Parkplätze verschwinden in Gossau hinter die Fassade

An der St. Gallerstrasse in Gossau sind mehrere Parkplätze vom Trottoir in den
Hinterhof verlegt worden. Der Kanton will damit den Verkehrsfluss auf der Hauptachse verbessern.

Adrian Lemmenmeier
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Metallpfosten statt Parkplätze an der St. Gallerstrasse. (Bild: PD)

Metallpfosten statt Parkplätze an der St. Gallerstrasse. (Bild: PD)

Vor der Bushaltestelle Falkenstrasse in Gossau ist eine Reihe Metallpfosten im Trottoir eingelassen. Bis vor kurzem waren hier acht Parkfelder eingezeichnet. «Im Rahmen eines Sanierungsprojektes sind die Parkplätze hinter die Häuser verlegt worden», erklärt Bruno Bulgheroni vom kantonalen Strasseninspektorat Gossau. Es handle sich um eine Auflage des Kantons, um den Verkehrsfluss zu verbessern.

Durchgeführt wurde die Sanierung von der Spenglerei Martin Schönenberger AG. Damit sei die Verkehrslage erheblich verbessert worden, heisst es bei der Firma auf Anfrage. Denn hier sei es immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen. Parkierte Autos hätten bei der Ausfahrt aus den Hinterhöfen in die St. Gallerstrasse den Fahrern die Sicht genommen. Gerade weil sich an dieser Stelle eine Bushaltestelle befinde und oft viele Fussgänger unterwegs seien, sei die Ein- und Ausfahrt immer wieder erschwert gewesen.

Weniger Parkplätze, weniger Stau

Hintergrund dieser Veränderung sei die kantonale Verkehrsstrategie, sagt Bruno Bulgheroni. «Liegenschaften an der Kantonsstrasse sollen wenn möglich grundsätzlich von anderen Strassen aus erschlossen werden.» Denn Kantonsstrassen seien Hauptverkehrsachsen. Parkplätze an der Hauptachse führten immer zu Konflikten zwischen Autofahrern, Fussgängern oder dem öffentlichen Verkehr. Das könne den Verkehrsfluss erheblich verlangsamen.

Stünden gerade Bauprojekte an, mache der Kanton die Verlegung der Parkplätze zur Auflage, wie im Fall der Martin Schönenberger AG geschehen. Werde aber eine Situation als gefährlich eingestuft, könne die Verlegung auch ohne bestehendes Bauprojekt erwirkt werden.