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Parkplätze an der Bahnhofstrasse:
Stadt St.Gallen sucht eine Lösung

Der Stadtrat setzt sich demnächst mit der Frage auseinander, ob die oberirdischen Parkplätze rund um die Bahnhofstrasse im ausgebauten Parkhaus UG 25 ersetzt werden können. Die Appenzeller Bahnen könnten die Antwort darauf beschleunigen.
David Gadze
Der Platz zwischen Gleisen und Parkplätzen an der Bahnhofstrasse ist knapp. Die Trogenerbahn bleibt regelmässig stecken. Bild: Benjamin Manser

Der Platz zwischen Gleisen und Parkplätzen an der Bahnhofstrasse ist knapp. Die Trogenerbahn bleibt regelmässig stecken. Bild: Benjamin Manser

Der Stadtrat wird bald entscheiden müssen, wie er mit den Parkplätzen rund um den Marktplatz fortzufahren gedenkt. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts, dass deren Aufhebung rechtmässig sei, dürfte in diesen Tagen rechtskräftig werden. In diesem Zusammenhang stellt sich nun die Frage, ob auch die Parkplätze an der Bahnhofstrasse und den südlich bis zur Poststrasse angrenzenden Strassen aufgehoben beziehungsweise in einem Parkhaus ersetzt werden können. Vorgesehen war, sie in die neue Tiefgarage am Schibenertor zu verlegen. Das Projekt hat jedoch vor rund einem Jahr endgültig Schiffbruch erlitten.
«Der Stadtrat wird nun überprüfen, ob ein Ersatz im dereinst ausgebauten Parkhaus UG 25 denkbar wäre», sagt Christian Hasler, Leiter Verkehr beim städtischen Tiefbauamt. Dies wäre eine Kehrtwende: In der Antwort auf einen Vorstoss hatte der Stadtrat mögliche Szenarien für die Aufhebung der oberirdischen Parkplätze im Bereich vom Platztor bis zum Hauptbahnhof aufgezeigt, falls die beiden Parkhäuser Schibenertor und UG 25 realisiert werden – oder nur eines. Damals hatte er einen Ersatz der Parkplätze an der Bahnhofstrasse im UG 25 explizit ausgeschlossen.

Zugausfälle wegen falsch parkierter Autos

Problematisch ist die Situation an der Bahnhofstrasse vor allem für die Appenzeller Bahnen (AB). Denn der Abstand zwischen einzelnen Parkplätzen und dem Trassee ist klein – so klein, dass die Züge nicht mehr vorbeikommen, sobald ein Auto nicht genau im Parkfeld abgestellt ist. Im Jahr 2017 war dadurch gemäss AB-Direktor Thomas Baumgartner 17 Mal ein Zug blockiert, also im Schnitt alle drei Wochen. Daraus resultierten insgesamt 51 Zugausfälle und knapp 300 Verspätungsminuten. Die Zahlen von 2016 sind ähnlich.

«Wir haben die Stadt schon mehrfach auf das Problem aufmerksam gemacht.»

Mit der Eröffnung der Durchmesserlinie zwischen Trogen und Appenzell im Dezember dürfte sich das Problem verschärfen. Dann würde sich ein blockierter Zug nicht bloss auf das Teilstück zwischen St. Gallen und Trogen auswirken, sondern auf die ganze Strecke. «Wir haben die Stadt schon mehrfach auf diese Problematik hingewiesen», sagt Baumgartner.
Die Aufhebung der oberirdischen Parkplätze an der Bahnhofstrasse würde auch für die Stadt gewisse Vorteile bringen. So könnten etwa die Postautos zwischen Hauptbahnhof und Marktplatz in beiden Richtungen über die Bahnhofstrasse verkehren. Dies würde die Situation an der Haltestelle Poststrasse entspannen. Dort blockieren Postautos, die am Lichtsignal warten, regelmässig die Busse der VBSG («Tagblatt» vom 7. Februar). Zudem wäre für Velofahrer zwischen Hauptbahnhof und Schibenertor eine separate Spur möglich. Nur: Eine ersatzlose Aufhebung der Parkplätze an der Bahnhofstrasse ist politisch schwierig. Und in unmittelbarer Nähe befinden sich nur die Parkhäuser Rathaus und Webersbleiche, in denen ohne einen Ausbau kein Ersatz möglich wäre.

Appenzeller Bahnen üben Druck auf die Stadt aus

Die Stadt plant ohnehin, den Belag der Bahnhofstrasse zu erneuern, und würde die Arbeiten gerne mit den Appenzeller Bahnen koordinieren. «Bis auf weiteres können wir die Bahnhofstrasse behelfsmässig flicken», sagt Hasler. Das Tiefbauamt erarbeite derzeit zwei Szenarien für die Bahnhofstrasse: eines mit und eines ohne Parkplätze.
Die Appenzeller Bahnen können hingegen nicht allzu lange auf den Entscheid des Stadtrats warten. Sie stehen unter Druck, da die Gleise gemäss Thomas Baumgartner abgenutzt sind und dringend ersetzt werden müssen. Sonst droht im schlimmsten Fall ein Schienenbruch, was zu einer Entgleisung führen kann. «Wir werden noch dieses Jahr ein Projekt für den Schienenersatz eingeben», sagt der AB-Direktor. Ob dieses unter solchen Voraussetzungen bewilligungsfähig sei, sei zumindest zweifelhaft. Denn die Abstände zwischen Parkplätzen und Gleisen seien «sehr knapp bemessen». Und der Spielraum für eine Verschiebung der Gleise weg von den Parkplätzen sei aufgrund der engen Platzverhältnisse «relativ klein». Mit anderen Worten: Mit einem Projekt für den Gleisersatz könnten die AB, die Stadt zwingen, eine Lösung für die Parkplätze zu suchen.

Alternativen nach dem Aus fürs Parkhaus Schibenertor

Die Cityparking AG plante am Oberen Graben, direkt vor dem Union-Gebäude, den Bau des Parkhauses Schibenertor mit rund 130 öffentlichen Parkplätzen. Dorthin wollte der Stadtrat die oberirdischen Parkplätze rund um den Marktplatz sowie im Perimeter zwischen Blumenmarkt, Schibenertor und Hauptbahnhof verlegen. Nach dem Volks-Nein im Mai 2011 zur ersten Marktplatz-Vorlage, deren Bestandteil auch die Tiefgarage war, legte eine Investorengruppe um die Cityparking AG ein neues, privat finanziertes Projekt vor. Die städtische Baubewilligungskommission wies das Baugesuch im September 2016 jedoch aus gestalterischen Gründen ab. Mit ihrem Rückzug aus dem Projekt vor knapp einem Jahr besiegelte die Mitinvestorin Helvetia-Versicherungen dessen Ende. Damit wurden auch die Pläne des Stadtrats für den Ersatz der Parkplätze in der und um die Altstadt obsolet. In der Antwort auf einen Vorstoss hielt er Mitte 2015 fest, dass die Parkplätze beim Marktplatz auch im UG 25 kompensiert werden könnten, jene an der Bahnhofstrasse aber nicht.

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