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«Entscheidend ist nicht der Preis, sondern der Ertrag»: Weshalb die Pensionskasse der Stadt St.Gallen in die UG 25-Parkplätze investiert

Das Parkhaus UG 25 am Unteren Graben wird definitiv gebaut. Die Arbeiten beginnen im Sommer und sollen Ende 2022 abgeschlossen sein. Als Investorin biegt aber nicht wie vermutet die Cityparking AG ins UG 25 ein, sondern die Pensionskasse der Stadt.
David Gadze
Nach dem Ausbau wird das UG 25 am Unteren Graben das grösste Parkhaus der Stadt St.Gallen sein. (Bild: Benjamin Manser/26. April 2019)

Nach dem Ausbau wird das UG 25 am Unteren Graben das grösste Parkhaus der Stadt St.Gallen sein. (Bild: Benjamin Manser/26. April 2019)

Die Bauarbeiten am Unteren Graben haben es bereits angedeutet, jetzt liegt auch die Bestätigung vor: Das Parkhaus UG 24, das nach der Wiedereröffnung UG 25 heissen wird, wird wie geplant ausgebaut. Das hat Iso Senn, Projektleiter und Verwaltungsrat der Bauherrin Senn Resources AG, am Freitagvormittag bekanntgegeben. Zu den bestehenden 210 Parkplätzen kommen 531 Parkplätze auf sechs unterirdischen Etagen hinzu. Von den insgesamt 741 Parkplätzen werden 332 öffentlich bewirtschaftet.

Senn hat am Freitag auch eine Überraschung präsentiert: Als Investorin biegt nicht wie von vielen erwartet die Cityparking AG ins UG 25 ein, sondern die Pensionskasse der Stadt St.Gallen. Das Parkhaus sei interessant, weil die Pensionskasse dadurch ihr Immobilienportfolio weiter diversifizieren könne, sagte Geschäftsführer René Menet. Vor allem aber weise die Investition eine gute Rendite bei einem annehmbaren Risiko aus. Man habe das Projekt unter verschiedenen Aspekten von externen Experten bewerten lassen. Selbst bei einem defensiven Szenario betreffend die Auslastung handle es sich um eine gute Investition.

Cityparking AG wollte das Parkhaus verkleinern

Das Parkhaus will die Pensionskasse allerdings nicht selbst bewirtschaften. Das soll ein externer Partner übernehmen. Geht es nach der Pensionskasse, soll dieser Partner die Cityparking AG sein. René Menet bezeichnete diese Option als «sinnvoll und wünschenswert». Die Verhandlungen würden demnächst beginnen, das Resultat soll «zeitnah» bekannt sein.

Architekt Iso Senn (Bild: Urs Bucher)

Architekt Iso Senn
(Bild: Urs Bucher)

Doch warum steigt nun die Pensionskasse als Investorin ein und nicht, wie lange gemunkelt, die Cityparking AG, die ihr Parkhausprojekt am Schibenertor aufgeben musste? In den Verhandlungen habe die Cityparking AG gefordert, das Parkhaus UG 25 um zwei Etagen und rund 180 Dauerparkplätze zu verkleinern, sagte Iso Senn. Die genauen Gründe für diese Forderung nannte Senn nicht, es dürfte sich jedoch um Kosten- beziehungsweise Renditeüberlegungen gehandelt haben. Eine Verkleinerung sei für die Bauherrschaft jedoch keine Option gewesen.

Kosten von rund 60 Millionen Franken

Zu den Investitionskosten wollten sich weder Senn noch Menet äussern. Die Parteien hätten «Stillschweigen» vereinbart. Auf die Gründe für dieses Stillschweigen ging Menet nicht weiter ein.

«Entscheidend ist nicht der Preis, sondern der Ertrag.»

Früheren Schätzungen zufolge dürfte das Projekt etwa 60 Millionen Franken kosten.

Trotz jahrelanger Planung war im vergangenen Sommer noch offen, ob das Parkhaus überhaupt wie geplant ausgebaut würde. Denn die Bauherrschaft forderte von der Stadt mehr öffentliche Parkplätze, damit der Businessplan aufgehe. Ansonsten drohe dem Projekt das Aus, hatte Iso Senn damals gesagt. Im November gab dann der Stadtrat bekannt, zusätzlich zu den Parkplätzen am und rund um den Marktplatz 89 öffentliche oberirdische Parkplätze zwischen Schibenertor und Hauptbahnhof, die ursprünglich ins Parkhaus Schibenertor hätten verlegt werden sollen, im UG 25 zu ersetzen. Gestern bekräftigte Senn nochmals, dass das Projekt ohne diese zusätzlichen Parkplätze wohl nicht realisiert würde.

Wiedereröffnung Ende 2022

Der Baustart ist gewissermassen bereits erfolgt: Am Unteren Graben wird derzeit die Kanalisation verlegt und die Werkleitungen werden erneuert. Dies ist notwendig, weil die neue Ausfahrt mitten im Unteren Graben, etwa auf Höhe der Böcklinstrasse, zu liegen kommt – dort, wo die alte Kanalisation verläuft. Die Arbeiten am Parkhaus selbst beginnen im Sommer. Zunächst wird die Bohrpfahlwand am Unteren Graben erstellt. Da dieser dafür auf drei Fahrspuren reduziert wird, erfolgen die Arbeiten in den Sommerferien. Danach folgen die Bohrpfahlwände entlang der Müller-Friedberg-Strasse sowie an der Ostseite des Parkhauses. Anschliessend kommt der unterirdische Ausbau. Vorgesehen ist, dass das Parkhaus UG 25 Ende 2022 wieder eröffnet wird.

Kompensation von aufgehobenen Parkplätzen in der Innenstadt

Mit der Realisation des Parkhauses UG25 dürfte auch der St.Galler Stadtrat zufrieden sein. Mit seinen 741 Parkplätzen können die gestrichenen oberirdischen Plätze kompensiert werden. Nach heutigem Stand sieht das Projekt folgende Parkplatzkategorien vor:

  • 106 kompensierte öffentliche, oberirdische Parkplätze
  • 55 Parkplätze für Kunden
  • 128 kompensierte öffentliche, oberirdische Parkplätze vom gescheiterten Parkhaus Schibenertor (inklusive jener am Marktplatz)
  • 242 Parkplätze für Mitarbeitende und Bewohner
  • 531 neue Parkplätze
  • 210 bereits bestehende Parkplätze (inklusive 98 öffentlichen)

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