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Petition eingereicht: Die Unesco soll die Aussicht auf den St.Galler Stiftsbezirk retten

Der geplante Neubau am Mühlensteg 8 (heute noch 8A) über der südlichen St.Galler Altstadt ist Hanspeter Egloff zuwider. Deshalb haben er und seine beiden Mitpetitionäre Unterschriften gesammelt, sowohl auf der Strasse als auch online. Diese hat er am Mittwochabend der Post übergeben – ihr Ziel ist die Unesco in Paris.
Seraina Hess
Die Petitionäre (von links): Richard Hirzel, Anita Lötscher und Hanspeter Egloff. (Bilder: Seraina Hess)

Die Petitionäre (von links): Richard Hirzel, Anita Lötscher und Hanspeter Egloff. (Bilder: Seraina Hess)

Ende Mai hat Hanspeter Egloff begonnen, Unterschriften für sein Anliegen zu sammeln. Das Vorhaben war ziemlich erfolgreich: «Es gab kaum jemanden, der nicht unterschrieben hat. Vor allem, weil wir vor Ort waren und sich Passanten gleich selbst davon überzeugen konnten, wie schade es wäre, die Aussicht auf den Stiftsbezirk zu verbauen.»

Mit seiner Petition will Egloff ein Bauprojekt verhindern: Im Steilhang zwischen dem Mühlensteg und der Berneggstrasse ist eine Überbauung mit 17 Wohnungen vorgesehen. Weil die Baute gemäss Plan über die Berneggstrasse hinausragen soll, würde sie Spaziergängern, darunter Touristen, den Blick auf das Weltkulturerbe verwehren.

Zur Aufgabe der Petition bei der Post sind einige Interessierte erschienen, darunter Stadtparlamentarier Andreas Hobi (Zweiter von rechts).

Zur Aufgabe der Petition bei der Post sind einige Interessierte erschienen, darunter Stadtparlamentarier Andreas Hobi (Zweiter von rechts).

Über 800 Unterschriften sind unterwegs

Das Bauprojekt bekämpft Egloff gemeinsam mit Gattin Anita Lötscher und seinem Nachbarn Richard Hirzel - besser bekannt als Clown Pic - auch auf dem Rechtsweg. Die beiden Einsprachen wurden abgewiesen, nun ist ein Rekurs beim Kanton hängig. Deshalb haben die drei Anwohner einen weiteren Weg eingeschlagen und eine Petition lanciert. 829 Unterschriften sammelten die Petitionäre in der 42-tägigen Frist. Am Mittwochabend wurden sie zur Post gebracht, Destination ist die Unesco in Paris.

Jetzt sind die Unterschriften unterwegs.

Jetzt sind die Unterschriften unterwegs.

Das Relief soll nicht hinter Fassade verschwinden

Hanspeter Egloffs erklärtes Ziel ist es, die Aussicht auf den Stiftsbezirk, das Unesco-Weltkulturerbe, freizuhalten. Dabei bezieht sich der Petitionär unter anderem auf das Relief im südlichen Giebel des Doms mit der Legende von Gallus und dem Bären, das von der Berneggstrasse direkt gegenüber im Detail erkennbar ist. «Es wurde 1776 gebaut, um von hier aus gelesen und gedeutet zu werten» schreibt Egloff auf der Petitions-Webseite.

Stiftsbezirk könnte auf die Rote Liste gelangen

Die Hoffnung auf die Hilfe durch die Unesco, die einen unabhängigen Fachexperten zur Prüfung vor Ort entsenden solle, gründet auf dem Konzept der wesentlichen Sichtachse. Dieser Aspekt sei vom Verein Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen bisher vernachlässigt worden.

Auch SP-Nationalrätin Claudia Friedl (links) unterstützt die Petition.

Auch SP-Nationalrätin Claudia Friedl (links) unterstützt die Petition.

Dies, obwohl in seinem Managementplan solche Sichtachsen auf den Dom eingezeichnet seien. Nicht nur der Stiftsbezirk als solcher, sondern auch die Sicht darauf sei zu schützen. Weil das geplante Gebäude gemäss Egloff auf einer solchen Sichtachse zu stehen kommen würde, will er, dass sie Achse als solche definiert und nicht überbaut wird. Allenfalls könnte die Unesco den Stiftsbezirk sogar auf die Rote Liste bedrohter Welterbestätten setzen.

Mit dem Anliegen haben die Petitionäre auch prominente Unterstützung gefunden: Etwa SP-Nationalrätin Claudia Friedl, die der Beinah-Petitionsübergabe (sie erfolgte natürlich nur am Schalter in der Hauptpost), neben einigen anderen Interessierten beiwohnte.

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