Patient Pflegeheim: In Mörschwil verzögert sich der Baustart erneut

Mörschwil steht ein weiteres Mal ohne Betreiber für das zukünftige Wohn- und Pflegezentrum da. Die Zusammenarbeit mit der Sensato AG wurde beendet. Der Baustart verzögert sich deshalb erneut.

Perrine Woodtli
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Seit August sind die Visiere weg. Bis das Pflegezentrum auf der Burgerwiese gebaut wird, dauert es dennoch. (Bild: Michel Canonica)

Seit August sind die Visiere weg. Bis das Pflegezentrum auf der Burgerwiese gebaut wird, dauert es dennoch. (Bild: Michel Canonica)

Es will nicht ruhig werden um das Wohn- und Pflegezentrum in Mörschwil. Nachdem im vergangenen August bekannt wurde, dass das Pflegezentrum gebaut werden kann, und die Gemeinde im September mitteilte, dass auch der langjährige Rechtsstreit ausgestanden ist, standen alle Lichter auf grün.

Vorgesehen war, dass die Bagger im Sommer dieses Jahres auffahren – sechs Jahre nach dem ursprünglich geplanten Baustart. Nun bleibt die Burgerwiese aber wohl mindestens bis Herbst grün. Denn es kommt zu erneuten Verzögerungen beim 27-Millionen-Projekt.

Mörschwil steht wieder ohne einen Betreiber da. Die Zusammenarbeit mit der Sensato AG wurde beendet, wie der Gemeinderat mitteilt. «Nachdem uns bereits so viele Felsbrocken in den Weg gelegt wurden, folgt nun der nächste Stein», sagt Gemeindepräsident Paul Bühler.

Betreiberin hat mehrere Forderungen gestellt

Ursprünglich war die Di-Gallo-Gruppe als Betreiberin des neuen Wohn- und Pflegezentrums vorgesehen. Wegen des jahrelangen juristischen Seilziehens zwischen der Gemeinde und Einsprechern sprang das Zürcher Unternehmen im Dezember 2017 aber schliesslich ab. Im Juni 2018 verkündete der Gemeinderat, dass man mit der Sensato AG aus Bern eine neue Betreiberin gefunden habe.

Paul Bühler, Mörschwiler Gemeindepräsident

Paul Bühler, Mörschwiler Gemeindepräsident

Grund für die nun überraschende Auflösung der Zusammenarbeit seien verschiedene neue Forderungen und Wünsche in baulicher und finanzieller Hinsicht, welche die Sensato AG an den Mörschwiler Gemeinderat hatte. Diese Forderungen seien entgegen der eingereichten Offerte im Rahmen der Detailverhandlungen eingegangen. Um was für Forderungen es sich dabei handelt, möchte Paul Bühler nicht sagen. «Ich will kein Öl ins Feuer giessen.»

Weil die sich über Monate hinziehenden Verhandlungen zu keiner Einigung führten, sei der Gemeinderat vor Weihnachten schliesslich zur Einsicht gekommen, dass die Basis für eine langjährige und erfolgsversprechende Zusammenarbeit mit der Sensato AG nicht mehr gegeben sei.

Erneute Absage der Di-Gallo-Gruppe

Nachdem die vertraglichen Vereinbarungen gescheitert waren, kontaktierte Paul Bühler die Di-Gallo-Gruppe, um abzuklären, ob sie allenfalls zum jetzigen Zeitpunkt Interesse an einer Führung des Pflegezentrums hat. «Sie zog sich damals aus dem Projekt zurück wegen des hängigen Rechtsverfahrens und der ungewissen Baustarts», sagt Bühler. 

«Jetzt ist die Situation eine andere. Für mich war darum klar, dass ich sie nochmals frage. Mehr als Nein sagen konnten sie ja nicht.»

Ein «Nein» war es dann auch, das der Gemeindepräsident von Peter di Gallo, Vizepräsident des Stiftungsrats, zu hören bekam. Die Di-Gallo-Gruppe habe abgesagt, da sie zurzeit mir zahlreichen anderen Projekten beschäftigt sei. «Sie wollten sich nicht noch etwas aufhalsen», so Bühler. Die Absage habe man zur Kenntnis nehmen müssen.

Bauarbeiten beginnen vielleicht erst 2020

Nun hat der Gemeinderat in Zusammenarbeit mit Guido Bartelt, Berater im Gesundheits- und Heimwesen, ein neues Evaluationsverfahren gestartet. Mögliche Betreiber erhalten in diesen Tagen Post. Wer sich interessiert, kann dem Gemeinderat eine Offerte einreichen. Im März will dieser die Mörschwiler über den aktuellen Stand informieren.

«Ob wir dann bereits einen neuen Betreiber haben, kann ich nicht sagen», sagt Bühler. Auch wann die Bauarbeiten beginnen, sei nun wieder unklar. Allenfalls werde es Herbst, sofern überhaupt noch in diesem Jahr gebaut werde. «Ich habe schon so viele neue Termine genannt, dass ich es besser lasse.» Dass das Pflegezentrum eines Tages wirklich auf der Burgerwiese steht, glaube er erst beim Spatenstich. Auf die Frage, ob er mittlerweile nicht frustriert sei, antwortet Bühler:

«Jein. Mir tut es vor allem für die Mörschwiler leid, dass sich das Projekt schon wieder verzögert.»

Schliesslich habe man ihnen versprochen, dass nach der Sporthalle Seeblick, die 2010 eröffnet wurde, gleich ein Pflegezentrum gebaut werde.

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