warteliste von sechs Monaten.» Derzeit verfügt die Abendruh lediglich über zwei Zimmer, die zusätzlich auf die Pflegeheimliste aufgenommen werden könnten. Allerdings sei derzeit ein Sondernutzungsplan für eine Erweiterung beim Kanton in der Vorprüfung. «Wir haben uns mit der Stadt abgesprochen, dass wir grössere Zimmer und keine weiteren Plätze anbieten», sagt Sostizzo. Allerdings wäre mit dem Ausbau das Potenzial für sieben weitere Pflegeplätze vorhanden.

Das dritte private Pflegeheim in der Stadt Gossau, das Vita Tertia, hat derzeit 70 Pflegeplätze auf der kantonalen Pflegeheimliste. Vom Stiftungsrat war gestern niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

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