Neues Hallenbad in Gossau: Das Parlament könnte dem Aussenbecken den Stöpsel ziehen

Das Aussenbecken beim geplanten Gossauer Hallenbad ist in der vorberatenden Kommission umstritten.

Johannes Wey
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So könnte das Hallenbad aussehen. Links im Bild ist nicht das Aussenbecken, sondern das Freibad zu sehen. (Visualisierung: PD)

So könnte das Hallenbad aussehen. Links im Bild ist nicht das Aussenbecken, sondern das Freibad zu sehen. (Visualisierung: PD)

Ein Hallenbad, vier Fussballplätze, Leichtathletikanlagen und vieles mehr: Im Dezember entscheidet das Gossauer Stadtparlament über den Projektierungskredit für das erste Modul des Masterplans Sportanlagen.

Nun beantragt die vorberatende Kommission (VBK), die Option für ein beheiztes Aussenbecken aus dem Projektierungskredit von gesamthaft 3,8 Millionen Franken auszuklammern und für sich alleine zu beraten. Über ihren Antrag informierte die VBK am Montag mit einer Medienmitteilung.

Die Konfliktlinien sind klar

Die Mitteilung sollte frühzeitig Klarheit schaffen, erklärt VBK-Präsident Norbert Hug-Wenk (CVP) auf Anfrage.

«Wir wollten nicht, dass kurz vor der Parlamentssitzung im Dezember eine Unruhe entsteht.»

Das beheizte Aussenbecken sei in der Kommission umstritten gewesen. Das zeige sich nicht zuletzt im Antrag, den die VBK nun stelle. «Letztlich wollten wir nicht, dass das Aussenbecken den Planungskredit für das ganze Modul 1 gefährdet», sagt Hug. Denn der Masterplan Sportanlagen sei für die Stadt Gossau von grosser Bedeutung.

Welche Argumente in der Kommission für und wider das Aussenbecken vorgebracht worden seien, liege auf der Hand, sagt Hug. Näher darauf eingehen wollte er aber nicht. Das Thema wurde bereits bei der Parlamentssitzung im Januar 2018 eingehend diskutiert.

Dabei kritisierten FDP und SVP die zusätzlichen Kosten eines beheizten Aussenbeckens, Flig-Vertreter nannten es eine Energieschleuder. Die Befürworter von CVP und SP sahen in einem Aussenbecken ein Bedürfnis der Bevölkerung und einen Vorteil im Wettbewerb.

Parlamentarier könnten das Aussenbecken versenken

Die VBK will nun – abweichend vom Stadtrat – dem Parlament einen separaten Projektierungskredit in der Höhe von 90000 Franken für das Aussenbecken beantragen. Die Projektierungskosten für Hallenbad und Freibad betragen knapp 1,9 Millionen, für die Aussenanlagen 1,4 Millionen und für die Tribüne beim Spielfeld des FC Gossau 430000 Franken.

Mit dem separaten Projektierungskredit entsteht eine weitere Hürde für die Realisierung eines Aussenbeckens: Stimmen die Parlamentarierinnen und Parlamentarier gegen den Kredit, ist das Becken versenkt. Stimmen sie zu, wird es geplant und zur Volksabstimmung gebracht.

Die Stimmbürger könnten dann entscheiden, ob sie die voraussichtlich 1,4 Millionen Franken für das Aussenbecken zusätzlich zum Baukredit für das Modul 1 sprechen wollen. Dafür erwartet der Stadtrat – inklusive Projektierung – Kosten von 55 Millionen Franken. Davon entfallen alleine 26,4 Millionen auf das Hallenbad und knapp 22 Millionen auf die Aussenanlagen. Frühester Termin für eine Abstimmung wäre Ende 2021.

Im besten Fall stehen alle Anlagen bis 2028

Bis Mitte 2025 könnten die Sportanlagen, die Teil des ersten Moduls sind, im besten Fall realisiert sein, schätzt der Stadtrat, die weiteren Module bis Ende 2028. Als Teil des Moduls 2 sind im Gebiet Rosenau unter anderem eine Mehrfachsporthalle, Leichtathletikanlagen und ein Rasenspielfeld geplant. Im Modul 3 sollen im Gebiet Buechenwald unter anderem eine Dreifachsporthalle, ein Fussballfeld und ein öffentlicher Spielplatz gebaut werden.

Für die Parlamentssitzung im Dezember beantragen Stadtrat und VBK, die Reihenfolge der Module 2 und 3 zu ändern, sodass die Projekte im Gebiet Buechenwald zuerst realisiert werden.