Per App zum Schlaufuchs-Diplom: Das Naturmuseum präsentiert den neuen Guide

Besucherinnen und Besucher des Naturmuseums können mit einer App ihr Wissen erweitern und testen.

Christoph Renn
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Das Naturmuseum präsentiert zum Jahresbeginn den neuen digitalen Museumsguide.

Das Naturmuseum präsentiert zum Jahresbeginn den neuen digitalen Museumsguide.

Bild: Lisa Jenny

Auf den ersten Blick hat sich im Naturmuseum nichts verändert: Die aktuelle Ausstellung zum Thema Apfel läuft noch, der ausgestopfte Bär lauert in derselben Ecke und der Betrieb der Wildvogelpflegestation ist noch immer gestoppt. Doch bei genauerem Hinschauen fallen mehrere grüne Punkte an den Boxen unter den Präparaten auf. «Sie sind Teil unseres neuen Museumsguides», erklärt Museumsdirektor Toni Bürgin. So lassen sich die vier Stockwerke des Museums ab Samstag mit einer App per Smartphone oder Leihgerät aus einer neuen Perspektive entdecken. Der neue Guide ist ein digitaler Foxtrail, der anstatt durch die Stadt durchs Museum führt.

Doch wie funktioniert das neue digitale Spielzeug des Naturmuseums? Jeder kann die App via Internet oder im App-Store gratis herunterladen. Einmal auf dem Handy installiert, finden die Nutzer unter anderem aktuelle Informationen zu Veranstaltungen oder den Öffnungszeiten des Naturmuseums. «Zudem können Interessierte bereits zu Hause erste Teststationen ausprobieren», sagt Museumspädagogin Lea Moser, die den Museumsguide entwickelt hat. Wer die App nicht installieren will, für den gibt es 32 Geräte, die gegen ein Depot ausgeliehen werden können. Wirklich zum Tragen kommt die Applikation im Naturmuseum selbst. Dort muss das Gerät an die grünen Knöpfe gehalten werden, dann erscheinen automatisch ein Spiel oder Zusatzinformationen.

36 verschiedene Wissensstationen

Lea Moser hat bei der Entwicklung Wert auf eine einfache Bedienung gelegt. So gibt es für Benutzerinnen und Benutzer zwei Möglichkeiten. Entweder erweitern sie ihr Wissen, oder sie testen es bei verschiedenen Spielen. Bei der Rubrik Wissen können sich die Besucher frei durch das Museum bewegen. An 36 sogenannten Wissensstationen, die durch die grünen Punkte mit einer weissen Tatze in der Mitte gekennzeichnet sind, gibt es zusätzliche Informationen. «Das ergänzende Wissen erscheint entweder in Texten, Bildern oder in Videos», sagt Moser.

ie vier Spieltouren geben im Vergleich zu den Wissenstationen einen festen Weg durch die vier Stockwerke vor. «Wir haben verschiedene Spielweisen entwickelt.» Es gibt Schätzungsfragen oder Tierbilder müssen der richtigen Artenbezeichnung zugewiesen werden. Am Ende der Touren gibt es jeweils ein Mini-Game, in dem die Nutzer die Welt aus der Perspektive eines Igels oder einer Ameise entdecken müssen.

Ein Diplom für die schlausten Besucher

Bei den Spieltouren können die Besucherinnen und Besucher Punkte sammeln. Wer das vorgegebene Ergebnis erreicht, erhält vom Museum einen kleinen Preis. Zudem gibt es ein «Schlaufuchs-Diplom». «Die Punktezahl kann dann auf den verschiedenen Social-Media-Plattformen oder per WhatsApp verschickt und geteilt werden», sagt Moser.

Eier-Ausstellung wegen Vogelgrippe wohl ohne lebende Küken

Der Reigen der Sonderausstellungen beginnt auch im neuen Jahr mit der Sonderschau «Der Apfel – eine ganz besondere Frucht», die noch bis zum 1. März zu sehen ist. Zum Frühlingsbeginn findet wie gewohnt die Ausstellung «Allerlei rund ums Ei» statt. Ob es wieder lebende Küken in Naturmuseum zu sehen gibt, ist jedoch noch unklar. «Die Vogelgrippe ist auf dem Vormarsch», sagt Direktor Toni Bürgin. Bereits im Jahr 2017 musste deshalb auf die lebenden Tiere verzichten werden. «Wir haben also bereits einen Plan B zur Hand.» Ende Mai zeigt das Naturmuseum «Meisterstücke der Tierpräparation» von Ernst Heinrich Zollikofer. Insgesamt lagern über 500 Tierpräparate aus der Hand Zollikofers (1859 - 1930) in den Sammlungs­depots. Diese werden mit Objekten aus seinem Nachlass wie seine Notizbücher, Werkzeuge und Präparationsmaterialien aus dieser Zeit ergänzt. Kombiniert werden die Präparate mit Fotografien der beiden deutschen Fotografen Sebastian Köpcke und Volker Weinhold, die einige von ihnen in Szene gesetzt haben. Im Herbst folgt ab Oktober eine monografische Ausstellung zum Eichhörnchen. Sie ist eine Produktion des Naturmuseums Winterthur und ermöglicht Besucherinnen und Besuchern gemäss Mitteilung, vom Boden aus in die Welt dieser flinken Tiere einzutauchen. (ren)