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Party-Güsel auf Drei Weieren stört St.Galler beim Sonntagsspaziergang

Der Stadtrat will keine weiteren Massnahmen gegen Littering auf Drei Weieren, wie das die Jungen Grünen in einer Interpellation zur Diskussion stellen – obschon dort zeitweise «bedenkliche Verhältnisse» herrschten.
Daniel Wirth
Die Massnahmen zur Vermeidung von Littering auf Drei Weieren ist für den Stadtrat ausreichend, wie er in seiner Antwort auf eine Interpellation Franziska Rysers (Junge Grüne) schreibt. (Bild: Mareycke Frehner)

Die Massnahmen zur Vermeidung von Littering auf Drei Weieren ist für den Stadtrat ausreichend, wie er in seiner Antwort auf eine Interpellation Franziska Rysers (Junge Grüne) schreibt. (Bild: Mareycke Frehner)

Dem Stadtrat sei bekannt, dass die Littering-Problematik auf Drei Weieren gerade zu Beginn dieses Sommers wieder stark zugenommen habe. Das antwortet er auf eine Interpellation, die von Franziska Ryser, Christian Huber und Anja Signer-Bürkler von den Jungen Grünen Anfang Juli eingereicht wurde. Franziska Ryser sagte gestern auf Anfrage, erfreulich sei, dass der Stadtrat die Problematik erkannt habe. Die Schlussfolgerung der Exekutive, wonach es keine weiteren Massnahmen gegen das Liegenlassen von Abfall im beliebten Naherholungsgebiet Drei Weieren über der Stadt brauche, sei indes nicht im Sinn der Interpellanten.

Die Jungen Grünen erkundigen sich in ihrem Vorstoss konkret danach, ob der Stadtrat bereit sei, mit zusätzlichen Aschenbechern oder Abfallkübeln in der Nähe der Sitzgelegenheiten oder mit Plakaten, die auf die Wichtigkeit von korrekt entsorgtem und recyceltem Abfall aufmerksam machten, etwas gegen das Güselproblem auf Drei Weieren zu unternehmen. Der Stadtrat erachtet die bisher ergriffenen Massnahmen als ausreichend.

Er verweist in seiner Antwort auf die Fachstelle für aufsuchende Sozialarbeit (FASA) der Stiftung Suchthilfe, die mit Themenabenden die Gäste auf Drei Weieren auf das Littering sensibilisierten, auf eine Plakataktion, die vom Quartierverein, der FASA und der Stadtpolizei gemeinsam durchgeführt werde – und nicht zuletzt auf die präventive Polizeiarbeit. Von April bis Juli dieses Jahres hätten Stadtpolizisten in Uniform und zivil total 440 Kontrollgänge auf Drei Weieren durchgeführt; das sind 96 mehr als im ganzen 2017.

Idee von Abfallbehältern mit Trennsystem verfängt nicht

Die Jungen Grünen erkundigen sich beim Stadtrat auch danach, ob er heute anders als 2011 in seinem Bericht zur Abfalltrennung für die Einführung eines Trennsystems im öffentlichen Raum sei, so wie die SBB das auf Bahnhöfen machen. Der Stadtrat erachtet den ökologischen Zusatznutzen im Vergleich zum einzusetzenden Aufwand für eine Abfalltrennung im öffentlichen Raum als nicht verhältnismässig, wie er schreibt. «Das Littering würde nicht abnehmen», sagt Stadtrat Peter Jans, Vorsteher der Direktion Technische Betriebe. Das sei die Meinung des Stadtrates, aber auch diejenige der Fachleute von Entsorgung St. Gallen.

Armin Huser, Ressortleiter Logistik und Recycling bei Entsorgung St. Gallen, sagt, die Bahnhöfe seien überwacht. Hinzu komme, dass der Berufspendler nicht mit jemandem zu vergleichen sei, der auf Drei Weieren chille und Party mache.

Das sieht Interpellantin Franziska Ryser nicht gleich: Der Grossteil der Bevölkerung, der sich auf Drei Weieren aufhalte, sei sensibilisiert auf eine korrekte Abfallentsorgung. Die Stadtverwaltung täte gemäss Ryser gut daran, die nötige Infrastruktur dafür zur Verfügung zu stellen - nicht überall in der Stadt, aber an Hotspots wie der Calatrava-Wartehalle auf dem Bohl, dem Klosterplatz oder eben auf Drei Weieren.

Ryser ist es ein Anliegen, dass sich die Jungen auf Drei Weieren aufhalten und amüsieren dürfen, aber auch die Spaziergänger am Sonntag müssten sich dort wohlfühlen.

Heute fünf, früher 21 Abfallsäcke

Die beiden Quartierpolizisten Christopf Graf (Riethüsli, St. Georgen, Notkersegg) und Paul Widrig (Grossacker, Krontal, Neudorf) sind regelmässig auf Drei Weieren unterwegs. Am 24. Juli 2018 schrieben die beiden in einem Blog der Stadtpolizei Folgendes: «(...) Um 22.30 Uhr stehen wir zum dritten Mal einsatzbereit auf Drei Weieren. Diesmal treffen wir hauptsächlich junge Leute auf dem Möslenguet beziehungsweise Dreilinden an. Die Jugendlichen geniessen noch die letzten Sonnenstrahlen. Immer mit dabei ist das Smartphone.

Die Teenies zeigen sich gegenseitig Bilder und Videos, lachen und schwatzen wild durcheinander. Immer wieder wird die Musik vom Handy oder den Boxen zu laut. Wir weisen die Teenager daraufhin, die Geräte leiser zu stellen. In dieser schönen Atmosphäre wird natürlich auch getrunken und gegessen. Bei unserem Abendspaziergang bitten wir die jungen Nachtschwärmer daher gleich, ihren Abfall in einem Abfallkübel zu entsorgen und den Platz ordentlich zu hinterlassen. (...)»

Immer wieder melden sich Leute, die sich gestört fühlen

«(...) Am nächsten Tag erhalten wir mehrere Reklamationen aus der Bevölkerung. Vermehrt liege wieder Abfall auf den Drei Weieren herum. Wir machen uns sofort auf den Weg zur Anlage und laufen alle Wege bis zur Mülenenschlucht ab. Dort stellen wir fest, dass die Steinach vergangene Nacht als Entsorgungsort missbraucht wurde. Im Verlaufe des Tages wird der Müll von uns aus dem Fluss geborgen. Ein Ort wie die Drei Weieren sind für Jung und Alt, von früh morgens bis spät abends ein toller Ort um die Freizeit zu geniessen.

Wenn sich aber so viele Menschen an einem Ort aufhalten, ist gegenseitige Rücksichtnahme, auch auf die Natur, wichtig. Während der Badmeister vor einigen Jahren nach einem schönen Sommerabend noch 21 Säcke mit Abfall zusammenlesen musste, sind es heute noch fünf. Das ist eine massive Verbesserung. Aber jede Plastikflasche und jede Glasscherbe ist unnötig und eine zu viel. Gerne appellieren wir daher an die Vernunft der Bevölkerung, dem Naturschutzgebiet Sorge zu tragen. (...)» (dwi)

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