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Bier zu teuer, Glacé uninteressant, Ansturm auf Pizza: Die Bilanz der Peru-Party in St.Gallen

18'000 Peruaner feierten am Sonntag ausgelassen ihre Nationalmannschaft in St.Gallen. Die Restaurants und Tankstellen rund um das Stadion erlebten den Ausnahmezustand. Doch die teuren Schweizer Preise passten den Gästen nicht. Ein Tankstellenshop musste kurzzeitig geschlossen werden - Fans hatten in den Laden uriniert.
Martin Oswald
Bild: Ralph Ribi
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Euphorische Peruaner feiern im Kybunpark

Es ist 12 Uhr mittags an diesem heissen Sommersonntag in St.Gallen. Im Klosterviertel haben sich über 100 gut gelaunte Frauen und Männer versammelt. Sie machen Fotos - aber nicht etwa von der pittoresken Altstadt, sondern von sich. Alle - ausnahmslos alle - tragen sie das Trikot der peruanischen Nationalmannschaft. Weisses Shirt, ein roter diagonaler Balken. Von Minute zu Minute werden es mehr. Schon wieder kommt ein Car voller Fans an. Über 120 Cars sollten es bis zum Abend werden. Noch dauert es acht Stunden bis zum Spiel Peru gegen Saudi Arabien. Wie ein Chor hallt es über den Platz:

«Peru - Peru - Peru.»

Zur gleichen Zeit vor dem Kybunpark im Westen der Stadt. An der Tankstelle gegenüber vom Stadion gibt es bereits kein Durchkommen mehr. Die Gäste haben es sich in Camping-Stühlen bequem gemacht, stehen dicht gedrängt im Schatten des Vordachs. Andere tanzen an der prallen Sonne.

Urin im Tankstellen-Shop

Peruanische Fans belagern eine Tankstelle in St.Gallen Winkeln. (Bild: Martin Oswald)

Peruanische Fans belagern eine Tankstelle in St.Gallen Winkeln. (Bild: Martin Oswald)

Manuela Zimmermann, Inhaberin der Tankstelle, ist sich von Fussballspielen schon einiges gewohnt. «Aber so einen Ansturm habe ich in sieben Jahren noch nicht erlebt». Die Peruaner kaufen keinen harten Alkohol, dafür Bier in rauen Mengen. Sie bezahlen mit Euro, bekommen aber Schweizer Franken als Rückgeld. «Das hat einige richtig geärgert», sagt Zimmermann. Später am Nachmittag muss sie den Laden vorübergehend gar für eine Stunde schliessen. Einige Peruaner hatten ihr zwischen die Regale uriniert.

«Es ist ein bisschen ausgeartet.»

Dass ein WM-Testspiel zwischen Peru und Saudi-Arabien ausverkauft sein würde, damit hatte niemand gerechnet. Doch Peruaner aus halb Europa wollten es sich nicht entgehen lassen, ihre Mannschaft kurz vor der ersten WM-Teilnahme seit 1982 live zu sehen. Sie kommen aus Italien, aus Deutschland, aus Frankreich. Und sie kommen nicht nur des Spiels wegen. Sie feiern Peru.

Wer an diesem Sonntag am Stadion vorbei in Richtung CSIO-Springturnier schlendert, erlebt ihre Lebensfreude hautnah. Hier ein freundliches Lachen, da eine Umarmung mit einem Fremden.

Lukas Schmucki, Mediensprecher der Stadtpolizei, sagt später: «Es gab keine Zwischenfälle. Die Peruaner sind ja bekannt als friedliches Volk. Es war ein Fest.»

Die Party in weiss-rot ging Stunden später im Stadion ungebremst weiter. Heute gab es keine Zuschauer. Heute gab es nur Fans. Auch FCSG-Präsident Matthias Hüppi liess sich diese einmalige Stimmung nicht entgehen - und dürfte heimlich geträumt haben, auch sein FC St.Gallen würde einmal so viel Euphorie auslösen.

«Ich habe keine einzige Glacé verkauft»

Die Restaurants im und um den Kybunpark hatten für dieses Spiel extra geöffnet. Doch die Bilanz fällt durchzogen aus. Für viele Peruaner aus dem Ausland waren die Schweizer Preise schlicht zu hoch. Katharina Fehlmann, Chef de Service im Restaurant Marktplatz, resümiert:

«Als sie unsere Speisekarte und die Preise sahen, standen viele Peruaner wieder auf und verliessen das Lokal.»

Ähnlich die Bilanz am Bierstand von Egger-Catering. Man habe deutlich weniger Bier verkauft als bei einem Spiel des FCSG. "Fünf Franken für ein Bier war den meisten zu teuer", erzählen die Verkäufer.

Gar niedergeschlagen sitzt wenige Meter nebenan ein Glacé-Verkäufer. Auf die Frage nach seiner Bilanz verwirft er die Hände. "Null. Zero. Nix. Ich habe nichts verkauft. Peruaner essen wohl kein Glacé."

Glücklicher sieht Liza Lazraj aus. Die Chefin vom Restaurant Piazza d'Arena erlebt einen Rekordtag. «Wir haben Pizza verkauft wie verrückt. Nur Bratwürste wollte niemand.» Die peruanischen Gäste seien «mega freundlich gewesen» - ein richtiger Festtag.

Peru gewinnt 3:0 gegen Saudi-Arabien. 18'000 Fans strömen kurz nach 22 Uhr zufrieden, aber müde aus dem Stadion. Viele von ihnen haben zehn Stunden lang gesungen und getanzt. Und so mancher St.Galler dürfte an der Fussball-WM nach diesem Wochenende auch den Weiss-Roten die Daumen drücken.

Die VBSG war mit einer grossen Flotte im Einsatz. (Bild: Martin Oswald)

Die VBSG war mit einer grossen Flotte im Einsatz. (Bild: Martin Oswald)

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