Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Parkplätze verschwinden in St.Gallen, weil die Autos immer breiter werden

Die Cityparking St. Gallen AG hat das Baugesuch für die Sanierung der Tiefgarage am Burggraben eingereicht. 65 Parkplätze verschwinden. Der Grund: Autos werden immer breiter.
Daniel Wirth
Knapp geschafft: Doch in manchen Parkhäusern wird’s eng und enger. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Knapp geschafft: Doch in manchen Parkhäusern wird’s eng und enger. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Die Cityparking AG kaufte die 1989 eröffnete Parkgarage am Burggraben im Advent 2017 der Zürich-Versicherung ab. Das Parkhaus vis-à-vis der Kantonsschule am Burggraben hat heute 428 Abstellplätze. Ende Mai hat die neue Besitzerin ein Baugesuch für die Sanierung eingereicht. Wie Verwaltungsratspräsident Elmar Jud an der Generalversammlung im Mai sagte, investiert die Gesellschaft rund 14 Millionen Franken in die umfassende Erneuerung, nach der das Parkhaus noch 363 Abstellplätze haben wird; das sind 17 Prozent weniger als heute. Das hat einen einfachen Grund: Autos werden immer breiter.

Hanspeter Sigg, Leiter des Strassenverkehrsamtes des Kantons St. Gallen, bestätigt das mit Beispielen. Das erste Modell des VW Golf, das 1974 vom Band lief, war 161 Zentimeter breit. Das aktuelle VW-Golf-Modell, das 2012 auf den Markt kam, ist 180 Zentimeter breit – also fast 20 Zentimeter breiter. BMW gibt noch in diesem Jahr ein neues Modell der Geländelimousine X5 heraus. Der SUV (Sport Utility Vehicle) wird gemäss der deutschen Fachzeitschrift «Auto-Bild» über sechs Zentimeter breiter als das Vorgängermodell. Gemäss Hanspeter Sigg bauen auch andere Automobilhersteller je länger, je breitere Fahrzeuge.

Die Cityparking AG reagiert auf den Trend

der Sanierung des Parkhauses am Burggraben auf diesen Trend. Die Parkfelder werden breiter. Der Schweizerische Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) empfiehlt den Parkhausbetreibern, für Parkfelder eine Breite von mindestens zweieinhalb Metern vorzusehen. «Diese Breite werden wir im sanierten Parkhaus Burggraben mit der Ausnahme einiger weniger Parkplätze nicht unterschreiten», sagt Matthias Leuzinger, Geschäftsführer der Cityparking AG. Hierfür müssten in den fünf Etagen insgesamt rund 100 Betonsäulen abgebrochen und an anderer Stelle wieder eingebracht werden. «Obwohl diese Massnahme erhebliche Kosten verursacht, freuen wir uns, der Öffentlichkeit nach der Sanierung ein modernes und komfortables Parkhaus zur Verfügung stellen zu können», sagt Leuzinger.

Neu werden Parkflächen auf dem Boden markiert

Wie im Parkhaus Bahnhof werden die Abstellplätze in der Tiefgarage am Burggraben nicht mehr mit einer 15 Zentimeter breiten weissen Linie links und rechts des Feldes markiert, sondern mit einer Parkierfläche von circa zwei Metern. «Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht», sagt Matthias Leuzinger. Denn die Autofahrer stellten ihre Autos präziser ab, was das Aus- und Einsteigen erleichtere.

Läuft alles nach Plan, will die Cityparking AG im Januar nächsten Jahres mit den Sanierungsarbeiten beginnen. Das Parkhaus Burggraben wird rund zehn Monate geschlossen. Im November 2019 soll das erste Deck wieder geöffnet werden, danach Monat für Monat ein weiteres der insgesamt fünf Stockwerke.

Gemäss einer Studie der Universität Essen-Duisburg werden Neuwagen im Jahr 2025 im Durchschnitt mehr als 183 Zentimeter breit sein (ohne Spiegel); der neue BMW X5 wird eine Breite von 193 bis 198 Zentimeter aufweisen. Gemäss Hanspeter Sigg vom kantonalen Strassenverkehrsamt gibt es in der Schweiz keine Richtlinien, wie breit ein Auto maximal sein darf.

Kontinuierlich mehr E-Parkplätze

Im sanierten Parkhaus Burggraben richtet die Cityparking AG sechs Parkplätze mit einer Ladestation für Fahrzeuge mit Elektromotor ein. Die Zahl der Ladestationen kann gemäss Geschäftsführer Matthias Leuzinger bei Bedarf ohne neue Zuleitung verdoppelt werden. 2012 richtete die Cityparking AG im Parkhaus beim Bahnhof die ersten drei Ladestationen der Stadt ein und war damit Pionierin. Gleich viele Ladestationen hat es heute im Parkhaus Brühltor und zwei im Stadtpark-Parking unter dem Athletik-Zentrum. In den vier Parkhäusern der Gesellschaft, deren grösste Aktionärin die Stadt ist, wird der Strom für Elektrofahrzeuge kostenlos abgegeben. Die Auslastung ist gemäss Leuzinger gut. Die total 14 Parkplätze mit Ladestationen im Bestand der Cityparking AG (rund 1650 Parkplätze) entsprechen etwa dem Anteil der Elektroautos am Motorfahrzeugbestand der Schweiz. Von den derzeit gut sechs Millionen immatrikulierten Fahrzeugen in der Schweiz werden heute circa 1,2 Prozent von einem Elektromotor angetrieben. Dieser Anteil nimmt kontinuierlich zu, wie die Statistik über die Neuzulassungen zeigt. Hier liegt der aktuellste Wert bei 2,7 Prozent. (dwi)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.